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Urlaubsabgeltung nach Kündigung durch AG

| 19.06.2018 20:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Hallo,
ich habe eine Frage zur Höhe der Urlaubsabgeltung, die mir nach der Kündigung durch den Arbeitgeber zusteht.

Mein Arbeitsverhältnis bestand vom 19. März bis zum 24. Mai, also etwas mehr als zwei Monate (noch in der Probezeit). Mir wurde fristgerecht gekündigt, die letzten zwei Wochen war ich freigestellt (nicht bezahlt, Anordnung von Minderarbeit) unter Anrechnung von Urlaubsansprüchen.

Im Vertrag ist eine monatliche Arbeitszeit von 168 Stunden angegeben, allerdings kann aus betrieblichen Erfordernissen jederzeit Mehr- oder Minderarbeit angeordnet bzw. die Arbeitszeit verändert werden.
Die gearbeiteten Stunden wurden in einem Zeitkonto festgehalten und die Minderarbeit mit der letzten Gehaltszahlung verrechnet. Es wurde dabei nach einem festen Stundenlohn bezahlt.
Folgende Stunden habe ich in den Monaten laut Abrechnung gerabeitet, die in der Gesamtsumme auch stimmen: März - 57 Stunden, April - 168 Stunden, Mai - 29 Stunden.

Die tägliche Arbeitszeit lag in meinem Fall zwischen 4 und 7,5 Stunden, die Anzahl der Arbeitstage pro Woche lag bei 5 oder auch mal 6 Tagen.
Urlaubsanspruch beträgt 24 Tage im Jahr laut Vertrag.

Nun habe ich die letzte Abrechnung erhalten, dort sind 7,5 Stunden Urlaubsabgeltung angegeben. Mir erscheint das sehr wenig, daher wüsste ich gern, wie sich die Urlaubsabgeltung in dem angegebenen Fall berechnet oder ob die 7,5 Stunden doch hinkommen könnten.

Viele Grüße
CBR82

Einsatz editiert am 20.06.2018 10:08:40

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Berechnung ihres Arbeitsgbers kann ich nicht nachvollzioehen, denn der Urlaubsanspruch bemißt sich auch bei Abgeltung nach Tagen.

Der gesetzliche Mindesturlaub bei einer Woche mit 6 Arbeitstagen beträgt 24 Urlaubstage. Nun wäre es wichtig zu wissen, ob in ihrem Arbeittvertrag eine 5 oder eine 6 Tage Woche vereinbart war oder was häufiger ( regelmäßig) stattgefunden hat.

Zudem wäre erforderlich zu wissen, ob es in ihrem Arbeitsvertrag eine (wirksame) Klausel gibt, dass freiwillig gewährter Mehrurlaub ( das wären bei 5 Tagen regelmäßiger Arbeitszeit 4 Tage, denn dann würden ihnen gesetzlich nur 20 Urlaubstage zustehen) unter bestimmten Voraussetzungen verfällt.

Generell muss also erstmals sicher ermittelt werden, ob ihnen 20 oder 24 Urlaubstage pro Jahr zu stehen. Mangels anderweitiger Anhaltspunkte gehe ich von 24 Tagen aus, dass bedeutet pro VOLLENDETEN Monat ( §5 BurlG) stehen ihnen also 2 Urlaubstage zu ( 24 /12). Sie haben bei ihrem Arbeitgeber volle 2 Monate gearbeitet, so dass ihnen 4 Urlaubstage zustehen.

Für die Abgeltung ist nun die durchschnittliche Arbeitszeit bzw das durchschnittliche Arbeitsentgelt pro Tag in den letzten 13 Wochen ( 3 Monaten) bzw. für die Zeit ihrer Anstellung auszurechnen.

Bei ihnen ist also vom 19. März bis 24. Mai 2018 jeder Arbeitstag mit seinen Arbeitsstunden aufzulisten. Sodann sind die Stunden zu addieren sowie die Zahl der Arbeitstage. Nun ist die summierte Stundenanzahl durch die Summe der Arbeitstage zu teilen, herauskommt der durchschnittliche Stundensatz pro Tag.

Dieser tägliche Stundensatz ist mit den Urlaubstagen auf denen Anspruch besteht (4) zu multiplizieren, dann haben sie die Stundenanzahl für die eine Urlaubsabgeltung zu leisten ist.

Um die Urlaubsabgeltung zu berechnen sind die durchschnittlichen Stunden pro Tag mit dem Verdienst zu multiplizieren, so haben sie den durchschnittlichen Verdienst pro Tag. Dieser wird nun mit der Anzahl der ermittelten, ihnen zu stehenden Urlaubstage multipliziert und sie erhalten den Geldbetrag der Urlaubsabgeltung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.06.2018 | 17:27

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort, folgende Dinge kann ich vielleicht noch ergänzen:

In meinem Arbeitsvertrag ist bezüglich der 5-Tage-Woche oder 6-Tage-Woche gar nichts angegeben. In dem gesamten Vertragszeitraum gab es zwei Wochen, an denen ich 6 Tage gerabeitet habe, sonst waren es nur 5 Tage.

Was den Urlaub betrifft: Es ist nur festgehalten, dass der Arbeitnehmer 24 Werktage Urlaub erhält und der Urlaubsantritt mit betrieblichen Notwendigkeiten abzustimmen ist. Es gibt also keine Klausel, dass freiwillig gewährter Mehrurlaub unter bestimmten Voraussetzungen verfällt.

Mit freundlichen Grüßen
CBR82

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.06.2018 | 19:11

Lieber Fragesteller, danke für die weiteren Informationen.

Dann ist regulär eine 5 Tage-Woche anzunehmen, eben dass was "normaler Weise" überwiegt. Dies würde einem gesetzliche Urlaubsanspruch von 20 Tagen im Jahr rechtfertigen. Vertraglich sind ihnen jedoch 24 Arbeitstage eingeräumt, ohne dass dieser freiwiilig gewährte Mehrurlaub verfällt. Folglich können sie ihren Berechnungen 24 Tage zu grunde legen, 2 für jeden voll gearbeiteten Monat, so dass ihnen 4 Urlaubstage zu stehen. Für diese können sie jetzt noch entweder den Tageslohn oder zu mindest die Durchschnittszahl der Arbeitsstunden (siehe oben in Hauptantwort, im unteren Teil) errechnen.

Diese Durchschnittszahl der Arbeitsstunden gilt dann für jeden Urlaubstag, sie müssen also das 4 -fache der Durchschnittstundenzahl ansetzen und erhalten so ihre abzugeltenden Arbeitsstunden.

mit freundlichen Grüßen
Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 21.06.2018 | 12:34

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