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Urheberrecht - Youtube Monetarisierung (Kunst / Unterrichtung)

| 01.04.2014 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Guten Abend,

ich habe eine Frage zum Urheberrecht. Vorweg eine kurze Erläuterung:
Ich selbst nehme mir bekannte !!Charaktere!! aus Manga / Comic, wie Naruto, Pokemon und viele viele andere Mangas (natürlich mit unterschiedlichen Autoren) als Vorlage und male sie (nur einzelne Charaktere, nicht den Manga selbst). Dieses Video vermarkte ich dann auf der Videoplattform Youtube in dem ich zeige, wie diese Figur gezeichnet wird. Dieses Video "monetarisiere" ich dann. Das heißt, dass ich es zur kommerziellen Verwendung nutze und damit Geld verdiene, in dem ich Werbung schalte und es mit Adsense verknüpfe. Ich benutze meine eigene Kammera, keine Musik; nur meine Stimme, Zeichenutensilien und den bereits von einem anderen Autor erfunden Charakter.

Meine Erläuterungen werden durch folgendes Beispiel, anhand des Links, gut dargestellt.
https://www.youtube.com/watch?v=-bRSNRv1LmM

Dieser junge Mann hat sämtliche Videos monetarisiert (mit Werbung versehen) und hat bereits einen nennenswerten Bekanntheitsgrad erreicht. Falls die oben erwähnte Vorgehensweise nicht legal ist, müsste er bereits Abmahnungen im umfangreichen Maß erhalten haben und eigentlich längst Privatinsolvenz angemeldet haben.

Frage: Verstoße ich nicht gegen die Urheberrechte des Erfinders dieser einzelnen Charaktere (Naruto,Pokemon etc.) und kann somit sowohl zivilrechtlich und strafrechtlich verfolgt werden oder ist dies eine Art "Kunst" oder "Unterrichtung der Zuschauer", die es erlaubt, eine fremde Figur mir eigen zu machen, sie selbst neu zu zeichnen und damit Geld zu verdienen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Einen Verstoss gegen das Urheberrecht sehe ich nicht als gegeben an.

Eine strafrechtliche Relevanz können Sie von vornherein ausschliessen.

Zivilrechtlich sieht es wie folgt aus: Die Vervielfältigung, Bearbeitung, öffentliche Zugänglichmachung etc. bedürften grundsätzlich der Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers.Die Materie ist nicht immer ganz eindeutig zu beantworten-das Nachzeichnen fällt zunächst unter keine der Kategorien,insb. wenn es ein Akt eigener Schöpfung ist. Und genau davon reden wir,wenn es um einen "Zeichenkurs" geht.Im Gegensatz zur verbotenen Vervielfältigung liegt ein eigenes Werk vor.Sollte jedoch eine "Veränderung" des Werkes damit einhergehen,bräuchten sie dennoch wieder das Einverständnis des Rechteinhabers.Gleiches gilt,wenn derSchwerpunkt auf der verbreitung liegt-beider kann man mit guten Gründen verneinen. Vorsorglich kann es zwar nicht schaden, die Genehmigungen versuchen einzuholen, dies ist in der Praxis aber oft schwer.Sie soltlen die Videos sicherheitshalber dahingehend beschriften, dass die Rechte weiterhin bei den Inhabern liegen und Ihre Video ausdrücklich als "how-to" kennzeichnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Asthoff

Rückfrage vom Fragesteller 01.04.2014 | 23:27

Was meinen sie ganz genau mit "Veränderung" und "Verbreitung"?

Genauer gesagt nehme ich mir zum Beispiel das Pokemon "Pikachu" und bearbeite es in der Hinsicht, dass ich es in verschiedenen Positionen oder Situationen zeichne und dem Publikum auf Youtube Schritt für Schritt zeige. Somit wird der ursprüngliche Charakter bearbeitet und nicht umbedingt treu original "nachgezeichnet". In diesem Prozess verändere ich natürlich den Charakter nicht an sich selbst, sondern nur seine Darstellungsweise (Position, Situation).

Das Medium, dass ich für die Veröffentlichung nutze ist Youtube als Videoplattform und somit verbreite ich das neue Werk schließlich mehrere tausend Male auf fremde Rechner.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so liegt im Falle meiner interpretierten Sichtweise der Worte "Veränderung", "Bearbeitung" und "Verbreitung" somit eine Urheberrechtsverletzung ohne die Genehmigung / Einverständnis des Urhebers vor und darf sie also nicht auf Youtube hochladen und damit Geld verdienen.

(Entschuldigen Sie die haarspaltige Nachfrage, denn ich bin steuerlich versiert und lege das Gesetz wie Sie sehr wortgenau aus.)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.04.2014 | 14:33

Die Position, Situation dürfte an sich keine Veränderung darstellen. Anders , wenn Sie z.B. einer Figur statt langen Haaren eine Glatze zeichnen.

Das Urheberrecht ist leider in seiner Ausgestaltung nicht immer sehr eindeutig bzw. auslegungsbedürftig. Im besten Fall versuchen Sie das Einverständnis der Rechteinhaber einzuholen, was ich empfehle. Sollten Sie darauf verzichten, sehe ich dennoch kein grosses Risiko.

Bewertung des Fragestellers 02.04.2014 | 15:38

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