Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unwirtschaftliche Heizungsanlage / EON Forderung

07.03.2018 14:02 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

2012 wurde mir von einem Passauer Fachunternehmen als Heizungslösung eine Luftwärmepumpe der Marke Dimplex empfohlen. Als jährliche Heizkosten wurden 1.000,00 € propagiert. Ich selbst setzte die Kosten auf 1.500,00 € an. Einfach, um nicht auf die Schnauze zu fallen.

Diese Heizungslösung wurde dann verbaut.

Nun stellte sich heraus, dass die Heizkosten, resp. der kWh-Verbrauch wesentlich höher ist als mündlich vor Vertragserteilung mitgeteilt.
Meiner Meinung nach ist diese Heizungslösung eindeutig unwirtschaftlich.
Wir reden hier von einem Verbrauch von 3.000 € + jährlich.

Die Zählerstände habe ich immer wahrheitsgetreu an EON übermittelt.

EON selbst hat jedoch meine übermittelten Zählerstände immer selbst bereinigt. Dachte wohl, so hoch kann der Verbrauch nicht sein und schraubte Meiner Meinung nach an der Kommastelle.

Dies lief seit Jahren so, Die Abschlagszahlungen wurden immer weniger, Jahr für Jahr.

Nun, bei der letzten Abrechnung wieder so getan, verlangete EON ein Foto des Zählers. Diesem kam ich nach.
Nun eine Nachzahlungsforderung in Höhe von 13.000,00 €.

Welche Möglichkeiten habe ich?
1x wegen der verbauten, unwirtschaftlichen NEUEN Heizungsanlage (Welche auch ständig defekt war und ist)
1x wegen der aktuellen Forderung von EON über 13.000 Euro Nachzahlung.

Vielen Dank für jegliche Hilfe. Bin verzweifelt.

07.03.2018 | 15:28

Antwort

von


(1735)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In beiden Fällen stellt sich eine Verjährungsproblematik – im Einzelnen:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 634a Verjährung der Mängelansprüche

"(1) Die in § 634 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Ansprüche verjähren

1.
vorbehaltlich der Nummer 2 in zwei Jahren bei einem Werk, dessen Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache oder in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht,
2.
in fünf Jahren bei einem Bauwerk und einem Werk, dessen Erfolg in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht, und
3.
im Übrigen in der regelmäßigen Verjährungsfrist.
(2) Die Verjährung beginnt in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 und 2 mit der Abnahme. [...]."

Sollte also im Jahr 2012 noch die Abnahme (Erklärung, dass das Werk als im wesentlichen Vertrags gerecht erbracht wurde) stattgefunden haben, was auch durch schlüssiges Verhalten, zum Beispiel durch eine Inbetriebnahme der Heizung, erfolgt sein kann, dann könnte sich die Gegenseite auf Verjährung berufen, also der Heizungsbauer.

Teilen Sie mir dazu am besten weiteres mit, dann antworte ich Ihnen ergänzend.

Die Gestaltungsrechte in Form des Rücktritts und der Minderung können dagegen rechtstechnisch nicht verjähren, vergleiche oben beziehungsweise Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), s. u.

§ 634 Rechte des Bestellers bei Mängeln

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

"1.
nach § 635 Nacherfüllung verlangen,
2.
nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,
3.
nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und
4.
nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen."

Anders als die Ansprüche aus § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln unterliegen die Gestaltungsrechte des § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln (Rücktritt und Minderung) nicht der Verjährung. Stattdessen existieren für sie aber dennoch zwei gesetzliche Ausschlusstatbestände in § 634a BGB: Verjährung der Mängelansprüche im Sinne einer Verfristung besonderer Art. Das ist etwas kompliziert und inkonsequent.

Für den Ausschluss des Rücktritts verweist § 634a BGB: Verjährung der Mängelansprüche auf § 218 BGB: Unwirksamkeit des Rücktritts , wonach der Rücktritt unwirksam ist, wenn der zugrundeliegende Anspruch auf die Nacherfüllung verjährt ist und der Schuldner sich hierauf beruft. Gemäß § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln greift der § 218 BGB: Unwirksamkeit des Rücktritts ebenfalls für die Minderung.

Einfach zusammengefasst, es kommt darauf an, ob Sie im Jahr 2012 die Abnahme erklärt haben oder im Jahr 2013 erst beziehungsweise überhaupt nicht. Erst dann wären überhaupt noch Ansprüche gegen den Heizungsbauer möglich, es sei denn man hat eine besondere vertragliche Regelung getroffen, dass die Verjährungsfrist verlängert ist, was aber in aller Regel nicht der Fall ist.

Zum Energielieferungsunternehmen:
Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und beginnt am Ende des Jahres, in dem ein Verbraucher eine Rechnung erhalten hat.

Aber neben der Verjährung könnte man sich auch auf eine unzulässige Rechtsausübung nach Maßgabe von § 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben berufen, da EON ja selbst dafür gesorgt hat, dass Ihre wahrheitsgemäßen Angaben korrigiert worden sind, ohne dass man da selbst nachgeforscht hatte und das erst jetzt herauskam.

Da sieht es also weitaus besser aus, was die Einwendungsmöglichkeiten anbelangt und da können Sie sich an die Bundesnetzagentur mit einer Beschwerde beziehungsweise an die vorgesehene Schlichtungsstelle wenden oder es wäre auch am besten, einen Anwalt vor Ort einzuschalten, da wenn die Sache vor Gericht gehen würde, Sie ab einem Streitwert über 5000 € beim Landgericht sein würden, wo Anwaltszwang für beide Seiten gilt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

ANTWORT VON

(1735)

Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Erbrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Baurecht, Verwaltungsrecht, Ausländerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81240 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette Anwältin. Schnelle Antwort. Sehr ausführlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich empfehle diesen Anwalt weiter! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat mir wirklich weitergeholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER