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Urheberrechte für DVD Lehrfilm

19.11.2017 09:31 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren
im Jahr 2005 beauftragte ich eine Firma von mir und meinen Reitschülern Filmaufnahmen für einen DVD Lehrfilm zu machen.
Diese Tätigkeit bezahlte ich damals in bar, da es nicht besonders teuer war. Die DVD Lehrfilme wurden dann auch von der Firma geschnitten. Den Text hatte ich selber besprochen. Die DVDs tragen auch meinen Namen. Also nach dem Motto "von und mit"

Der Firma, welche diese Aufnahmen damals durchführe , erlaubte ich dann auch diese Lehrfilme unter meinem Namen auf den Markt zu bringen und zu verkaufen, weil ich dies damals als Polizeibeamter , wegen einer Nebentätigkeitsverordnung nicht durfte.

Am Umsatz war ich nicht beteiligt.

Da sich diese Situation nun geändert hat, würde ich nun diese Lehrfilme unter meinem eigenen Verlag selber wieder auf den Markt bringen. Die Firma, welche damals die Aufnahmen durchführte hat diese nämlich schon vor einigen Jahren wieder vom Markt genommen.
Mein Problem ist nun, das es mir nahezu unmöglich ist, die Inhaber dieser Firma zu kontaktieren. Laut meiner Nachforschungen scheint es diese auch nicht mehr zu geben. Ich tat dies, weil ich das Gespräch suchte und eine Einigung erzielen wollte.

Nun ist meine Frage:
Verletzte ich die Urheberrechte, wenn ich diese DVD Lehrfilme nun auf den Markt bringe?
Die Firma von damals vertreibt diese nicht mehr
Die Filme werden ja über meinen Namen verkauft
Was würde drohen wenn ich verklagt werde?
Droht dann eine Haftstrafe
Wäre ich vorbestraft?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Rechtlich gesehen ist dies wirklich eine unglückliche Situation. Denn an der Herstellung eines Filmes sind in der Regel mehrere Personen beteiligt, die alle Urheber- oder Leistungsschutzrechte erlangen können, z.B. der Regisseur, der Kameramann, der Filmhersteller/Produzent und die Schauspieler. Wenn Sie den Film jetzt auf den Markt bringen, ohne diese Rechte von diesen Personen einzuholen, handelt es sich um eine gewerbsmäßige unerlaubte Verwertung, die gemäß § 108a UrhG mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann.

Entscheidend ist daher, ob Sie sich damals beim Filmdreh die Rechte aller Beteiligten haben einräumen lassen und dies im Streitfalle auch nachweisen könnten. Ist dies nicht der Fall, besteht tatsächlich theoretisch die Möglichkeit, dass einer der anderen Rechteinhaber Sie zivilrechtlich abmahnt und ggf. auch Strafanzeige erstattet. Wenn Sie eine Einräumung der Nutzungsrechte nicht nachweisen können und kein Risiko eingehen wollen, bleibt leider keine andere Möglichkeit als die am Filmdreh beteiligten Personen ausfindig zu machen und sich die Rechte für die geplante Verwertung einräumen zu lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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