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Unterstellung von Sturzschäden am Motorrad


02.04.2007 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Ich habe mein Motorrad, eine Ducati 900, 14 Jahre alt,47 tkm, der nächste Tüv Termin ist Sept. 2008 am 03.03.07 als Zweitbesitzer für 2650€ privat verkauft. Das Fahrzeug wurde vom Käufer ca. 1 Stunde besichtigt, eine Probefahrt hat wegen starkem Regen nicht stattgefunden. Der Käufer hat das Motorrad am selben Tag mitgenommen. Der Käufer hat einen technisch versierten Eindruck gemacht und diverse Ausdrucke aus Internetforen über den Fahrzeugtyp dabei gehabt.
Das Motorrad war die Woche davor noch in der Werkstatt und hat dort einen Kundendienst erhalten.
Die Kosten für Kette sowie die Kettenräder wurden von mir übernommen. Als Vertrag diente ein Standardvertrag von Mobile.de der die Sachmängelhaftung ausschließt. Ich kreutzte auch unfallfrei an weil ich in den 6 Jahren in denen ich das Motorrad gefahren bin keinen Sturz hatte.

Am 29. März erhielt ich vom Käufer ein Schreiben per Einschreiben
in dem er reklamierte das die vordere Bremssattelaufnahme stark nach innen zur Radseite gebogen ist so das die Bremsscheiben mit tiefen frischen Schleifspuren in das Sattelgehäuse eingeschliffen haben.
Er unterstellt mir mit dem Motorrad einen Sturz gehabt zu haben dem er auch andere Kratzspuren zuschiebt.
Eine Delle in der Felge habe ich zusammen mit dem Käufer bei der Besichtigung bemerkt diese wurde vom Käufer akzeptiert!
Der Käufer hat auch mittlerweile den Vorbesitzer befragt der das Motorrad von 1993 - 2000 gefahren hat. Dieser versicherte Ihm keinen Sturz gehabt zu haben.
Aus dem Schreiben geht hervor das er sich hinters Licht geführt fühlt und das er rechtliche Schritte einleiten will!

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da Sie die gesetzliche Mängelgewährleistung vertraglich ausgeschlossen (ich gehe hier von einem Vertrag unter Privaten aus) haben, kann der Käufer Mängelgewährleistung nur dann fordern, wenn Sie eine Beschaffenheit zugesichert oder einen Mangel arglistig verschwiegen hätten.

Das muss der Käufer Ihnen nachweisen. Wenn ihm dies gelingen würde, müsste er Ihnen sodann auch den derzeit nur behaupteten Schaden nachweisen und zunächst eine Möglichkeit zur Nachbesserung einräumen.

Da Sie jedoch dargelegt haben, dass Sie den Schaden während der Zeit Ihrer Eigentümerstellung nicht verursacht haben können, dürfte der Gegenseite der Nachweis arglistigen Verschweigens nicht gelingen.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2007 | 15:49

Sehr geehrter H. Jeromin,
vielen Dank für Ihre prompte Antwort.
Eine kleine Rückfrage: Fällt es bereits unter "Wenn Sie eine Beschaffenheit zugesichert..... hätten" , wenn ich im Standardkaufvertrag die dort aufgeführte Möglichkeit unfallfrei angekreutzt habe?Dies habe ich angekreutzt , weil ich keinen Sturz /Unfall hatte und ich vom Vorbesitzer auch von keinem Sturz oder Unfall weiß.
Vielen Dank für eine weitere Antwort.
MfG F. Kirmaier

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2007 | 17:01

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihren Hinweis auf den Bezug des Kaufvertragsformulars.

Grundsätzlich wird die Unfallfreiheit in vielen Standardverträgen durch Zusätze wie "unfallfrei, soweit dem Verkäufer bekannt" oder "unfallfrei während des Eigentums des Verkäufers" erklärt.

Diese Passagen enthält der von Ihnen erwähnte Standardvertrag nicht, so dass grundsätzlich eine Haftung aufgrund einer zugesicherten Eigenschaft in Betracht kommt. Denn mit einem uneingeschränkten der Unfallfreiheit können Sie auch (unbewusst) die Verantwortung für Unfallschäden der Vorbesitzer übernehmen, auch wenn Sie nichts von diesen wussten.

Was hier aber aus meiner Sicht sehr zweifelhaft ist, ist der Schaden bzw. wenn dieser vorliegt, dessen Einordnung als "Unfall". Der Käufer behauptet frische Schleifspuren. Sie haben das Fahrzeug aber sechs Jahre gefahren und in dieser Zeit keinen Unfall erlitten, so dass frische Spuren auf Verschleiss zurückzuführen sein müssten, den Sie wiederum unter dem Gewährleistungsaspekt ausgeschlossen haben.

Um hier Klarheit zu schaffen, sollte Sie den Käufer um Nachweis der von ihm behaupteten Schäden durch Lichtbilder bitten, da sich so klären lassen sollte, ob das Fahrzeug überhaupt Mängel aufweist und on diese frisch sind oder auch vom Erstbesitzer stammen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

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