Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.392
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urlaubsabgeltung rückwirkend bis 2010 beim Minijob


09.11.2013 09:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
ich habe 2009 einen Minijob in einer Bäckerei angenommen.
Hauptberuflich bin ich Vollzeit im öffentlichen Dienst tätig.
Die Bäckerei gewährt allen Minijobbern keinen bezahlten Urlaub und auch keine Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Den Urlaubsanspruch möchte ich nun rückwirkend bis 2010 geltend machen, 2009 ist ja bereits verjährt. Gearbeitet habe ich jeweils an den Sonn- und Feiertagen. Meistens arbeitete ich an 4 Tagen im Monat, manchmal waren es mehr oder weniger.
Wie berechne ich, wie viele Urlaubstage mir zustehen würden? Gelten auch in diesem Fall 4 Tage im Jahr? Wie berechne ich den monetären Wert? Die Regelung, dass das Durchschnittseinkommen der letzten Wochen vor Urlaubsantritt zugrundegelegt wird ist bei den 3 Jahren rückwirkenden Anspruch nicht möglich. Da ich wusste, dass ich keinen bezahlten Urlaub bekomme, habe ich diesen entsprechend auch nicht beantragt. Im Laufe der Jahre hat sich der Stundenlohn durch die tarifliche Anpassung erhöft, mein Arbeitgeber ist aber grundsätzlich nicht tarifgebunden.
Während dieser Jahre war ich ausserdem vier Mal für längere Zeit erkrankt ( 17, 23, 9 und 14 Tage). Wie sieht es hier mit der Entgeltfortzahlung aus?
Das Arbeitsverhältnis besteht noch. Seit dem mein Arbeitgeber aber weiß, dass ich den Urlaubsanspruch geltend machen möchte, werde ich nicht mehr eingeplant so dass ich im Juli 2013 das letzte Mal gearbeitet habe. Welche Auswirkung hat das auf den Urlaubsanspruch in diesem Jahr?
Da mein Arbeitgeber auf meine Schreiben bis jetzt nicht reagiert hat, werde ich Klage erheben müssen. Kann ich in dieser Klage auch schon den Anspruch für 2013 einfordern?

Vielen Dank im Voraus
09.11.2013 | 10:01

Antwort

von


1582 Bewertungen
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Fragestellerin,

hinsichtlich der Verjährung gilt die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren (BAG, Urteil vom 19.6.2012, 9 AZR 652/10), wobei sämtliche Ansprüche bis einschließlich 2010 bereits verjährt sind (§§ 195, 199 BGB), da die dreijährige Verjährung mit dem Schluss des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist, hier der 01.01.2011, folglich bis 31.12.2013. Das Gleiche gilt für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Allerdings unterliegt der der Urlaubsabgeltungsanspruch ebenfalls den tarifvertraglichen und arbeitsvertraglichen Bestimmungen, sodass hierbei zunächst zu untersuchen ist, ob diesbezüglich speziellere Klauseln. Diese sind je nach Ausgestaltung erheblich kürzer als die Regelverjährungszeit.

Wenn im Arbeitsvertrag selbst kein Urlaub gewährt wird, so berechnet sich dieser nach § 3 Bundesurlaubsgesetz.

Wenn Sie wöchentlich im Durchschnitt ca. 1 mal die Woche arbeiten, stehen Ihnen ca. 4 Urlaubstage im Jahr zu.

Hierzu bedarf es allerdings noch einer konkreteren Aufstellung und entsprechenden Berechnung, ausgehend von 24 Urlaubstagen, wobei dabei mit 6 Werktagen pro Woche gerechnet wird.

Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes.

Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen.

Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht. Zum Arbeitsentgelt gehörende Sachbezüge, die während des Urlaubs nicht weitergewährt werden, sind für die Dauer des Urlaubs angemessen in bar abzugelten (§ 11 BUrlaubsG).

Wenn Ihnen das nicht möglich sein sollte, können Sie auch grob den Monatsverdienst durch die Anzahl der Werktage teilen und entsprechend mit den Urlaubstagen multiplizieren.

Der Urlaubsabgeltungsanspruch ist allerdings est dann forderbar, wenn der Urlaub nicht mehr in natura gewährt werden kann. Sie wären also zunächst verpflichtet, entsprechende Urlaubsanträge zu stellen. Erst wenn diese zum Beispiel abgelehnt würden, wäre eine Abgeltung zu bezahlen bzw. zunächst auch über eine einstweilige Verfügung auf Gewährung nachzudenken.

Die Ansprüche aus Entgeltfortzahlung wegen Krankheit können und sollten Sie allerdings diees Jahr sodann geltend machen.

In diesem möglichen arbeitsgerichtlichen Prozess empfiehlt es sich sodann auch über den Urlaub eine Vergleichsregelung zu erzielen.


Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2013 | 15:06

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe aber noch eine Frage zu der Verjährung.
Wenn die Verjährungsfrist für Ansprüche aus 2010 bis zum 31.12.2013 gilt dann ist doch der Anspruch von 2010 noch gar nicht verjährt. Habe ich da etwas falsch verstanden?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2013 | 17:06

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben natürlich absolut recht. Dies war ein Versehen.

Sämtliche Ansprüche aus 2010 verjähren erst zum 31.12.2013 und sind jetzt noch durchsetzbar.
Bei weiteren Fragen schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

1582 Bewertungen

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER