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Urkundenfälschung? - Anwalt für Strafrecht beauftragen?

19.05.2008 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder


Guten Tag zusammen.

Ich habe folgendes Problem.
Mit ein paar "Freunden" habe ich zusammen eine Internetseite online gestellt. Die Homepage habe ich alleine gemacht, sämtliche Arbeit und Zeit wurde ausschliesslich von mir investiert.
Die Homepage wurde zuerst auf dem Webspace eines dieser "Freunde" gehostet. Wir überlegten uns einen Namen für das Projekt und beantragten die Domain.
Diese Domain ist es nun, die mir den Ärger macht.
Die Domain wurde von dem "Freund" geordert, dem auch der Webspace gehörte. Er bezahlte diese Domain auch mit knapp 14 € für ein Jahr.
Nun kam es dazu, dass der Webspace nicht ausreichend war und sehr viele technische Probleme mit diesem Space auftraten. Daher entschlossen wir uns, die Homepage auf meinem Server zu hosten. Soweit kein Problem. Ich sprach also mit meinem "Freund", dass wir eine Domainübernahme starten müssten. Ich habe das dann alles in die Wege geleitet und mit den entsprechenden Hosting-Firmen telefoniert, da ich auch so ziemlich der einzige bin, der ein wenig Ahnung von solchen Sachen hat.
Zur endgültigen Domain-Übernahme musste ein Fax an den Hoster meines Freundes geschickt werden. Dieses Fax habe ich in seinem Namen geschrieben und dort auch "seine" Unterschrift daruntergesetzt. Auf gut Deutsch: Ich habe seine Unterschrift gefälscht. Allerdings war die komplette Domain-Übernahme mit ihm abgesprochen und ich hatte auch eine Einwilligung von ihm, das alles zu regeln. Diese Einwilligung liegt mir in Form von Instant-Messenger-Verlaufsdateien vor. Er wusste also von der Domainübernahme und war mit dem Ablauf einverstanden.
Nun jedoch war er wütend, dass er nun auf einmal nicht mehr im Impressum der Seite als Domaininhaber auftauchte, da er es ja nunmal nicht mehr war.
Also forderte er die Domain zurück und zeigte mich wegen Urkundenfälschung an.
Die Domain kostete, wie gesagt, 14 €. Ich selbst habe für diese Domain nocheinmal die 14 € bezahlen müssen und sogar noch 5 € Gebühr für den Transfer. Dementsprechend hatte ich also mehr Kosten als er. Ein Schaden ist durch die ganze Geschichte nicht entstanden.
Die Domain hat er übrigens inzwischen wieder von mir zurückerhalten, da ich einfach keine Lust mehr auf weiteren Streit mit ihm hatte und er damit sowieso nichts anfangen kann.

Nun zu meiner Frage:
Dadurch, dass ich diese Urkundenfälschung nicht begangen habe, um mir einen Vorteil oder gar finanziellen Gewinn zu beschaffen (ganz im Gegenteil, ich musste ja mehr bezahlen als er), bin ich mir nicht sicher, was mich da erwartet.
Das Schriftstück, das ich dort per Fax hingeschickt habe, war von mir selbst erstellt, also kein Formblatt oder ähnliches.

Was soll ich tun? Einen Anwalt für Strafrecht mit meiner Vertretung beauftragen? Was habe ich überhaupt zu befürchten?

Mit freundlichen Grüßen
RockingDevil

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Leider spielt es beim Tatbestand der Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB

§ 267
Urkundenfälschung

(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder Urkundenfälschung verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet oder
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.




keine Rolle, ob die Urkundenfälschung mit dem Vorsatz begangen wird, einen wirtschaftlichen Vorteil herbeizuführen.

Vorliegend stimmt der scheinbare Aussteller der Urkunde (Ihr Bekannter) mit dem wirklichen Aussteller (Sie) nicht überein. Sie haben somit eine unechte Urkunde hergestellt und diese auch gebraucht. Der Tatbestand der Urkundenfälschung ist erfüllt.


Natürlich können Sie einen Anwalt beauftragen, der zunächst Akteneinsicht nimmt und mit diesem dann eine Verteidigungsstrategie erarbeiten.

Wenn die Beweislage eindeutig ist, ist es hinsichtlich der Strafzumessung ratsam, die Tat zuzugeben und auch ausdrücklich zu bereuen. Auch sollte mit Ihrem Bekannten abgeklärt werden, was er sich unter einer Schadenswiedergutmachung vorstellt. Dies sind alles Punkte, die dann bei der Strafzumessung Berücksichtigung finden.

Wenn Sie nicht einschlägig vorbestraft sind, kommt auch eine Einstellung des Verfahrens, eventuell unter Geldauflage, in Betracht. Ansonsten wird gegen Sie wahrscheinlich eine Geldstrafe verhängt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen.
Natürlich können Sie noch eine kostenlose Rückfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin


Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

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