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Urlaub mit Kind / Mutter verweigert 'Zustimmung'

| 25.01.2008 11:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

benötige Info zu folgender Situation :

Gemeinsames Kind ( 7 Jahre, geht in Grundschule ) lebt seit 2 Jahren beim Vater .
Es wurde in einem Gerichtsbeschluß auch festgehalten, dass das gemeinsame Sorgerecht
unberührt bleibt und das Kind beim Vater leben will.

Es besucht die Mutter alle 14 Tage über das Wochenende.
Es besteht ein gemeinsames Sorgerecht, der Umgang gegenüber der Mutter wurde jedoch gerichtlich nicht geregelt ( Zeiten, Tage, etc… ).

Der Vater und das Kind planen einen reinen Badeurlaub in Thailand für den
Sommer 2008 ( ca. 2-3 Wochen ). Danach oder davor hat die Mutter auch die
Möglichkeit mit dem Kind etwas zu unternehmen bzw. verbringt das Kind auch Urlaubszeit
mit der Mutter.

Die Mutter beharrt darauf, dass der Vater ( bei dem das Kind ja lebt ) ihre
Zustimmung für den Thailandurlaub braucht. Diese will sie nicht geben, da ihr
Thailand zu weit entfernt ist und sie maximal einem Urlaub in z.B. Mallorca oder Italien oder Griechenland zustimmen würde.
Dies hätte auch Risikogründe wenn etwas wäre ( Gesundheit, etc.. ).

Die Mutter ist nach eigener Aussage darüber verärgert, dass das Kind beim Vater lebt und dies auch zukünftig so beibehalten will. Sie äußerte sich gegenüber gemeinsamen Bekannten dahingehend, dass sie dem Vater mit ihren Rechten als Mutter
"immer wieder mal Knüppel zwischen die Beine werfen wolle".

Der Vater meint, dass er KEINE Zustimmung der Mutter für den Urlaub benötigt, da dieser das Kindeswohl nicht gefährdet und auch in keiner Krisenregion liegt.
Es soll ein reiner Badeurlaub sein ( kein Trekking, etc… ), mit entsprechendem
Hotel. Die Mutter bekommt natürlich Infos darüber, wo und wie lange Vater und Kind sich
im Urlaubsland aufhalten. Außerdem wird auch während des Urlaubs regelmäßig das Kind die Möglichkeit haben, sich telefonisch bei der Mutter zu melden.

Nunmehr meine Fragen :

Wird die Zustimmung der Mutter benötigt bzw. wenn ja, kann sie diese in diesem Falle verweigern ?

Hat die Mutter ( wenn der Umgang nicht geregelt wurde ) automatisch das Recht immer
50 % der Urlaubstage selbst mit dem Kind zu verbringen ( also hälftig ) ?

Gruss
Kamawachi


Sehr geehrter Ratsuchender,

zu Ihren Fragen:

Das OLG Köln hat mit Beschluss vom 26.10.1998, 14 UF 170/98 festgestellt:
Die Entscheidung, dass ein dreijähriges Kind mit einem Elternteil einen zweiwöchigen Ferienaufenthalt in einem afrikanischen Land verbringen soll (hier: Ägypten), betrifft keine Angelegenheit des täglichen Lebens, sondern ist eine Entscheidung von erheblicher Bedeutung, für die das gegenseitige Einvernehmen der Eltern, denen die gemeinsame Sorge zusteht, erforderlich ist. Begründet wurde diese Entscheidung im wesentlichen mit den Gesundheitsgefahren, die typischerweise für ein kleines Kind bei solchen Reisen bestehen.

Nach meiner Einschätzung ist die Bewertung des Senates auf Ihren Fall zu übertragen. Die gesundheitlichen Gefahren dürften sich in beiden Fällen entsprechen. Zudem sah es der Senat als erheblich, dass sich das Kind in dem fremden Land nicht verständlich machen kann, sollte es einmal von dem begleitenden Elternteil getrennt werden. Dies dürfte auch einem siebenjährigen Kind nicht möglich sein. Sie benötigen daher die Zustimmung der Mutter für den Ferienaufenthalt.

Eine automatische 50/50-Teilung der Ferientage gibt es nicht. Es ist vorrangig das Kindswohl zu berücksichtigen und der Umstand zu werten, ob es das Kind gelernt hat, längere Zeit von seiner Hauptbezugsperson, in der Regel der betreuende Elternteil, getrennt zu sein.

Mit freundlichem Gruß

Kaussen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2008 | 13:42


OK, gut zu wissen.

Ich hatte vorher schon vor der eigenen Fragestellung in diesem Forum gesucht und diese Antwort vom 27.02.2007 einer Anwältin zu einer ähnlichen Frage gefunden :
******************************************
"Sehr geehrte Ratsuchende,
es muss nicht JEDER Urlaubsreise zugestimmt werden. Entscheidend ist dabei unter anderem das Kindeswohl, so dass Reisen in Krisengebieten nicht zugestimmt werden müssen.
Ansosten gibt es baer keine Einschränkung, da ich davon ausgehe, dass ein Flug genommen wird und die "Reisestrapazen" daher auch dem Kind durchaus zugemutet werden können.
Sollten Sie also nicht zustimmen, werden Sie ggfs. mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung rechnen müssen.
Gönnen Sie daher Ihrem Kind die USA-Reise.
Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
******************************************************

Die gesundheitlichen Risiken sind sicherlich ein Argument, wobei diese aber mehr oder weniger in jedem außereuropäischen Urlaubsland eine Rolle spielen können. Natürlich würde ich z.B. in kein nur annähernd malariagefährdetes Gebiet oder ähnliches fahren.

Das sich ein Kind im Ausland i.d. Regel eventuell alleine nicht verständlich machen kann ist wahrscheinlich auch in den meisten Ländern so und ein Problem wenn man alleine mit Kind reist.

Daher meine Nachfrage :

Wie sieht es aus, wenn z.B. ein oder mehrere Erwachsene ( u.a. auch mit Kindern ) bzw. Oma und Opa des Kindes mitreisen und auch im gleichen Hotel sind ?

Gleiches Grundproblem oder besserer Ausgangssituation ?


Danke und Gruß


**********************************************************

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2008 | 14:52

Thailand und die USA sind meiner Einschätzung nach kaum hinsichtlich der medizinischen Gefährdungen und der ärztlichen Betreuung zu vergleichen.

Weitere mitreisende Bezugspersonen lassen sicherlich ein Argument des OLG Köln aus dem zitierten Urteil entfallen, beseitigen aber nicht die gesundheitlichen Gefahren, die in exotischen Reiseländern bestehen.

Ich bleibe der Auffassung, dass hier die Zustimmung der Mutter erforderlich sein wird.

Mit freundlichem Gruß

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