Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.147
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urheberrecht bei Veröffentlichung von Recherche

| 05.05.2009 13:38 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Sehr geehrte Damen und Herren,

als Hobbyhistoriker, arbeite ich die Firmengeschichte einiger Unternehmen auf. Diese Firmen waren in einer Stadt ansässig. Die älteste Firma wurde 1829 gegründet. Weitere Firmen wurden um 1900 gegründet, Auf Grund diverser Insolvenzen und Fusionen waren bis 1945 noch zwei Unternehmen am Ort. Beide Unternehmen wurden nach dem Krieg in einen VEB zusammengefasst. Dieser wiederum, wurde nach der Wende mehrfach verkauft bzw. als Tochterunternehmen in einen neuen Konzern eingebettet.

Nach Angaben des aktuellen Betriebes liegen alle, auch historischen Rechte bei der neuen Konzerngesellschaft.

Meine Recherchen beziehen sich im wesendlichen auf die Zeit bis 1945.

Nun meine Fragen:
- In wieweit kann ich meine recherchierten Informationen veröffentlichen, z.B. als Buch, Zeitschriftenartikel oder auf einer Internetseite? Was muss ich dabei evl. beachten?
- Wie sieht es hierbei mit der Verwendung von eigenen Fotos der Produkte aus?
- Können Kopien von oder aus alten Katalogen, Zeitschriften oder anderen Dokumentationen z.B. Briefbögen, Rechnungen, Werbekarten etc. in die Veröffentlichungen übernommen werden? Reichen dabei Quellenangaben aus oder benötige ich die Genehmigung des Herausgebers?


Ich bedanke mich für Ihre Informationen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich anhand der vorliegenden Informationen wie folgt beantworten:

1. Grds. können Sie eigenständig recherchierte Informationen zu der Firmenhistorie in den von Ihnen genannten Formen frei publizieren, sofern diese Publikation als eigenständiges urheberrechtliches Werk im Sinne des Urheberrechtsgesetzes zu qualifizieren ist. Unzulässig wäre es, bereits zuvor von Dritten zusammengestellte und/oder veröffentlichte Informationen 1:1 zu übernehmen. Sofern Ihre Publikation aber eine eigene geistige Schöpfung beinhaltet, ist sie als neues urheberrechtliches Werk schützenswert.
Es gilt sodann zu beachten, dass die veröffentlichten Informationen zum einen "wahr" sind, also den historischen Gegebenheiten entsprechen. Falsche Informationen, insbesondere, wenn sie geeignet sein können, eine rufschädigende Wirkung zu haben, können Unterlassungsansprüche auslösen (ggf. können Sie sogar eine strafrechtliche Relevanz haben).
Daneben gilt es z.B. auch, das Persönlichkeitsrecht zu beachten, sofern Sie beabsichtigen, konkrete Personen namentlich zu benennen. Hier ist stets abzuwägren, ob die namentliche Nennung der entsprechenden Personen von einem korresponiderenden Informationsinteresse der Öffentlichkeit getragen wird. Dies wird um so weniger der Fall sein, je mehr die Benennung der Person diese in Ihrer Privat- oder sogar Intimsphäre betrifft.

2. Die Verwendung eigener Fotos ist aus urheberrechtlicher Sicht zunächst unproblematisch, da Sie ja der entsprechende Urheber sind. Sofern die Fotos Produkte zeigen, die einem aktuell bestehenden marken- oder geschmacksmusterrechtlichen Schutz unterliegen, fehlt es regelmäßig an der erforderlichen Konkurrenzsituation bzw. an der Verwechslungsgefahr: Weder vertreiben Sie ein eigenes ähnliches Produkt, noch dürfte es der Fall sein, dass Sie durch die Verwendung der Produktfotos am "guten Ruf" des am Produktes ggf. bestehenden Schutzrechtes zu partizipieren versuchen.

3. Bei der Übernahme von Kopien von oder aus alten Katalogen, Zeitschriften oder den anderen genannten Dokumentationen ist stets danach zu fragen, ob es sich bei dem übernommenen Schriftstück um ein eigenes urheberrechtlich geschütztes Werk handelt. Zu verneinen dürfte dies in der Regel bei Briefbögen und Rechnungen sein. Alle anderen genannten Beispiele sind einem urheberrechtlichen Schutz grds. zugänglich, so dass sich die Zulässigkeit ihrer Veröffentlichung nach § 51 UrhG richtet, wobei in Ihrem Fall dessen Nr. 1 einschlägig sein dürfte. Zu fragen ist daher immer danach, ob die Veröffentlichung auch in ihrem konkreten Umfang noch von dem besonderen Zweck - die Erläuterung des Inhalts - umfasst wird. Die Übernahme von Kopien ganzer Kataloge könnte hier zuviel des Guten sein, die anderen von Ihnen genannten Beispiele sind grds. möglich. Gemäß den Voraussetzungen des § 63 UrhG sind derlei Zitate stets mit einer entsprechenden Quellenangabe zu versehen; eine Genehmigung des Urhebers ist aus urheberrechtlicher Sicht nicht erforderlich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.05.2009 | 09:56

Sehr geehrter Herr Mauritz,
vielen dank für Ihre Informationen.
Meine Fragen bezogen sich auf Recherchearbeiten vor 1945. Sind Ihre Ausführungen auch auf Recherchearbeiten von 1945 bis ca, 1989 (Wendezeit bzw. endgültige Abwicklung von VEB Betrieben) anwendbar oder sind hierbei andere Rechtsvorschriften zu beachten?
Ich bedanke mich für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2009 | 14:23

Sehr geehrter Fragesteller,

die Vorschriften insbesondere des UrhG sind auch auf vor dem 03.10.1990 geschaffene Werke und Leistungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR anzuwenden, so dass obige Ausführungen grds. entsprechend gelten.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.05.2009 | 16:36

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt: