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Urheberrecht bei überarbeiteten gemeinfreien Werken

19.06.2018 13:05 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,
ein kleiner Verlag plant einige längst vergriffene, gemeinfreie Bücher in überarbeiteter Form neu herauszubringen. Die Autoren der Bücher sind seit mehr als 70 Jahren verstorben. Die Verlage, in denen die Bücher erschienen waren, existieren schon lange nicht mehr, und soweit uns bekannt ist, gibt es auch keine Rechtsnachfolger. Geplant ist, die in Fraktur gesetzten Bücher in lateinische Schrift und neue deutsche Rechtschreibung zu transkribieren und mit einem Vorwort und evtl. ergänzenden Anhängen auszustatten.

Entsteht durch die Überarbeitung (Transkription und Anpassung an moderne Grammatik und Orthographie) ein neues Urheberrecht auf den überarbeiteten Text? Oder kann auch in solch einem Fall nur Urheberrechtsschutz für Vorwort und evtl. Anhänge geltend gemacht werden?

In einem Einzelfall sollen nur Rechtschreibung und Grammatik angepasst werden, ohne dass der Text transkribiert werden muss. Besteht dann Urheberrechtsschutz für den neuen Text?

Vielen Dank!
19.06.2018 | 14:03

Antwort

von


(1940)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
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Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Urheberrechtsschutz von Bearbeitungen ist in § 3 UrhG geregelt:

"Übersetzungen und andere Bearbeitungen eines Werkes, die persönliche geistige Schöpfungen des Bearbeiters sind, werden unbeschadet des Urheberrechts am bearbeiteten Werk wie selbständige Werke geschützt. Die nur unwesentliche Bearbeitung eines nicht geschützten Werkes der Musik wird nicht als selbständiges Werk geschützt."

Das Gesetz unterscheidet also zwischen einer schöpferischen und einer nicht-schöpferischen Übersetzung bzw. Bearbeitung. Die nicht-schöpferische Umgestaltung beruht allein auf "handwerklichem" Geschick und weist keine individuellen Züge auf. Dies trifft auf eine möglichst originalgetreue Übersetzung zu, beispielsweise von öffentlichen Dokumenten wie Gesetzen oder Gerichtsurteilen oder aber Bedienungsanleitungen. Veränderungen zum Original unterliegen in diesem Fall nicht dem Urheberrecht und sind nicht schutzfähig. Anders sieht es bei der schöpferischen Umgestaltung aus, bei der die Bearbeitung einen individuellen Charakter besitzt. In der Praxis genießen daher Fachübersetzungen meist keinen eigenen urheberrechtlichen Schutz, Übersetzungen literarischer Werke und dabei vor allem Gedichte dagegen in der Regel schon.

Eine seriöse Einschätzung allein aufgrund Ihrer Angaben ist daher leider nicht möglich, tatsächlich müssten hierfür das Originalwerk und die überarbeitete Fassung verglichen werden. Es kommt wie oben ausgeführt darauf an, wie viel kreativer Spielraum im Rahmen der Überarbeitung besteht und inwieweit dieser ausgenutzt wurde. Eine Anpassung an bestehende Rechtschreib- und Grammatikregeln ist eine rein handwerkliche Tätigkeit und genießt daher wohl keinen Urheberrechtsschutz, ebenso wenig eine buchstabengetreue Transkription. Besteht aber Spielraum bezüglich der Übertragung von Textpassagen oder einzelner Begriffe in eine moderne sprachliche Fassung, kommt ein Urheberrechtsschutz theoretisch in Betracht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

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