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Urheberrecht Illustrationen


| 17.04.2017 11:06 |
Preis: 40,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Zusammenfassung: Zum Urheberrecht beim Upcycling


Meine Frage bezieht sich auf das Urheberrecht von Buchillustrationen, wenn diese im Zuge des derzeitigen Upcycling-Trends für eigene Produkte verwendet und auch verkauft werden (auf Handmade-Plattformen wie z.B. Etsy). Greift auch hier die Regelung, dass der Illustrator 70 Jahre tot sein muss? Können darüberhinaus Verlagsrechte vorhanden sein?
Im konkreten Fall werden kaputte Kinderbücher verwendet, um mit Ausschnitten der Buchinnenseiten die Einbände selbstgebundener Notizbücher und -hefte zu gestalten. Vielen Dank für Ihren aussagekräftigen Hinweis.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit die Illustrationen urheberrechtlich geschützt sind (wovon in der Regel auszugehen ist), greifen Sie mit Ihrem Vorhaben in die Verbreitungsrechte des Urhebers ein. Sie brauchen daher grundsätzlich dessen Zustimmung oder müssen abwarten, bis es gemeinfrei wird (derzeit 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, bei älteren Werken können aber wegen zahlreicher Gesetzesänderungen noch andere, auch kürzere Fristen gelten). Daneben können auch Verlagsrechte bestehen, die aber keine längeren Schutzfristen haben.

Es gibt hiervon aber eine Ausnahme, den so genannten Erschöpfungsgrundsatz (§ 17 Absatz 2 UrhG). Dieser besagt u.a., dass ein in der EU oder dem EWR legal gekauftes Buch auch ohne Zustimmung weiterverbreitet werden darf. Dies dient in erster Linie dazu, dass Sie Ihr gekauftes Kinderbuch auch ohne Einwilligung weiterverkaufen dürfen. Allerdings berufen sich auch einige Anbieter im Upcycling-Bereich auf diese Ausnahmeregelung. Dies halte ich aber juristisch für angreifbar, wenn wie in Ihrem Fall nur einzelne Seiten des Buches aus dem Zusammenhang gerissen und in anderem Kontext auf einem anderen Medium neu verwendet werden. Aufgrund dieser Veränderung halte ich hier die Ausnahmeregelung der Erschöpfung nicht für einschlägig (vgl. auch EuGH, Az. C‑419/13).

Kurz gesagt: Wenn Sie rechtlich auf der sicheren Seite sein wollen, sollten Sie für Ihre Produkte nur Seiten aus gemeinfreien Büchern nehmen oder die Einwilligung von Urheber/Verlag einholen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 17.04.2017 | 14:16


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