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Urheberrechte Autor, Aufführungsrechte Autor


18.10.2005 13:49 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Hallo,
ich habe 2005 im auftrag eines vereines ein drehbuch für ein theaterstück geschrieben. das stück wurde bereits vom verein als
träger des theaterprojektes aufgeführt.

es wurde ein drehbuchvertrag geschlossen, in dem es heißt:
"...der autor verpflichtet sich, das drehbuch...zu schaffen und dem auftraggeber das recht zu übertragen, das drehbuch sowohl für die uraufführung 2005 als auch für aufführungen in den folgejahren zu verwenden..."
"...diesbezüglich ab 2006 eventuell anfallende vergütungsfragen werden zwischen den parteien jeweils neu verhandelt..."

aufgrund des großen - auch finanziellen - erfolges im jahr 2005
(Kartenverkauf-einnahmen für den Verein ca. 20000 €)will der verein das theaterstück 2007 oder 2008 wieder aufführen.

Meine Fragen dazu lauten:
Darf ich für die kommenden Aufführungen aufgrund meiner Urheberrechte eine prozentuale beteiligung an den zu erwartenden
Eintrittsgeldern verlangen?
Gibt es dafür gesetzliche Richtlinien, in welcher Höhe sich
eine derartige Beteiligung bewegt?
Darf ich ohne Rücksprache mit dem Verein ein eigenständiges
Buch mit meinen Fotos vom Spiel 2005 und eigenen Begleittexten
machen?
Der Verein bestreitet dies - der Verein hat mit meiner mündlichen
Zustimmung 2005 Textbücher für das Spiel drucken lassen. Im
Innencover dieser Textbücher steht der Zusatz: "Alle Rechte beim
Autor. Nachdruck, auch auszugsweise nur mit Genehmigung"

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach dem kurzen Zitat aus dem Vertrag haben Sie dem Verein sowohl für das Jahr 2005, als auch für eine nicht eingegrenzte zukünftige Zeit das Recht zur Aufführung des von Ihnen geschaffenen Theaterstückes eingeräumt. Dabei ist wohl für das Jahr 2005 eine Vergütung vereinbart worden, für die Folgejahre dagen geregelt, dass eine Vergütungsregelung jeweils erneut zu verhandeln ist.

Hierzu ist zu sagen, dass für die Zeit ab 2006 schon vertraglich ein Vergütungsanspruch Ihrerseits schon dem Grunde nach besteht, nicht aber der Höhe nach. Für diesen Fall bestimmt § 32 UrhG, dass Ihnen als Urheber ein Anspruch auf eine angemessene Vergütung zusteht. Die Angemessenheit bestimmt die Vorschrift folgendermaßen:

"Eine nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) ermittelte Vergütung ist angemessen. Im Übrigen ist die Vergütung angemessen, wenn sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses dem entspricht, was im Geschäftsverkehr nach Art und Umfang der eingeräumten Nutzungsmöglichkeit, insbesondere nach Dauer und Zeitpunkt der Nutzung, unter Berücksichtigung aller Umstände üblicher- und redlicherweise zu leisten ist."

Daraus ist abzuleiten, dass allein aufgrund Ihrer Angaben eine höhenmäßige Bestimmung der Vergütung im Rahmen dieses Forums nicht zu leisten ist, da sie von den Besonderheiten des Einzelfalles abhängt. Es wird Ihnen also kaum eine andere Möglichkeit bleiben, als von einem Kollegen vor Ort eine genaue Prüfung Ihrer Ansprüche aufgrund näherer Ermittlungen vornehmen zu lassen. Hierfür ist ggf. auch ein Auskunftsersuchen an den Verein erforderlich, um die erforderlichen Grundlagen ermitteln zu können.

Sind Sie Mitglied eine Urhebervereinigung, so kann sich die Vergütung auch aus den für diese geltenden "gemeinsamen Vergütungsregeln" im Sinne des § 36 UrhG ergeben oder durch eine Schlichtungsstelle festgelegt werden.

Was Ihre weitergehenden Fragen zur Erstellung eines eigenen Buches angeht, so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass sich diese Frage nach Ihrem Vertrag richtet. Denn es muss hierbei unterschieden werden, ob Sie dem Verein ein einfaches oder ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt haben. Beim ausschließlichen Nutzungsrecht kann Ihnen die Nutzung wiederum vorbehalten oder verwehrt sein. Auch insoweit müssten Sie den Vertrag vor Ort von einem im Urheberrecht versierten Kollegen prüfen lassen.

Allgemein läst sich zu diesem Ansinnen wiederum anmerken, dass eine Nutzung von Fotos von der Auffürhrung auch wiederum problematisch sein kann in Abhängigkeit von der Ausgestaltung des Nutzungsrechtes des Vereins. Denn es kann sich hieraus ergeben, dass Sie die Fotos nicht veröffentlichen dürfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen verdeutlichen, wie stark die Beantwortung Ihrer Fragen vom Buchstaben des zwischen Ihnen und dem Verein getroffenen Vertrages abhängt und wie wichtig daher eine genaue Prüfung des gesamten Vertragswerkes zur Bestimmung Ihrer Rechte ist.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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