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Urheberrecht - Zeitungsartikel


18.01.2005 13:06 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von



Hallo, ich bemühe mich zusammen mit Freunden weltweit um den Erhalt einer seltenen Pferderasse. Hierbei habe ich von einer Bekannten aus Frankreich einen Bericht per Fax bekommen und Sie hat mir telefonisch mitgeteilt, daß ich ihn doch gerne uach versuchen kann in Deutschland zu publizieren. Ich habe ihn daraufhin übersetzt und erst mal allerdings keine Gelegenheit gehabt. Ca. 1 Jahr später bot sich dann die Gelegenheit, weil ein Magazin sich dafür interessiert hat. Ich habe also diesen Artikel an die Zeitung gesandt inklusive einiger Bilder von anderen Personen. Allerdings habe ich vergessen, daß unter Artikeln immer die Autoren genannt werden und weil die Zeitung nichts anderes wusste, haben sie meinen Namen darunter geschrieben.

Als ich dann die Zeitung in der Hand hatte, habe ich das sofort erkannt und sowohl die Bekannte, als auch die Zeitung informiert. Jetzt ist die Bekannte aber Journalistin und wirft mir vor, ich hätte das gemacht, um mich zu bereichern und meinen persönlichen Ruhm zu mehren. Sie hat jetzt - ca. 8 Monate später allerdings erst - den Verlag angeschrieben.

Wichtig ist noch, daß ich keinerlei Honorar erhalten habe, wie auch alle Personen die Fotos für den Artikel zur Verfügung gestellt haben keines erhalten haben. Bei den Fotos sind alle Copyrights korrekt genannt (da habe ich dran gedacht).

Die Zeitung hat mich jetzt gebeten, das alles noch mal darzulegen und ihnen schriftlich mitzuteilen und zwar so, daß ich schreibe: "ich habe das vergessen, das mitzuteilen". Ist ja richtig, aber ich weiss nicht, was da auf mich zukommt und die Zeitung sagt mir auch nichts. Ich nehme an, die wollen sich da komplett aus der Verantwortung ziehen, haben aber auch einfach angenommen, dass der Artikel von mir ist und das drunter geschrieben, ohne mich vorher nochmal um Bestätigung zu bitten. Weil explizit unterschrieben hatte ich den Artikel auch nicht.

Was kann denn da jetzt auf mich zukommen, mit was muss ich rechnen und wie muss ich mich verhalten.

Ich habe schon versucht das telefonisch mit der Autorin zu regeln, aber die ist uneinsichtig.

Wichtig nochmal: ich mache das alles aus Hobby, verdiene mit garnichts in diesem Umfeld Geld (gebe statt dessen nur aus) und habe auch für den Artikel KEIN Geld oder was anderes bekommen.

Da ich nicht weiss, wie schwierig das zu beantworten ist und da ich auch finanziell nicht so stark bin, für mein Hobby auch noch teure Rechtberatung zu nehmen, habe ich mal einen geringen Betrag als Einsatz angegeben. Ich hoffe jemand hilft mir trotzdem. Wenn nicht, bin ich gerne auch bereit darüber noch zu reden.

Vielen Dank schon mal.

Achja, noch zu der Pferderasse und dem allgemeinen Interesse vielleicht: es gibt davon ca. 300 Pferde in Westeuropa, der Großteil in Deutschland. Sie kommen aus Russland und werden dort kaum noch beachtet und sind deshalb vom Aussterben bedroht.

Noch zum Magazin: die Zeitung zahlt generell keine Honorare für Veröffentlichungen in der Art wie mein Bericht. Gelegentlich werden für spezielle Sachen Honorare von bis zu 80Euro gezahlt. Die Auflage ist für den Pferdebereich relativ hoch und auf Deutschland beschränkt.
18.01.2005 | 14:43

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

aus meiner Sicht müssen Sie keine ernsthaften Sanktionen befürchten.

Sollte die Gegenseite Schadenersatzansprüche geltend machen wollen, müsste sie einen Schaden darlegen. Nach dem, was Sie geschrieben haben, ist aber niemandem ein Schaden entstanden. Auch sind Sie nicht bereichert, sodass Sie auch nichts "zurückzahlen" müssen.

Auch eine Unterlassungsverfügung erscheint nicht sachgerecht, da nicht zu befürchten ist, dass sich der Vorgang wiederholt.

Einen Verstoß gegen das Pressegesetz vermag ich nicht zu erkennen. Dies steht jedoch unter dem Vorbehalt dass die Pressegesetze Landesgesetze sind und mir Ihr Bundesland nicht bekannt ist. Der Regelungsgehalt der Pressegesetze in den Ländern ist aber in den Grundzügen gleich.

Zudem trifft die Presse eine Verpflichtung, die von Ihnen veröffentlichten Artikel auf Ihren Urheber und Inhalt zu überprüfen. Aus diesem Grund trifft hier jedenfalls die Presse ein Verstoß.

Sie haben ja unmittelbar, nachdem Sie den Vorfall bemerkt haben, eine Anzeige an Verlag und ihre Bekannte gemacht und den Artikel danach nicht anderweitig veröffentlicht.

Was die Aufforderung der Zeitung angeht, würde ich eine Stellungnahme knapp halten und Bezug nehmen auf das, was ohnehin schon bekannt ist, also keine weitere - eigene - Darstellung abgeben. Nehmen Sie also Bezug auf Ihre Anzeige vor einem Jahr, die sie dem Magazin und Ihrer Bekannten unverzüglich gemacht haben.

Die Angelegenheit sollte damit erledigt sein.

Bedenken Sie bitte auch, dass der Vorfall grenzüberschreitend ist, also eine etwaige Geltendmachung einer Rechtsverletzung aus Frankreich erfolgen müsste. Dies ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Nach Ihrer Schilderung bewegt sich der Fall aber im Bagatellbereich. Deswegen wäre eine etwaige Rechtsverfolgung auch wirtschaftlich unverhältnismäßig.

Sollten Sie von dem Vorfall dann doch noch weitere Nachricht bekommen, können Sie sich gern nochmals mit mir - oder einem anderen Anwalt - in Verbindung setzen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt aus Hannover
tarneden@wieck-zimmermann.de



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