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Urkundenfälschung - was tun?

| 20.07.2013 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Zusammenfassung:

Vernehmung als Zeuge/Beschuldigter. Pflicht zum Erscheinen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gestern eine Vorladung von der Polizei bekommen, als Zeugenvernehmung.
Darin steht als Anlass das S 267 StgB.
Jetzt muss ich sagen, dass ich mir schon vorstellen kann, worum es geht. Ich habe mich im April diesen Jahres bei einer kleinen Firma beworben. Innerhalb dieser Bewerbung habe ich natürlich auch Nachweise für meine Ausbildung bringen müssen. Da ich beim Staar meine Ausbildung machte, diese aber leider nicht bestanden habe, fälschte ich ein Dokument, indem steht, ich hätte die Ausbildung bestanden. Ich legte jedoch auch noch ein Original bei, das lediglich den Zeitraum meiner Ausbildung erklärte (völlig unverändert).
Jetzt scheint mich die Firma, zwischen der, der Kontakt im Einstellungsverfahren auch abbrach, angezeigt zu haben wegen Betrugs und/ oder Urkundenfälschung.
Nun meine Fragen:

Die Vorladung steht noch aus, wie verhalte ich mich am geschicktesten? Alles gestehen? Immerhin ist der Vorwurf ja nicht zu widerlegen.
Zweitens, ich bin wegen Betrugs schon mal zu 30 TG zu je 30 Euro abgestraft worden. Das war damals Zeugenaussage gegen Zeugenaussage und passierte innerhalb einer Trennung, das ganze ist 2 Jahre her, daher meine Frage...mit welcher Strafe müsste ich diesmal rechnen?
Und zu guter Letzt, kann ein Anwalt hier noch was für mich rausholen? Denn den muss ich ja auch bezahlen und wenn er nicht viel ausrichten kann, da ich ja nunmal schuldig bin, wäre die Frage, was man da noch für mich tun könnte.

Ich danke Ihnen allen sehr für Ihre Hilfe!

Herzliche Grüße
M.

-- Einsatz geändert am 20.07.2013 11:48:24

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das geschilderte Verhalten dürfte den Tatbestand der Urkundenfälschung nach § 267 Abs. 1 StGB in Tateinheit mit versuchtem Betrug nach § 263 Abs. 2 StGB erfüllen. Das Strafmaß beträgt für beide Tatbestände Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren. Da Sie einschlägig vorbelastet sind, kann zwar noch mit einer Geldstrafe gerechnet werden, die aber ziemlich hoch ausfallen dürfte. Sie müssen hier mit einer Strafe von 60 bis 90 Tagessätzen oder sogar mehr rechnen. Dies hängt entscheidend von den weiteren Umständen sowie der Praxis des zuständigen Gerichts ab.

Ob ein Rechtsanwalt dazu beitragen kann, eine mildere Strafe zu erreichen, hängt davon ab, was man Ihnen genau vorwirft und ob es entlastende Umstände gibt, die sich strafmildernd auswirken. Dies kann regelmäßig erst nach Akteneinsicht beurteilt werden. Oftmals ergeben sich strafmildernde Umstände, an die Sie selbst gar nicht denken, die aber vom Gesetz her vorgesehen sind. Ich empfehle Ihnen daher, in jedem Falle, einen Kollegen zu beauftragen, der zunächst Akteneinsicht nimmt. Danach kann dann entschieden werden, wie Ihre Verteidigungsstrategie aussehen soll.
Hieraus ergibt sich auch die Antwort zu Ihrer Frage, wie Sie sich bzgl. der Vorladung verhalten sollen. Sie teilen mit, dass Sie eine Vorladung als Zeuge erhalten haben.

Als Zeuge haben Sie in einem polizeilichen Ermittlungsverfahren keine Verpflichtung, zur Vernehmung zu erscheinen. Sie müssen dann aber mit einer Vorladung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht rechnen. Dort müssen Sie erscheinen. Da Sie vorliegend nach Ihren Angaben als Beschuldigter in Betracht kommen, sollten Sie der Ladung keine Folge leisten. Als Beschuldigter haben Sie das Recht, der Vernehmung fern zu bleiben. Eine Aussagepflicht besteht nicht, da Sie nicht verpflichtet sind, sich selbst zu belasten.

Ich empfehle Ihnen daher, der Ladung keine Folge zu leisten und keinerlei Angaben zur Sache zu machen. Dies kann nach Akteneinsicht immer noch nachgeholt werden.

Abschließend weise ich Sie noch auf folgendes hin:
Diese Plattform dient lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung und kann eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

Rückfrage vom Fragesteller 20.07.2013 | 12:27

Vielen Dank Frau Deinzer,

falls ich sie also richtig verstanden habe, kann es sein, dass ich mit einer hohen Geldstrafe rechnen muss oder einem Tagessatz von über 90, was einen Eintrag ins Führungszeugnis zur Folge hätte.
Darf ich sie noch fragen, mit welchen Anwaltskosten in schätzungsweise rechnen müsste in einem solchen Fall? Ausgelassen habe ich nichts, zu meiner Verteidigung, mir war die schwere der Tat tatsächlich nicht bewusst, auch wenn das vor Gericht nicht helfen wird...

Herzliche Grüße
M.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.07.2013 | 16:05

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Anwaltskosten werden entweder nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz berechnet oder nach Vereinbarung. Hier wird meistens ein Stundenhonorar angesetzt, dass bei Strafverteidigern zwischen 200 € und 300 € netto pro Stunde liegt (im Einzelfall auch mehr).

Angenommen, Sie beauftragen den Verteidiger nur mit der Akteneinsicht, fallen folgende Gebühren nach dem RVG an, sofern kein abweichendes Honorar vereinbart wird:

Grundgebühr nach Nr. 4100 VV RVG: zwischen 30 € und 300 €, (Mittelgebühr = 165 € (30 + 300 = 330/ 2)
Verfahrensgebühr nach Nr. 4104 VV RVG: zwischen 30 € und 250 € (Mittelgebühr = 140 €)
Terminsgebühr nach Nr. 4102 VV RVG: zwischen 30 € und 375 € (Mittelgebühr = 202,50 €), falls der Rechtsanwalt an einer Vernehmung teilnimmt
zzgl. Auslagen und Umsatzsteuer.

Setzt man jeweils die Mittelgebühr an, was durchaus üblich ist, betragen die Kosten ca. 500 €.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 20.07.2013 | 12:28

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Frau Deinzer ist sehr genau auf meinen Sachverhalt eingegangen, vielen Dank und weiterhin alles Gute!

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