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Urheberrecht verletzt trotz deutlichem Hinweis auf Verfasser

| 23.04.2009 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben vor ca. einem Jahr von openpr.de, einem Presseportal, einen Text auf unsere Website übernommen. Trotzdem wir mehrfach deutlich auf den Verfasser aufmerksam gemacht haben, will uns dieser eine Rechnung über 600 Euro Honorar stellen, die wir SOFORT bezahlen sollen, andernfalls will er klagen.

Gestern hatte er uns noch per Mail zu erpressen (so werte ich das) versucht und vorgeschlagen, wir sollten einen "Premium-Eintrag" zu 395 Euro auf seiner Website buchen und die Angelegenheit wäre erledigt.

Urheberrechtlich ist eine Verwendung ohne vorherige Zustimmung tatsächlich kritisch, sofern wir den Text nicht umformulieren. Meistens wird die kostenlose "Werbung" jedoch begrüßt. Die Wirtschaftswoche beispielsweise erlaubt direkte Links und Auszüge aus Artikeln in eigenen Worten kostenfrei und verlangt 168 Euro nur dann, wenn eine komplette Seite bzw. ein Text identisch (Scan) verwendet wird. Wir haben leider viele Passagen identisch verwendet (im festen Glauben, dann nicht gegen das Urheberrecht zu verstoßen bzw. deutlich Werbung für den Verfasser zu betreiben).

In unserem Fall stellt sich also die Frage, inwieweit sein erstes Angebot für 395 Euro inkl. Premium Eintrag und Nutzung aller Texte) die jetzt geforderten 600 Euro als unseriös darstellen und ob diese Honorarforderung nicht in der Höhe überhaupt als überhöht anzusehen ist, wenn selbst große Verlage nur ein Viertel berechnen.

Was tun, dagegen halten, zu zahlen oder sollte ich ihm ein Vergleichsangebot i.h.v. 395 Euro machen?

Vielen Dank vorab!

23.04.2009 | 12:09

Antwort

von


(513)
Groner Landstr. 59
37081 Göttingen
Tel: 05513097470
Web: http://www.Kanzlei-Lars-Liedtke.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Eine abschließende Bewertung dieses Falles ist leider nicht möglich, ohne den streitgegenständlichen Text zu kennen. Nach Ihren Sachverhaltsansgaben ist jedoch zunächst einmal davon auszugehen, dass Sie eine urheberrechtsverletzung begangen haben. Zu den urheberrechtlich geschützten Werken zählen auch Sprachwerke wie Texte, Bücher, Reden, Computerprogramme und ähnliches. Kein urheberrechtlicher Schutz erfolgt lediglich, wenn das vermeintlich Werk die notwendige Schöpfungshöhe nicht erreicht. Wegen Fehlens einer geistigen Schöpfung sind beispielsweise alltägliche Formulare, Telefonbücher und reine Informationen nicht urheberrechtlich geschützt.

Da somit davon auszugehen ist, das der von Ihnen verwendete Text urheberrechtlich geschützt ist, obliegt allein dem Urheberrechtsinhaber die Verwertung des Werks, vor allem die Vervielfältigung und Verbreitung. Wer ohne Einwilligung des Urheberrechtsinhabers dieses Werk verbreitet, verletzt das Urheberrecht. Hierbei macht es keinen Unterschied, dass Sie den Urheberrechtsinhaber dabei namentlich nennnen, sondern umgekehrt: Nennen Sie ihn nicht, können Sie sich jedoch noch erweiterten Schadensersatzansprüchen aussetzen.

Im Falle einer Urheberrechtsverletzung kann der Verletzte vom Schädiger Auskunft, Unterlassung und Schadensersatz verlangen.

Auch die Höhe des Schadensersatzes kann hier nicht abschließend beurteilt werden, ohne den Fall in seinen sämtlichen Details zu kennen. Da Urheberrechtsverletzungen jedoch regelmäßig sehr hohe Gegenstandswerte haben, ist ein Betrag in Höhe von 600 € durchaus realistisch und eher im unteren Bereich anzusiedeln. Selbstverständlich sollten Sie zunächst versuchen einen Vergleich, der für Sie günstiger ist.

Sollte der Gegner nicht vergleichsbereit sein, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie erkennen den Anspruch außergerichtlich in voller Höhe an und begleichen den Betrag oder Sie lassen es auf eine Klage ankommen. Welches Vorgehen hier ratsam ist, lässt sich erst nach einer ausführlichen Prüfung des Falles bewerten. Dann nämlich kann erst abgeschätzt werden, ob und wie eine Verteidigung gegen diese Ansprüche erfolgreich sein kann.

Abschließend empfehle ich Ihnen daher, die Erfolgsaussichten bezüglich einer Verteidigung gegen die Ansprüche durch einen Rechtsanwalt umfassend prüfen zu lassen. Die Beauftragung eines Rechtsanwalts kann auch im Rahmen der Vergleichsverhandlungen sehr vorteilhaft sein. Gleiches gilt, falls die Gegenseite von Ihnen die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung verlangt. Denn diese sollte im Wortlaut zwingend überprüft und ggf. abgeändert werden, bevor Sie sie unterschreiben.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Sollten Sie im weiteren Verlauf der Angelegenheit einen Rechtsanwalt beauftragen wollen, könnenn Sie sich gern an mich wenden.


Rechtsanwalt Lars Liedtke

Bewertung des Fragestellers 24.04.2009 | 09:39

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