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Urlaub und Feiertagsgeltendmachung bei Minijob


18.11.2007 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

seit einem Jahr übe ich einen 1. Minijob (1 Stunde die Woche für 8,- bis 11,50 € Stundenlohn) aus. Seit dem 1. Juli 2007 bin ich mündlich einen 2. Minijob höchstens 13,5 Stunden in der Woche bzw. insgesamt 1.u.2. Minijob unter 400,- € eingegangen.
Meine Arbeitszeit ist unregelmäßig. 1. Minijob immer 1x in der Woche Do 19 Uhr. 2. Minijob mal Montags 7 Stunden, Dienstags 6,5 Stunden, oder Mi, Do, Fr jeiweils 4,5 Stunden. Aber von Woche zu Woche immer unterschiedlich, ich arbeite, wie mein Chef mich braucht. Samstags und Sonntags habe ich immer frei.

Nun meine Fragen: 1. Ist es so, wenn ich bei 2 verschiedenen Firmen arbeite, kann ich bei einer Firma 1 Stunde und bei der 2. Firma 14 Stunden arbeiten (also insgesamt 15 Stunden und nicht nur 14,99 Stunden insgesamt)? 2. Wieviel Urlaub steht mir überhaupt zu und wie kann ich sie ableisten? (Ich bitte um eine Proberechnung, da ich nicht weiß wie ich dies berechnen soll.) Steht mir im 1. Halbjahr der Beschäftigung überhaupt Urlaub zu? 3. Wie werden die Feiertage mit einbezogen, mein Chef (2.Firma) wird mich natürlich nur an den Nicht-Feiertagen stundenweise beschäftigen. Habe ich da gegenüber den Vollbeschäftigten nicht extra Nachteile. Niemand konnte mir bisher darüber Auskunft geben und bei anderen Antworten in ihrer Rechtsberatung waren mir die Antworten zu ungenau.


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Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grundlage der in Ihrer Anfrage enthaltenen Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich nachfolgend Ihre Fragen.


Zu ihrer 1. Frage:

Wie Sie zutreffend darstellen, können Sie die Arbeitszeit zwischen Ihren beiden Arbeitsstellen beliebig verteilen, ohne damit Ihren Status als geringfügig Beschäftigte zu verlieren. Entscheidend für die so genannte Entgeltgeringfügigkeit im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV ist, dass sie in der Summe aus beiden Beschäftigungen regelmäßig nicht mehr als EUR 400,- verdienen. Sofern Sie diese Grenze überschreiten, werden Sie für beide Beschäftigungsverhältnisse sozialversicherungspflichtig.

Eine zeitliche Beschränkung der Beschäftigung besteht nicht mehr.


Zu Ihrer 2. Frage:

Sofern ein für Ihren Arbeitgeber geltender Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung keine günstigere Regelung enthält, haben Sie nach dem Bundesurlaubsgesetz Anspruch auf 24 Werktage bezahlten Urlaub auf Basis einer 6-Tage Woche. Für beide Beschäftigungsverhältnisse ist der Urlaub getrennt zu berechnen.

Das bedeutet, dass Sie hinsichtlich Ihres ersten Beschäftigungsverhältnisses Anspruch auf 4 Tage Urlaub haben (24/6 x 1) haben. Damit kommen Sie, wie auch Vollzeitbeschäftigte, auf vier arbeitsfreie Wochen im Jahr.

Etwas komplizierter ist die Berechnung bei flexiblen Arbeitszeiten auf Abruf. Hier müssen Sie zur Ermittlung des Urlaubsanspruchs eine Durchschnittsberechnung anstellen. Haben Sie beispielsweise seit Beginn des Arbeitsverhältnisses im Mittel an 2,4 Tagen die Woche gearbeitet, so ergibt sich daraus ein rechnerischer Jahresurlaubsanspruch in Höhe von (24/6 x 2,4) 10,4 Arbeitstagen. Die Bezahlung richtet sich dementsprechend nach Ihrem durchschnittlichen Tagesverdienst.

Ändert sich im Verlauf eines Kalenderjahres die Verteilung der Arbeitszeit auf weniger oder auch auf mehr Arbeitstage einer Kalenderwoche, verkürzt oder verlängert sich entsprechend die Dauer des Ihnen zustehenden Urlaubs. Sie ist dann jeweils unter Berücksichtigung der nunmehr für Sie maßgeblichen Verteilung seiner Arbeitszeit neu zu berechnen.

Grundsätzlich steht Ihnen der volle Urlaubsanspruch erst nach einer Wartezeit von 6 Monaten zu. Sofern das Arbeitsverhältnis jedoch nach dem 01.07. eines Jahres beginnt und damit die Wartezeit im Kalenderjahr nicht mehr erfüllt werden kann, erwerben Sie mit jedem vollen Monat, den das Beschäftigungsverhältnis besteht, Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs.


Zu Ihrer 3. Frage:

Den Nachteil mit den Feiertagen müssen Sie leider in Kauf nehmen. Bedenken Sie jedoch, dass es durchaus auch Branchen gibt, in denen Sonn- und Feiertagsarbeit ohne Zuschläge
geleistet wird.


Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass Ihr Arbeitgeber nach dem Nachweisgesetz verpflichtet ist, die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses niederzuschreiben und Ihnen auszuhändigen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weitergeholfen zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen

Frank Lehmann
-Rechtsanwalt-
Ergänzung vom Anwalt 18.11.2007 | 23:42

Bei der Durchschnittsberechnung zu Ihrer zweiten Frage ergibt sich richtigerweise ein rechnerischer Urlaubsanspruch in Höhe von 9,6 (=24/6 x 2,4) Tagen, nicht von 10,4 Tagen.
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