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Unversicherter Versand, privater Verkäufer


| 12.05.2007 13:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo!

Ich habe bei einem privaten Verkäufer 3 Badlampen ersteigert, zu einem geringem Preis von 10 EUR, per SOFORTKAUF und unversichertem Versand auf Kosten der Verkäuferin.
Leider kamen alle 3 Lampen völlig zerbrochen bei mir an.
Ich möchte nun mein Geld zurückhaben.

Die Verkäuferin verweist auf den Übergang des Versandrisikos auf mich, wie es in der Artikelbeschreibung äußerst klein steht "Bei unversichertem versand haftet ausschliesslich der Käufer."

Meiner Meinung nach waren die Lampen aber unzureichend verpackt. Außerdem ist die Kommunikation der Verkäuferin mit mir äußerst verdächtig.
-keinerlei Überaschung über den Defekt,
-ALLE 3 Lampen sind kaputt
-abgesehen davon hat sie die Lampen äußerst billig (zum Sofortkauf) eingestellt und auch die Versandkosten übernommen.
All das führt bei mir zu dem Verdacht, daß die Lampen bereits defekt waren, was ich natürlich nicht beweisen kann.

Aber ich möchte so oder so die Verkäuferin damit nicht durchkommen lassen, sie baut zu sehr darauf (in ihren gelinde gesagt unhöflichen Äußerungen per Email), daß ich wegen 10 Euro nicht klagen werde.

Faktisch ist es so: Ich habe etwas gekauft und nur Schrott erhalten. Und habe wirklich KEINERLEI Schuld daran. Es muß doch einen juristischen Weg geben, daß ich hier nicht den Schaden trage?
Ein Kauf ist doch kein Lottospiel, egal zu welchem geringen Preis oder mit welcher Versandart: Ich kaufe doch nicht ein bestimmte CHANCE auf einen intakten Artikel, sondern einen Artikel!?


Meine Fragen also:
Ist es rechtens, daß ich das Risiko der Beschädigung auf dem Versandweg trage? Wenn ja, warum kann das so sein, ich habe doch überhaupt keine Einflußmöglichkeit auf den heilen Versand, warum sollte ich das Risiko tragen?

Wenn ich aber tatsächlich rechtmäßig das Risiko trage:
Das kann doch dann nicht gelten, wenn die Verpackung unzureichend war? Wie schwierig ist es, das zu beweisen, und wie kann das geschehen?
Gibt es Urteile über ähnlich Fälle, kann man eine Aussage darüber treffen, in welche Richtung Gerichtsentscheidungen in Sachen Versandverpackungen oft gehen?

Die Verpackung und den Inhalt habe ich noch vollständig. Die Verpackung war äußerlich unbeschädigt, aber die Lampen relativ dicht an der äußeren Hülle. Außen waren liederlich mit schwarzem Flizstift Totenköpfe und "Vorsicht Glas" notiert.

Ach, noch eine Notiz: Versendet wurde tatsächlich versichert per DHL, nicht unversichert.
Die Verkäuferin ist nicht bereit, die Versicherung der Sendung bei der DHL in Anspruch zu nehmen, meiner Meinung kann nur sie das, nicht ich, da ich keinen Vertrag mit der DHL habe.

Vielen Dank für die Auskunft!

Ach nochwas: Kann ich die Gebühr für diese Beratung hier bei einem Rechtsstreit ebenfalls vom Gegner einfordern?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Kurz und knapp:

Wenn es sich um einen privaten Verkäufer handelt, geht die Gefahr des Untergangs der Sache auf dem Versandwege beim Versendungskauf auf den Käufer über. Mit der Aufgabe des Paketes bei der Post hat der Verkäufer dann seine Leistungspflicht erfüllt.

Aber: Der Verkäufer ist für die ordnungsgemäße Verpackung der Ware verantwortlich. Hat er die Lampen also so verpackt, daß mit einem Zerbrechen zu rechnen war, geht das zu Lasten des Verkäufers.

Kann er nachweisen, daß er die Lampen in vertragsgemäßem Zustand ordnungsgemäß verpackt zur Post gegeben hat, ist er aus dem Schneider. In diesem Fall würde Ihnen aber ein Anspruch gegen die Post zustehen, denn der Verkäufer Ihnen abtreten muß.

Ich empfehle Ihnen, mit dem Paket beim Spediteur vorzusprechen und sich von dort bestätigen zu lassen, ob die Ware ausreichend verpackt war. Bescheinigt man Ihnen, daß die Verpackung unzureichend war, werden Sie einen Anspruch gegen den Verkäufer haben, da er dann seine Vertragspflicht des ordnungsgemäßen Versandes nicht erfüllt hat.

Ob es sich letztlich lohnt, die Sache gerichtlich auszufechten, steht auf einem anderen Blatt. Sie werden schwerlich einen Kollegen finden, der Sie bei dem Streitwert von 10 EUR freudestrahlend vertritt und sollten auch bedenken, daß der Zeitaufwand, den Sie selbst in eine gerichtliche Klärung stecken müssten (anwaltliche Beratung, Termine etc.) in keinem Verhältnis zum Wert der Lampen stehen wird.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.mietrecht-in-koeln.de
www.net-scheidung24.de
www.online-rechtsauskunft.net
<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">

Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2007 | 14:02

Vielen Dank für die Antwort!

Noch die Nachfrage:
-Können die Beratungskosten aus diesem Forum hier in einem Prozeß als Kosten mit geltend gemacht werden?
-Und die Abtretung des Anspruches an den Spediteur an mich: Muß das schriftlich geschehen? Die Verkäuferin wird sich garantiert weigern. Wie kann ich meinen Anspruch gegen den Spediteur dann geltend machen? Ich habe ja auch den Einlieferungsbeleg nicht und werde ihn vermutlich auch nicht bekommen.

Noch eine Randbemerkung zur Höhe: Leider bauen viele Menschen genau darauf: Wenn Sie den Mist, den sie bauen nur klein genug halten, werden Sie schon damit durchkommen. Dafür machen sie es dann lieber immer wieder... und das sollte man nicht grundsätzlich so geschehen lassen, finde ich... zumal ich wirklich den dringenden Verdacht habe, daß die Lampen nicht erst auf dem Weg kaputt gegangen sind... das wäre dann wirklich die Höhe!

Vielen Dank schonmal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.05.2007 | 19:33

Sehr geehrter Fragesteller,

die Kosten der Anfrage hier könnten nur geltend gemacht werden, wenn Sie mich mit der Wahrnehmung Ihrer Rechte beauftragen. In diesem Fall würden die Beratungskosten aber auf die Kosten meiner Tätigkeit angerechnet. Meine Beauftragung macht aber keinen Sinn, da zur Wahrnehmung eines Termines ein Unterbevollmächtigter vor Ort beauftragt werden müsste, wodurch weit höherer zusätzliche Kosten entstünden, die nicht erstattungsfähig sind. Denn Sie hätten unmittelbar einen Kollegen vor Ort beauftragen können.

Der Anspruch auf Abtretung eines Anspruchs gegen DHL kann ebenfalls gerichtlich gegen die Verkäuferin durchgesetzt werden, sollte sie sich weigern.

Aber auch hier wird der Streitwert lediglich 10 EUR betragen, so daß ich von einer weiteren Rechtsverfolgung dringend abraten möchte: Es lohnt sich nicht - auch nicht für Sie!

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

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