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Urlaubsanspruch 2014

20.02.2015 21:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Zur Berechtigung des Arbeitgebers Betriebsurlaub anzuordnen.

Wir sind eine allgemeinmedizinische Praxis.. Wir Mitarbeiterinnen haben mehr Urlaub als uns gesetztlich zusteht.Das liegt daran, dass unsere Chefin immer in den Ferien Urlaub nimmt, da sie 2 schulpflichtige Kinder hat.

Wir haben auch schon angeboten unsere Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, da wir ja nicht
jeden Urlaub brauchen und nicht wegfahren.

Jetzt haben wir wieder erneut das Problem mit der Verrechnung von 2014. Ich habe 10 Tage
mehr genommenen Urlaub als mir gesetzlich zusteht.

Meine Chefin hat mir jetzt ausgerechnet, dass ich 80 Std. nacharbeiten muss,!!!! 10 Tage x 8 Std..... Ich bin Vollzeit beschäftigt , weiss gar nicht wie ich die 80 Std, nacharbeiten soll.

Wie ist denn die rechtliche Grundlage?
Wir Mitarbeiter können gar nicht anders Urlaub nehmen, weil einfach die Praxis geschlossen ist.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Handhabung Ihrer Chefin entspricht nicht der Rechtslage. Es kommt zunächst darauf an, wie viel Urlaub im Arbeitsvertrag vereinbart ist. Dieser Urlaub steht Ihnen zu. Es ist auch möglich das der Arbeitgeber Betriebsurlaub anordnet, also etwa 2 Wochen in den Sommerferien in denen die Praxis geschlossen ist. Dann müssen alle Arbeitnehmer Urlaub nehmen. Es ist aber nicht zulässig, dass in allen Ferien quasi Betriebsurlaub herrscht und damit mehr Urlaub als Sie Urlaubstage haben.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet Sie zu beschäftigen. Wenn er dies nicht tut obwohl Sie anbieten zu arbeiten kommt er in Annahmeverzug nach § 615 BGB. Sie haben dann Anspruch auf den normalen Lohn ohne gearbeitet zu haben.

Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt den gesamten Urlaub des Jahres als Betriebsurlaub vorzugeben, die Grenze dürfte bei etwa 3/5 liegen. Es muss ein gewisser Teil des Urlaubs zur freien Verfügung bleiben.

Wenn Ihre Chefin in sämtlichen Schulferien Urlaub nimmt, führt das dazu, dass Sie einen Anspruch auf Lohn haben ohne gearbeitet zu haben. Die Aufforderung 10 Tage nachzuarbeiten halte ich für unwirksam.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht


Nachfrage vom Fragesteller 21.02.2015 | 17:26

Danke für Ihre Antwort. Wie können wir denn jetzt genau argumentieren?
Können wir sagen wir sind nicht dazu verpflichtet oder ist es gesetzlich nicht rechtmäßig?

Der Ärger ist jetzt schon vor programmiert. Wie können wir den
fachmännisch umgehen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2015 | 19:48

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Die Argumentation ist die, dass es nicht zulässig ist Ihnen den Urlaub vollständig vorzuschreiben. Wenn man das macht, dann darf dies nicht zu Fehlstunden auf dem Arbeitszeitkonto führen. Sie müssen rechtlich so gestellt werden, als hätten Sie gearbeitet.
Im Ergebnis ist es nicht rechtmäßig Sie nacharbeiten zu lassen. Sie müssen für die Zukunft eine Lösung suchen. Letztlich muss Ihre Chefin damit leben Ihnen teilweise bezahlten Zusatzurlaub zu geben, wenn Sie so oft schließen möchte. Natürlich kann Sie auch verlangen das Sie arbeiten und nur den vertraglichen Urlaub nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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