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Urheberrecht bzgl. alter Bücher

| 26.04.2015 21:04 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte alte Geschichten (wie z.B. die Märchen der Gebrüder Grimm) neu verlegen.

Soweit mir bekannt ist, sind Bücher 70 Jahre nach dem Tod des Autors gemeinfrei und die Originaltexte können auch für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Verstoße ich gegen das Urheberrecht, oder andere Rechte, wenn ich die Texte von Projekt Gutenberg-DE verwende?

Laut Wikipedia hat die Firma Hille+Partner die Rechte auf die elektronisch aufbereiteten Public-Domain-Texte. http://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_Gutenberg-DE

Auf der Seite von Projekt-Gutenberg (http://gutenberg.spiegel.de/information) steht unter "Copyright/Nutzung der Werke":

"Alle Bücher im Projekt Gutenberg-DE sind nach unserem besten Wissen frei von Urheberrecht."

Aber es steht auch weiter unten, im gleichen Abschnitt:
"Bei einer kommerziellen Nutzung des Textbestandes, auch in Teilen, für elektronische Lesegeräte, Mobiltelefone, Nachdruck und Anderes bitten wir uns eine Lizenzgebühr aus."

Muss diese Lizenzgebühr bezahlt werden oder ist es mehr eine freiwillige Leistung?

Wie sieht es aus, wenn der Text der Geschichte leicht abgeändert wird, die Struktur und der Inhalt aber erhalten bleibt? Zum Beispiel indem man eine neue Wortwahl in den Sätzen verwendet und den Satzbau abändert?

Darf ein solcher, abgeänderter Text ohne bedenken publiziert werden?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung


Einsatz editiert am 27.04.2015 18:05:26
28.04.2015 | 00:28

Antwort

von


(124)
Westliche Karl-Friedrich-Str. 56
75172 Pforzheim
Tel: 07231 58936-0
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es trifft zu, dass das Urheberrecht an Sprachwerken wie z. B. Büchern gemäß § 64 UrhG siebzig Jahre nach dem Tode des Urhebers erlischt. Das Werk ist ab diesem Zeitpunkt gemeinfrei und kann von jedermann frei verwertet werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie die Texte von Projekt Gutenberg einfach übernehmen können.

Bei dem von Ihnen genannten Projekt Gutenberg handelt es sich um eine Sammlung von (gemeinfreien) Werken, die als Datenbank im Sinne von § 87a UrhG selbständig urheberrechtlichen Schutz genießt, weil das Digitalisieren von Büchern und ihre Bereitstellung in elektronischer Form mit einigem finanziellen Aufwand verbunden ist.

Gemäß § 87b Abs. 1 UrhG hat der Datenbankhersteller das ausschließliche Recht, die Datenbank insgesamt oder einen nach Art oder Umfang wesentlichen Teil der Datenbank zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Daher wäre es unzulässig, eine erhebliche Anzahl der vom Datenbankhersteller digitalisierten Bücher zu kopieren.

Vorsicht ist aber auch bei der Übernahme nur einzelner Texte zur eigenen Veröffentlichung geboten. Nach der genannten Vorschrift ist nämlich die wiederholte und systematische Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Wiedergabe von nach Art und Umfang unwesentlichen Teilen der Datenbank ebenfalls unzulässig, sofern diese Handlungen einer normalen Auswertung der Datenbank zuwiderlaufen oder die berechtigten Interessen des Datenbankherstellers unzumutbar beeinträchtigen.

Bei der vom Datenbankhersteller erbetenen Lizenzgebühr handelt es sich also keineswegs um eine freiwillige Leistung.

Eine nur geringfügige Abänderung der kopierten Texte führt nicht dazu, dass Ihr Vorhaben zulässig wird. Auf der sicheren Seite sind Sie nur dann, wenn Sie entweder eine angemessene Lizenzgebühr bezahlen oder die alten Bücher selbst digitalisieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Henning Twelmeier

Nachfrage vom Fragesteller 28.04.2015 | 18:34

Sehr geehrter Herr Twelmeier,

viele Dank für Ihre schnelle und umfangreiche Antwort. Allerdings stellt sich mir noch die Frage was unter "geringfügige Abänderung" zu verstehen ist. Mir ist bewusst, dass das natürlich Auslegungssache ist.

Wie ist es, wenn die Geschichte in eigenen Worten nachgeschrieben wird? Wenn also die Struktur der Geschichte zwar erhalten bleibt, aber in den eigenen Worten wiedergegeben wird.

Wir sprechen also nicht von trivialen Änderungen (z.B. ein "und" durch ein "oder" ersetzen) sondern von umfangreichen, grammatikalischen Änderungen im Satzbau, der verwendeten Worte und im Umfang der Geschichte (hinzufügen, weglassen von Details).

Dann sollte es sich doch um eine Neuinterpretation handeln? Die Geschichte wäre an sich gleich, aber in eigenen Worten gefasst. So sollte man doch auch wirklich sicher sein?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung


PS: (Dies bezieht sich auf den letzten Abschnitt der oben gestellten Frage:
"Wie sieht es aus, wenn der Text der Geschichte leicht abgeändert wird, die Struktur und der Inhalt aber erhalten bleibt? Zum Beispiel indem man eine neue Wortwahl in den Sätzen verwendet und den Satzbau abändert?")

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.04.2015 | 20:02

Sehr geehrter Fragesteller,

nach § 87b Abs. 1 UrhG hat allein der Datenbankhersteller das Vervielfältigungsrecht. Wenn Sie ohne entsprechende Erlaubnis wiederholt und systematisch oder in großem Umfang die Texte von Büchern aus der Datenbank kopieren (zum Beispiel durch Herunterladen und Speichern auf einem eigenen Datenträger, aber auch durch manuelles Abschreiben), greifen Sie in das ausschließliche Vervielfältigungsrecht des Datenbankherstellers ein. Dieser Eingriff wird nicht dadurch rechtmäßig, dass Sie die kopierten Texte später zur Grundlage für eine mehr oder weniger umfassende Neuinterpretation machen.

Mit freundlichen Grüßen

Henning Twelmeier

Bewertung des Fragestellers 30.04.2015 | 14:13

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"Auf die Fragen wurde nur sehr vage und allgemein geantwortet.
Es fehlen konkrete Besipiele, um den Sachverhalt für einen Laien verständlich zu machen.

Bei Nachfragen wird nur kurz mit einem Gesetzestext geantwortet, ohne dabei auf die gestellte Frage einzugehen.

Es ist weiterhin unklar wie das Urheberrecht bei gemeinfreien Texten greift.

Herr Twelmeier spricht davon, dass die Texte selbst digitalisert werden müssen. Aber was meint er damit konkret? Wo liegt der Unterschied, ob man den gemeinfreien Text aus dem Internet abtippt oder von einem Buch? Wo liegt der Unterschied zwischen abtippen und "copy&paste"?

Ich bin nach der Antwort von Herrn Twelmeier auch nicht schlauer als vorher."
Stellungnahme vom Anwalt:
Die Erwartungshaltung des Fragestellers steht in keinem Verhältnis zum ausgelobten Einsatz. Der Fragesteller verkennt, dass diese Plattform nur der ersten Orientierung dient und nicht der abschließenden Klärung von schwierigen Rechtsfragen.
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 30.04.2015
1,8/5,0

Auf die Fragen wurde nur sehr vage und allgemein geantwortet.
Es fehlen konkrete Besipiele, um den Sachverhalt für einen Laien verständlich zu machen.

Bei Nachfragen wird nur kurz mit einem Gesetzestext geantwortet, ohne dabei auf die gestellte Frage einzugehen.

Es ist weiterhin unklar wie das Urheberrecht bei gemeinfreien Texten greift.

Herr Twelmeier spricht davon, dass die Texte selbst digitalisert werden müssen. Aber was meint er damit konkret? Wo liegt der Unterschied, ob man den gemeinfreien Text aus dem Internet abtippt oder von einem Buch? Wo liegt der Unterschied zwischen abtippen und "copy&paste"?

Ich bin nach der Antwort von Herrn Twelmeier auch nicht schlauer als vorher.


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