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Urheberrecht - onlinenutzung eines Bildes

21.06.2016 21:54 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Auf unserer kommerziellen Internetseite haben wir ein Bild verwendet, das wir uns von pixelio.de, einer kostenlosen Bilddatenbank geladen haben. Dort wird die redaktionelle Nutzung der eingestellten Bilder durch eine Lizenzvereinbarung erlaubt. Für einige Bilder ist auch eine kommerzielle Nutzung erlaubt.
Wir haben vergessen, auf unserer Seite einen Verweis auf pixelio und den Urheber anzugeben.

Das Bild ist jetzt nicht mehr bei pixelio.de eingestellt.
Wir haben aber zwei Internetseiten gefunden, die dasselbe Bild zeigen mit Verweis auf pixelio.de und auf einen Kurznamen des Urhebers. Es muss also dort gelistet worden sein.

Jetzt haben wir eine Abmahnung erhalten von der Kanzlei Pixellaw, die den angeblichen Urheber vertritt. Uns wird Verletzung des Urheberrechts vorgeworfen sowie die fehlende Angabe des Urhebers auf unserer Seite.

Wir werden zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert.
Geforderte Zahlungen: Schadenersatz: €300, Ersatz Dokumentationskosten: €47,60 und Rechtsverfolgungskosten: €650,34

Fragen:
* Können wir uns auf die Bereitstellung des Bildes über pixelio berufen?
* Besteht unser Fehler NUR in der nicht Kenntlichmachung des Urhebers auf unserer Seite?
* Sind die geforderten Zahlungen zu hoch?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich enthalten die kostenfreien Lizenzen von pixelio regelmäßig die Bedingung, dass der Urheber an bestimmter Stelle im Rahmen der Nutzung genannt wird. Dies soll dem Fotografen, der die Nutzung seiner Werke kostenfrei erlaubt, zumindest den Werbeeffekt sichern.

Haben Sie diese Pflicht zur Urhebernennung nicht beachtet, erfolgte die Nutzung nicht im Rahmen der Lizenz und es lag damit eine abmahnfähige Urheberrechtsverletzung vor. Dies wurde von Gerichten bereits mehrfach bestätigt.

Wenn Sie nicht nachweisen können, dass das Bild zur kommerziellen Nutzung ohne Urhebernennung freigegeben wurde, hat der Urheber Sie völlig zu Recht abmahnen lassen. Sie sollten dann auf jeden Fall den Unterlassungsanspruch durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung erfüllen, um ein teures gerichtliches Verfahren zu vermeiden (das Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verlieren würden). Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie das Bild vor der Abgabe der Erklärung von Ihrer Seite und auch vom Server selbst löschen - denn auch eine nur noch über einen Serverlink abrufbare Bilddatei verstößt gegen die Unterlassungserklärung und löst die Vertragsstrafe aus.

Daneben besteht auch ein Anspruch des Urhebers auf Ersatz seiner Rechtsverfolgungskosten und Schadensersatz. Ob diese in der Höhe gerechtfertigt sind, hängt u.a. von Nutzungsdauer, Größe der genutzten Bilddatei und Zahl der regelmäßigen Abrufe der Internetseite ab - denn der Schadensersatz wird in der Regel im Rahmen der Lizenzanalogie ermittelt und dabei auf Honorarvorschläge wie die MFM zurückgegriffen. Die Höhe der Anwaltsgebühren richtet sich dagegen nach dem Gegenstandswert. Sowohl die Berechnung des fiktiven Honorars als auch des Gegenstandswertes (in Ihrem Fall dürften es 7.000,- € sein) werden vom Abmahnenden meist eher hoch angesetzt, hier besteht üblicherweise noch Verhandlungsspielraum.

Grundsätzlich empfiehlt sich in einem solchen Fall das Einschalten eines in diesem Rechtsgebiet erfahrenen Anwalts, der für Sie sowohl eine passende modifizierte Unterlassungserklärung entwerfen als auch die Höhe der Forderungen überprüfen und ggf, absenken kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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