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Urherberrecht


18.01.2005 13:29 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Hallo, ich bemühe mich zusammen mit Freunden weltweit um den Erhalt einer seltenen Haustierrasse. Hierbei habe ich von einer Bekannten aus Frankreich einen Bericht per Fax bekommen und Sie hat mir telefonisch mitgeteilt, daß ich ihn doch gerne uach versuchen kann in Deutschland zu publizieren. Ich habe ihn daraufhin übersetzt und erst mal allerdings keine Gelegenheit gehabt. Ca. 1 Jahr später bot sich dann die Gelegenheit, weil ein Magazin sich dafür interessiert hat. Ich habe also diesen Artikel an die Zeitung gesandt inklusive einiger Bilder von anderen Personen. Allerdings habe ich vergessen, daß unter Artikeln immer die Autoren genannt werden und weil die Zeitung nichts anderes wusste, haben sie meinen Namen darunter geschrieben.

Als ich dann die Zeitung in der Hand hatte, habe ich das sofort erkannt und sowohl die Bekannte, als auch die Zeitung informiert. Jetzt ist die Bekannte aber Journalistin und wirft mir vor, ich hätte das gemacht, um mich zu bereichern und meinen persönlichen Ruhm zu mehren. Sie hat jetzt - ca. 8 Monate später allerdings erst - den Verlag angeschrieben.

Wichtig ist noch, daß ich keinerlei Honorar erhalten habe, wie auch alle Personen die Fotos für den Artikel zur Verfügung gestellt haben keines erhalten haben. Bei den Fotos sind alle Copyrights korrekt genannt (da habe ich dran gedacht).

Die Zeitung hat mich jetzt gebeten, das alles noch mal darzulegen und ihnen schriftlich mitzuteilen und zwar so, daß ich schreibe: "ich habe das vergessen, das mitzuteilen". Ist ja richtig, aber ich weiss nicht, was da auf mich zukommt und die Zeitung sagt mir auch nichts. Ich nehme an, die wollen sich da komplett aus der Verantwortung ziehen, haben aber auch einfach angenommen, dass der Artikel von mir ist und das drunter geschrieben, ohne mich vorher nochmal um Bestätigung zu bitten. Weil explizit unterschrieben hatte ich den Artikel auch nicht und als Privatperson war mir die Relevanz nicht bewusst, vor allem, daß da ein Name drunter stehen wird. Mir ging es nur um die Publicity für die Tiere.

Was kann denn da jetzt auf mich zukommen, mit was muss ich rechnen und wie muss ich mich verhalten?

Ich habe schon versucht das telefonisch mit der Autorin zu regeln, aber die ist uneinsichtig.

Wichtig nochmal: ich mache das alles aus Hobby, verdiene mit garnichts in diesem Umfeld Geld (gebe statt dessen nur aus) und habe auch für den Artikel KEIN Geld oder was anderes bekommen.

Da ich nicht weiss, wie schwierig das zu beantworten ist und da ich auch finanziell nicht so stark bin, für mein Hobby auch noch teure Rechtberatung zu nehmen, habe ich mal einen geringen Betrag als Einsatz angegeben. Ich hoffe jemand hilft mir trotzdem. Wenn nicht, bin ich gerne auch bereit darüber noch zu reden.

Vielen Dank schon mal.

Achja, noch zu der Haustierrasse und dem allgemeinen Interesse vielleicht: es gibt davon ca. 300 in Westeuropa, der Großteil in Deutschland. Sie kommen aus Russland und werden dort kaum noch beachtet und sind deshalb vom Aussterben bedroht.

Noch zum Magazin: die Zeitung zahlt generell keine Honorare für Veröffentlichungen in der Art wie mein Bericht. Gelegentlich werden für spezielle Artikel Honorare von bis zu 80Euro gezahlt. Die Auflage ist für den Tierbereich relativ hoch und auf Deutschland beschränkt.
Sehr geehrter Rechtssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das Urheberrecht ist ein absolutes Recht an den eigenen Werken, das heißt an den eigenen persönlich-geistigen Schöpfungen. Es wirkt grundsätzlich gegenüber jedermann.

Allerdings können auch Bearbeitungen von Werken selbst Werkqualität erreichen, d.h. eine eigene persönlich-geistige Schöpfung sein, mit der Folge, dass daran ein eigenes Urheberrecht des Bearbeiters entsteht (§ 3 UrhG). In der Regel liegt ein solcher Fall bei einer Übersetzung vor, wenn diese Übersetzung eine eigene Werkqualität zukommt. Allerdings bleibt auch von einer solchen Bearbeitung/Übersetzung das Urheberrecht an dem zugrunde liegenden Werk unberührt (§ 3 UrhG).

Dem Urheber stehen bei Verletzung seiner Rechte an seinem Werk Schadenersatzansprüche nach § 823 BGB und ein Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch analog § 1004 BGB zu.

Wird das Urheberrecht vorsätzlich oder fahrlässig verletzt, so kann der Urheber Schadensersatz bzw. Herausgabe des erzielten Gewinnes verlangen.

Eine fahrlässige Verletzung des Urheberrechts kann schon dann gegeben, wenn Sie damit rechnen musste, dass das betreffende Werk urheberrechtlichen Schutz genießt. Fahrlässigkeit ist nur dann auszuschließen, wenn ausnahmsweise besondere Anhaltspunkte dafür vorlagen, dass der Urheber sein Werk zur allgemeinen Nutzung freigegeben hat. Dies könnte hier der Fall sein, da Ihre Bekannte ja gerade um Veröffentlichung nachgesucht hat. Allerdings lässt sich im Rahmen dieses Forums eine abschließende Bewertung dieses Punktes nicht vornehmen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt

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