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Unterschriftenfälschung Fußball


07.07.2007 16:50 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Guten Tag,
ich habe eine Frage zum Thema "Unterschriftenfälschung".

Als Trainer einer Jugendmannschaft im Fussball bin ich jedes Jahr bemüht meine Mannschaft zu verstärken. So auch in diesem Jahr als ich zwei Spieler eines Nachbarvereins umworben habe. Von einem Spieler (Nr.1) bekam ich nach wenigen Tagen die mündlich Zusage. So bin ich wenige Tage später zu ihm nach Hause gefahren und habe mir (von den Eltern) die Unterschriften für: Abmeldung vom Spielbetrieb (bekommt der abgebende Verein), Passantrag (wird beim Verband mit dem alten Spielerpass zur Erteilung eines neuen eingereicht) und die Unterschrift unter den Aufnahmeantrag (Mitgleidschaft) des neunen Vereins geholt.
Der Spieler (Nr.2) hat nach einigem hin und her, mir auch telefonisch die Zusage geben. Da es zu diesem Zeit sehr schnell gehen mußte um Abmeldefristen einzuhalten (Hintergrund war eine Verlegung des letzten Spieltages was auch Spieler Nr.1 betreffen würde), hab ich ihn gefragt, wann seine Eltern die als erstes benötigte "Abmeldung vom Spielbetrieb" unterschreiben können. Dies war nach seiner telefonischen Aussage aber in den nächsten Tage nicht möglich und so sagte er dann zu mir, ob nicht ich einfach diesen formlosen Brief unterschreiben könne (Unterschrift nicht mit meinem Namen sondern mit seinem Familiennamen) und an den abgebenden Verein senden kann. Er werde dann seine Eltern informieren und sie werden dann in den nächsten Tagen noch die anderen Papiere unterschreiben.
Dumm wie ich war, tat ich dies auch. Und da ich Spieler Nr.1 auch durch die Verlegung des letzten Spieltages früher frei bekommen würde, habe ich die bereits geleistete Unterschrift verworfen und auch hier mit anderem Namen unterschrieben.
Zwei Tage später rief mich der Spieler Nr.2 wieder an und sagte, das er doch nicht zu meinem Verein kommen wolte und lieber bei seinem Verein bleiben würde.
Natürlich flog dann die ganze Sache auf!
Ich habe daraufhin den Abteilungsleiter des abgebenden Vereins angerufen mich entschuldigt und die Sache richtig gestellt. Der Abteilungsleiter hat die Entschuldigung am Telefon auch akzeptiert und gesagt er werde den Sachverhalt so an die Vorstandschaft weiter geben.
Den Spielerpass von Spieler Nr.1 werde ich bekommen, da der Wechsel lange bekannt war und Spieler Nr.2 werde ja bei seinem Verein bleiben. So sind wir telefonisch verlieben.
Nun habe ich von den Eltern (diese waren jetzt zwei im Urlaub)von Spieler Nr.1 einen Anruf bekommen, das sie bei der Polizei antreten mußten um die Unterschrift auf der Abmeldung zu begutachten, da der abgebende Verein eine Anzeige wegen Urkundenfälschung gegen Unbekannt gestellt hat. Sie sagten natürlich das es nicht ihr Unterschrift sei.
Frage:
Was kann mich in dem Fall erwarten, wenn mein Name doch noch irgendwie ins Spiel kommt? Trotz Anzeige gegen Unbekannt?
Sehr geehrter Fragesteller,

bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt liegen Straftaten der Urkundenfälschung in mehreren Fällen vor. § 267 StGB sieht für eine einzelne Tat der Urkundenfälschung Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe vor.

Aufgrund der Umstände und der Personen, die von Ihrer Tatbeteiligung Kenntnis erlangt haben, müssen Sie damit rechnen, dass Sie demnächst als Täter ermittelt und überführt werden, da die übrigen Beteiligten Ihnen gegenüber kein Zeugnisverweigerungsrecht haben. Sowohl die Jugendlichen als auch der Abteilungsleiter des abgebenden Vereins und wohl auch dessen Vorstand haben Kenntnis von Ihrer Täterschaft. Insofern ist es verwunderlich, dass Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet wurde.

Es dürfte also nicht mehr allzu lange dauern, bis sich die Polizei bei Ihnen meldet und Sie als Beschuldigten mit dem Tatverdacht konfrontiert. In diesem Fall empfehle ich Ihnen dringend, von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und zunächst einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Diese(r) kann Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen und daraufhin für Sie ggfs. eine Einlassung zur Sache abgeben, wenn er die Beweislage aus der Akte kennt und bewerten kann. Sie vermeiden damit, dass Sie sich unnötig belasten.
Sie müssen gegenüber der Polizei nur Angaben zu Ihrer Person (nur persönliche, nicht finanzielle Verhältnisse) machen. Wenn Sie die Angaben zur Sache verweigern, dann sollten Sie mit der Polizei auch kein weiteres Gespräch führen, auch wenn das Gesprächsklima "offen" zu sein scheint. Den Inhalt eines solchen Gesprächs würden Sie ansonsten zwar nicht als Ihre Aussage, aber als Ihre "informatorischen Angaben" oder als Gedächtnisvermerk in der Akte wieder finden.

Das Strafmaß hängt von einer Vielzahl von Einzelheiten ab, die Sie mit einem Verteidiger besprechen sollten, z.B. von Vorstrafen, von den Tatfolgen (Außenwirkung wegen Vorbildfunktion), von den Gepflogenheiten der zuständigen Staatsanwaltschaft etc.

Es wäre auch zu erwägen, ob man den Ermittlungsbehörden durch ein Geständnis zuvor kommt, was sich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt strafmildernd auswirken muß.

Eine genaue Prognose kann deshalb im Rahmen dieser Online-Erstberatung nicht gestellt werden.
Sie müssen jedoch mit einer Geldstrafe in Höhe von ca. 40 bis 70 Tagessätzen rechnen, wobei 30 Tagessätze einem Nettomonatseinkommen entsprechen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben. Bei Bedarf stehe ich Ihnen gerne auch für die weitere Vertretung als Verteidigerin im Rahmen einer Mandatserteilung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de



Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2007 | 19:47

Nun die Anzeige wurde gegen Unbekannt gestellt, weil man zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht wußte, von wem die Fälschung war. Ob die Eltern des Spielers Nr.1 weitere angaben gemacht haben, z.b. wer der Täter sein kann weiß ich leider nicht. Nachdem aber der abgebende Verein, dem Spieler Nr.1 bereits den Spielerpass ausgehändigt hat, geh ich im Moment davon aus, das mein an die Polizei nicht gemeldet hat wer der Täter ist/war. Wird bei einer Anzeige gegen Unbekannt den noch groß ermittelt? Welchen Schwerpunkt sollte der Anwalt haben der mich dann verteidigen soll?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2007 | 21:31

Sehr geehrter Fragesteller,

die wesentliche Aufgabe der ermittelnden Beamten bei einer Anzeige gegen Unbekannt ist es, den Täter zu ermitteln. Das Verfahren wird erst eingestellt, wenn es keine Ansatzpunkte mehr gibt, den Täter zu ermitteln.

Es handelt sich um den Schwerpunkt Strafrecht.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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