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Urheberrechts verletzung durch kopieren von Bildern bei Ebay

| 20.02.2009 00:44 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich habe von einem Ebay Mitglied, ( Mitglied A ) Bilder aus seiner bereits beendeten Auktion kopiert und für mein eigenes Angebot verwendet.
Einen Tag später bekam ich eine E-mail von einem anderen Mitglied, ( Mitglied B ) in welcher er behauptet ich hätte die Bilder von seiner Website kopiert und damit das Urheberrecht verletzt und ich muss ihm Schadenersatz in höhe von 200 Euro zahlen. Die Bilder habe ich sofort entfernt.

Meine Frage:
Kann Mitglied B Schadenersatz einfordern, obwohl ich die Bilder von Mitglied A kopiert habe ? Wenn ja , wie berechnet Mitglied B die Höhe des Entstandenen Schadens ?
Und muss Mitglied B beweisen, dass dadurch ein Schaden entstanden ist ?

20.02.2009 | 01:05

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

Vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Sehr gerne beantworte ich die von Ihnen gestellten Fragen zusammenfassend wie folgt:

Auch wenn Sie das Bild letztendlich nicht aus der Auktion des B, sondern aus der des A, der gar nicht Urheber dieses Fotos ist, kopiert haben, kann B grundsätzlich gegen Sie vorgehen.

Dies hat seinen Grund darin, dass B, wenn er das Bild denn nachweisbar angefertigt und bei EBay eingestellt hat, grundsätzlich die Urheberrechte an dem Bild hat.

Als Urheber des Bildes hat B dann unter anderem das Recht, vor einer Verwendung seines Bildes gefragt zu werden, da die unlizenzierte Verwendung des Bildes ohne Zustimmung des berechtigten, also vorliegend des B, eine Urheberechtsverletzung darstellt.

Es kommt also im Ergebnis nicht darauf an, von wem Sie as Bild haben, sondern nur darauf, dass Sie es im Rahmen Ihrer Auktion bei EBay OHNE ausdrückliche Genehmigung des Urheberrechtsinhabers verwendet haben.

Demnach kann B auch grundsätzlich Schadensersatz einfordern.

Wie Mitglied B die Höhe des Schadens berechnet kann ich natürlich nicht sagen, aber insoweit eine Vermutung aufstellen.

Im Bereich von Urheberrechtsverletzung bemisst sich der Schadensersatz anhand einer sog. Lizenzanalogie.

Dies bedeutet also, was würden Sie durchschnittlich für die Verwendung des Bildes als Lizenzgebühr zahlen müssen. Dieser Schadensersatzanspruch ergibt sich aus § 97 UrhG .

Unerheblich ist dabei, ob der Verletzte tatsächlich eine entsprechende Nutzungseinbuße erlitten hat. Die Entstehung eines konkreter Schaden ist also nicht erforderlich (BGHZ 77, 16 , 19ff; BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201987,%2037" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 10.07.1986 - I ZR 102/84: "Videolizenzvertrag"; Übertragung des Vermietungsrechts und Verg...">GRUR 1987, 37</a>, 39).

Ob die 200.- € gerechtfertigt ist, kann aus der Ferne im Rahmen einer Erstberatung nicht abschließend geklärt werden.

Die 200.- € sind aber nicht offensichtlich überzogen. In einem sehr aktuellen Urteil geht das LG Düsseldorf beispielsweise von einer Lizenzgebühr von 100.- € aus (LG Düsseldorf, Urteil vom 19.03.2008 - Az. 12 O 416/06 ).

Demnach rate ich ihnen an, unter Verweis auf dieses Urteil mit B über die Höhe des Schadensersatzes zu verhandeln. Sollte dieser sich weigern einzulenken und die Beauftragung eines Anwalts ankündigen, so würde ich ihnen tendenziell eher zur Zahlung raten, da B im Recht ist und Sie so nur Gefahr laufen würden, zusätzliche Anwaltskosten zu tragen.

Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch ist natürlich, dass B auch nachweisen kann, dass er das Foto ursprünglich angefertigt hat und insoweit auch die entsprechenden Urheberrechte hieran hat. Hiervon bin ich bei meiner Beantwortung ausgegangen.

Sollte ein solcher Nachweis nicht gelingen, so würden auch keine Schadensersatzansprüche bestehen. Demnach sollten Sie den B sicherheitshalber noch mal auffordern, Ihnen die Internetseite zu nennen, von der Sie es angeblich kopiert haben sollen.

B muss also nicht den Schaden beweisen (siehe oben), auf jeden Fall aber seine Urheberschaft an dem betreffenden Bild.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen noch viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagmorgen!


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

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