Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urheberrechtsverletzung Bild

| 03.10.2016 12:29 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

ich habe als Vorstand einer gemeinnützigen Stiftung in die Webseite ein Bild aus Wikipedia eingebaut (Hochhäuser des Finanzzentrums Frankfurt), das mit der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland" dort eingestellt war. Ich habe versäumt den Urheber zu benennen.
Dieser hat mich jetzt angeschrieben ich hätte mich nach § 106 des Urheberrechtsgesetzes strafbar gemacht was vermutlich richtig ist, ich habe nicht nachgeschaut. Er verlangt seinen angeblich regulären Preis des Bildes von 446,-€ plus einen "Verletzerzuschlag" von 100%, also 892,-. Ich finde das unangemessen viel, was kann ich machen?
Die Nutzung hat übrigens keinen kommerziellen Hintergrund.
Gibt es gerichtliche Entscheidungen vergleichbarer Fälle?
Wird eine "vergessene" Namensnennung bei der Verwendung eines Bildes unter der Creative-Commons-Lizenz genauso bewertet wie ein bewusster Diebstahl eines geschützten Bildes?
Kann ich argumentieren, dass der entstandene Schaden höchsten bei 20 oder 30€ liegen kann, denn mehr hätte ich für ein Bild nie ausgegeben sondern wäre auf ein anderes ausgewichen? Der Schaden der entstanden sein mag ist einzig der, dass durch die versäumte Namensnennung keine Werbung für den Fotografen gemacht wurde.
03.10.2016 | 14:46

Antwort

von


(1940)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Während viele Gerichte bisher die versäumte Urhebernennung tatsächlich wie einen klassischen "Bilderdiebstahl" behandelt und dem Urheber sowohl eine fiktive Lizenzzahlung als auch einen Verletzerzuschlag zugesprochen haben, wird diese Praxis in einer aktuellen Entscheidung des Kammergerichts Berlin (Beschl. v. 26.10.2015 - Az.: 24 U 111/15 ) angezweifelt. Das Gericht hat vielmehr entschieden, dass das Anbieten des Fotos unter kostenloser Lizenz vermuten lässt, dass der Urheber dieses Foto gerade nicht in nennenswertem Umfang kostenpflichtig lizenzieren hätte können. Insofern müsste der Urheber hier auch beweisen, dass er das Bild tatsächlich in dem betreffenden Zeitraum für den jetzt verlangten Preis an Dritte hätte lizenzieren können. Daran scheitern die Urheber in der Praxis aber oft.

Dennoch können dem Urheber grundsätzlich Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche zustehen. Daher dürfte es hier empfehlenswert sein, eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht hierzu - die Formulierung sollten Sie aber am Besten einem Anwalt überlassen). So können Sie den Streitwert deutlich senken, falls der Urheber noch eine Klage erheben sollte. Zusätzlich sollten Sie einen angemessenen Betrag als Ausgleich des entstandenen "Werbeschadens" anbieten. 20-30 Euro dürften allerdings etwas zu knapp bemessen sein, zumindest wenn das Foto für einen längeren Zeitraum auf der Seite zu sehen war. Es kommt hierbei nämlich nicht darauf an, was Sie persönlich für das Foto ausgegeben hätten, sondern welchen Wert die Nutzung aus Sicht eines objektiven Dritten hatte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Bewertung des Fragestellers 27.11.2016 | 10:50

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Jan Wilking »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.11.2016
5/5,0

ANTWORT VON

(1940)

Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht, Miet und Pachtrecht