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Urlaub im Krankstand - Genehmigung durch die Krankasse


26.03.2005 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von



Guten Tag!

Mein Mann und ich haben folgendes Problem:
Mein Mann ist zu 100 % schwerbehindert und hat die Merkzeichen aG u. B (Betreuung) festgestellt bekommen. Er leidet an einem schweren Herzproblem und hat nur noch eine Niere. Aber aufgrund der guten Medikamenteinstellung unseres Arztes kam es schon seit Jahren zu keinen Komplikationen mehr, was sein Krankheitsbild angeht. Auch sieht man ihm seine schwere Krankheit nicht an. Fremde Personen meinen er sei Topfit.

Ich selbst bin zu 30 % schwerbehindert. Ich leide an einem Rückenproblem (Bandscheibenvorfall) und Osteoporose. Aber auch ich komme mit meiner Krankheit dank der Medikamente gut aus.

Allerdings sind mein Mann und ich seit einigen Monaten krankgeschrieben und in Lohnfortzahlung.

Nun möchten mein Mann und ich zusammen mit meiner Tochter, unserem Schwiegersohn und unserem Enkel Urlaub in der Türkei machen und baten die Krankenkasse um Genehmigung des Urlaubes.
Aber die Dame von der Krankenkasse lehnt uns den Urlaub aufgrund des Krankheitsbildes von uns beiden ab. Mit der Begründung bei Komplikationen sei der Rücktransport aus dem europäischen Ausland zu teuer. Wir dürften nur einen Deutschlandurlaub durchführen.
Aber einen Deutschlandurlaub können wir uns aufgrund des geringen Krankgeldes leider nicht leisten.

Unser Arzt hingegen befürwortet den Türkei-Urlaub sehr, da er meint, dass das trockene Klima sowohl meinem Mann und mir sehr gut tun würde und zur Heilung unserer Krankheit beitragen kann. Auch befürwortet er es sehr, dass wir nicht allein reisen wollen, sondern meine Tochter mit Anhang mitnehmen möchten. Er hat uns für die Krankenkasse auch eine Bescheinigung geschrieben.


In meinem Freundeskreis sind mir 3 Leute bekannt, die den Auslandsurlaub auch erst abgelehnt, dann aber genehmigt bekommen haben.

Nun meine Fragen:
Darf die Krankenkasse einfach einen Auslandurlaub ablehnen? Mit welchem Recht?
Wie kann ich mich dagegen wehren?
Kann es Folgen haben, wenn wir auch ohne Genehmigung der Krankenkasse einfach fliegen und ohne Zwischenfälle unseren Urlaub normal wieder beenden?

Meine Bitte ist es von Ihnen ein paar Tips oder Rechtsgrundlagen zu erfahren, wonach uns die Krankenkasse den Urlaub nicht verbieten kann.
Bitte helfen sie uns, denn wir freuen uns sehr auf den Urlaub und möchten nur wegen der Krankenkasse nicht darauf verzichten.

Vielen Dank im Voraus
T.K.
26.03.2005 | 14:31

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

ich muss Ihnen leider von einem Türkei-Urlaub abraten.

Denn nach § 60 IV SGB V ist die Krankenkasse grundsätzlich nicht verpflichtet Krankentransporte vom Ausland ins Inland zu finanzieren.

Ein Krankentransport mit Flugzeug kann sehr teuer werden. Wenn Sie jedoch unbedingt einen Auslandsurlaub machen wollen, sollten Sie vorher sich nach einer privaten Auslandskrankenversicherung erkundigen.

Ansonsten versuchen Sie noch einmal mit Ihrer Krankenkasse zu reden.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen und schöne Ostern

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2005 | 15:37

Hallo,und danke schon mal für die Antwort.
Haben schon 2 mal versucht mit der Krankenkasse zu reden, ohne Erfolg.
Also, wie sieht die letzte möglichkeit aus, über den Reiseveranstalter oda welche Alternativen gibt es jetzt für uns.
Oder sollten wir es ganz aufgeben.
T.K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2005 | 16:32

Sehr geehrte Ratsuchende,

leider handelt es sich bei der Entscheidung Ihrer Krankenkasse um eine Ermessensentscheidung. Sollten Sie also ohne Zustimmung der Versicherung fliegen, dann hätten Sie während eines Auslandsaufenthalts gemäß § 16 SGB V SGB auch keinen Anspruch auf Krankengeld.

Allerdings darf Ihre Krankenkasse nicht pauschal Ihre Zustimmung verweigern. Inwieweit Ihre Erkrankungen jedoch ausreichen, um die Zustimmung endgültig zu verweigern, kann hier mangels genauer Angaben nicht abschließend geklärt werden.

Ich rate Ihnen mit Ihrem Arzt nochmals zu reden, der Ihnen ein ausführliches Attest schreiben soll. Dieses Attest legen Sie dann dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen zur Überprüfung vor.

Der Medizinische Dienst muss sich dann mit dem eingereichten Attest auseinandersetzen. Sollten keine erheblichen medizinischen Gründe gegen eine Reise sprechen, muss Ihnen dann der Urlaub genehmigt werden. Dies könnten Sie dann notfalls mit einem Anwalt vor Ort durchfechten.


Mit freundlichen Grüßen


Marcus Alexander Glatzel
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