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Urlaubsansprucch 2017 und 2018 auf Grund von Langzeiterkrankung

| 05.07.2018 11:03 |
Preis: 48,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich befinde mich seit dem 08.07.2014 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis als Bürokaufmann.

Seit dem 21.06.2017 bin ich arbeitsunfähig bis zum heutigen Tage auf Grund von Burnout/Depression. Da ich den Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, fange ich ab dem 01.09.2018 eine neue Ausbildung an und möchte das Arbeitsverhältnis zum 31.08.2018 kündigen. 2017 hatte ich noch keinen Urlaub in Anspruch genommen.

Kann ich die Auszahlung meiner Urlaubstage von 2017 und 2018 zum Austritt 31.8.2018 komplett einfordern?
Muss ich bei meiner Kündigung was beachten?

Ich war schon einmal bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, allerdings meinte sie, dass die Urlaubstage von 2017 zum 31.03.2018 verstrichen sind, auf Grund der Frist. Die Langzeiterkrankung spielt dort keine Rolle, war Ihre Aussage.

Nach mehreren Recherchen stelle ich Ihre Beurteilung in Frage.


Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Freundliche Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich kann ich die Beurteilung der Kollegin zumindest aufgrund Ihrer kurzen Schilderung nicht nachvollziehen. Zwar sieht § 7 Absatz 3 BUrlG eine Übertragung nur in die ersten drei Monate des Folgejahres vor, diese nationale Regelung ist aber europarechtswidrig. Der Europäische Gerichtshof hat insoweit entschieden (Az. C-350/06, C-520/06), dass bei andauernder Krankheit der Urlaub weder zum Jahresende noch zum 31.03. des Folgejahres verfällt. Zwar hat der EuGH dieses Urteil 2011 eingeschränkt und eine tarifvertragliche Regelung für rechtens erklärt, wonach der in der Krankheit angesparte Urlaub 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres verfällt (Az. C-214/10), und bezugnehmend auf dieses Urteil hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Urlaub nach langer Krankheit am 31. März des übernächsten Jahres (=15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres) verfallen kann (9 AZR 983/07). In Ihrem Fall wären die 15 Monate aber noch nicht abgelaufen.

Wenn Sie bis zu Ihrem Ausscheiden Ende August 2018 arbeitsunfähig erkrankt bleiben, haben Sie daher grundsätzlich Anspruch auf Auszahlung des gesamten Urlaubs für 2017 und 2018.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2018 | 08:47

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Muss ich bei der Kündigung dann was beachten?
Muss ich darauf hinweisen, das ich den Urlaub für 2017 und 2018 ausbezahlt haben möchte zum Austritt am 31.08.2018.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2018 | 09:36

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Der Auszahlungsanspruch ergibt sich direkt aus § 7 Absatz 4 BUrlG, wenn Sie aufgrund der Erkrankung keinen Urlaub mehr nehmen können. In der Kündigung muss also nicht zwingend darauf hingewiesen werden, Sie können die Kündigungserklärung aber mit dem entsprechenden Antrag auf Auszahlung verbinden.

Mit freundlichen Grüßen


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Bewertung des Fragestellers 07.07.2018 | 08:54

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 07.07.2018 5/5,0
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