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Untervermietung Büroräume an eigene GmbH


| 23.11.2009 18:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

In seinem Haus (ca. 200qm) vermietet der Gesellschafter Geschäftsführer 2 Büroräume (ca. 65qm) an seine 1 Mann GmbH. Das Haus gehört ihm Privat. An der GmbH hat er 100% der Anteile.
Die Büroräume sind abgeschlossene getrennte Räume.
Der Mietvertrag wird wie unter Dritten formuliert und in der Praxis auch so ausgeführt.
Kann er den Mietzins, die Nebenkosten, Instandsetzung/Renovierung/Einrichtung der Räume steuerlich geltend machen in der GmbH ?

23.11.2009 | 19:12

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung des von Ihnen ausgelobten Einsatzes und des geschilderten Sachverhaltes möchte ich die Frage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich spricht nichts gegen die Geltendmachung der Kosten. Die GmbH ist ein eigenes Steuersubjekt und die genannten Aufwendungen grundsätzlich steuerlich anzuerkennen. Aufgrund der persönlichen Verflechtungen ist aber die Frage zu stellen, ob es sich bei den Zahlungen an den Gesellschafter/Geschäftsführer um so genannte verdeckte Gewinnausschüttungen handelt.

Verdeckte Gewinnausschüttungen (vgA) sind "Vermögensminderungen bzw. verhinderte Vermögensmehrungen zu Lasten der Kapitalgesellschaft. Hierunter fallen insbesondere auch Vermietungen an die Gesellschaft durch einen Gesellschafter mit unangemessen hohen Mieten.

Eine vgA liegt hingegen nicht vor, wenn die kapitalgesellschaft bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters die Vermögensminderung unter gleichen Umständen auch gegenüber einem Nichtgesellschafter hingenommen hätte. Das kann der Fall sein, wenn ein angemessenes Entgelt vereinbart ist. Bei einem beherrschenden EInfluss des Gesellschafters (hier 100 %) bedarf es zur Anerkennung eines Vorteilsausgleiches einer im Voraus getroffenen klaren und eindeutigen Vereinbarung (BFH v. 7.12.88, BStBl. 89 II S. 1248).

Insgesamt sollte die GmbH daher einen Mietvertrag abschließen und zwar vor Beginn der Zahlungen. Der Mietzins muss dem üblichen Mietzins vor Ort entsprechen, da sonst die Annahme einer vgA droht.

In diesem Fall wird dann der Gewinn der Gesellschaft nachträglich erhöht. Zudem kommt es wegen § 20 Abs. 1 Nr. 1 S. 2 EStG auch zu einer Versteuerung bei dem Gesellschafter, letztlich also zu einer Versteuerung bei 2 Steuersubjekten.

Ich hoffe, ihre Frage damit umfassend beantwortet zu haben. Andernfalls weise ich auf die kostenlose Nachfragemöglichkeit hin.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Dr. Christian Fuchs
Fachanwalt für Strafrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2009 | 20:20

mit Betriebsaufspaltung hat das also nichts zu tun ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2009 | 20:40

Sehr geehrter Fragesteller,


eine so genannte Betriebsaufspaltung liegt vor,wenn von einem Besitzunternehmen (meist Einzelperson oder Personengesellschaft) Wirtschaftsgüter, die zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen gehören, an eine Betriebskapitalgesellschaft zum Zweck der Weiterführung des Betriebes miet- oder pachtweise überlassen werden und wenn eine sachliche Verflechtung (d.h. Grundstück o.Ä. muss wesentl. Betriebsgrundlage sein) und eine persönliche Verflechtung (Mehrheit der Stimmrechte in Gesellschaft) vorliegt.

Das hat mehrere Folgen:
1. Besitzunternehmen (hier GmbH) ist Gewerbebetrieb und keine Vermögensverwaltung
2. Mieteinnahmen sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3. Die Gewinnausschüttungen der GmbH sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 20 Abs. 3 EStG)

Insgesamt kann ihr Fall unter Umständen zu einer Betriebsaufspaltung führen. Auf Seiten der GmbH sind aber nach wie vor alle Einkünfte solche aus Gewerbebetrieb (das ergibt sich sowieso schon aus § 8 Abs. 2 KStG). Für die Frage der Abziehbarkeit der genannten Kosten bei der GmbH hat das also keine Auswirkungen. Eine Änderung kann sich allenfalls bei dem Gesellschafter ergeben, der nun Einkünfte aus Gewerbebetrieb hat statt aus Vermietung und Verpachtung.

Ich hoffe, dies beantwortet ihre Nachfrage vollständig.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.11.2009 | 20:12


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