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Unterschrift meines Mannes gefälscht

| 10.01.2013 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


13:41

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am 19.12.2012 einen Antrag bei einem Kreditvermittlungsunternehmen gestellt und dabei die Unterschrift meines Mannes gefälscht.

Heute bekam ich einen Anruf und hatte ein schlechtes Gewissen und habe dies zugegeben und habe auch alle Anträge annulieren lassen und dies auch nochmal schriftlich verkündet. Es ist nie ein Vertrag zustande gekommen, sondern es war lediglich eine Anfrage. Geld habe ich auch nie bekommen.

Bitte können sie mir sagen mit was ich jetzt rechnet muss. Der Kreditvermittler hat angekündigt, dass ich jetzt mit Gefängnis rechnen muss.

Mit freundlichen Grüßen

10.01.2013 | 13:15

Antwort

von


(11)
Bleichenbrücke 11
20354 Hamburg
Tel: (+49) 04055431902
Web: http://www.elbkanzlei.com
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:

Das Kreditvermittlungsunternehmen könnte gegen Sie zivilrechtlich und/ oder strafrechtlich vorgehen. Beides wäre möglich, es ist aber nicht davon auszugehen.

Gegen Sie zivilrechtliche Ansprüche geltend zu machen dürfte dem Unternehmen schwer fallen, da es kaum denkbar ist einen zivilrechtlichen Schaden gem. §§249 ff. BGB in Ihrem Fall zu fingieren. Schliesslich haben Sie nur eine Anfrage bzgl. eines Kredites unternommen und Sie haben keinerlei Zahlungen von der Kreditfirma erhalten, durch welche die Firma geschädigt hätte werden können.

Strafrechtlich verhält es sich in Ihrem Fall, wie folgt.

Das Kreditvermittlungsunternehmen könnte eine Strafanzeige oder einen Strafantrag bei bspw. der Staatsanwaltschaft einreichen. Dann würde die Staatsanwaltschaft in das Ermittlungsverfahren eintreten und prüfen, ob Sie eine Straftat begangen haben oder nicht.
Es kommt ein versuchter Kreditbetrug gem. §265b StGB in Betracht. Der wäre aber gem. §265b II StGB straflos, da die Tat nicht `aufflog`, sondern Sie die Vollendung der Tat freiwillig verhinderten (wovon ich aufrund Ihrer Schilderungen ausgehe).
Zudem kommt eine versuchte Urkundenfälschung gem. §267I StGB in Tateinheit mit versuchtem Betrug gem. §263 StGB in Betracht.
Sollte die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis kommen, dass hinreichender Tatverdacht besteht, kommt es zu einer Anklage.

Ich gehe hiervon aber NICHT aus. Sollte es dennoch soweit kommen, helfe ich Ihnen gerne weiter und sowieso würden Sie bloß zu einer Geldstrafe verurteilt werden und NICHT zu einer Gefängnisstrafe (davon ausgehend, dass Sie nicht vorbestraft sind).
Ich gehe aufgrund Ihrer Schilderungen davon aus, dass Sie im schlechtesten Ausgang zu etwa 30 Tagessätze verurteilt werden würden. Dies bedeutet, Sie würden30 Mal zahlen, was Sie am Tag verdienen.

Die Staatsanwaltschaft kann aber auch das Verfahren gegen Sie gem. §170I StPO einstellen oder von der Verfolgung wegen Geringfügigkeit absehen. Das kommt in Betracht, wenn Ihre Schuld als zu gering eingestuft wird.

Ob das Unternehmen gegen Sie vorgeht und damit überhaupt ein Verfahren gegen Sie eingeleitet wird, liegt allein bei dem Unternehmen selbst, da die Staatsanwaltschaft ohne deren Zutun nichts von Ihrem Fall erfahren kann. Daher rate ich Ihnen nochmals mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten und sich dabei sehr einsichtig und reuig zu zeigen. Machen Sie klar, dass es Ihnen sehr leid tut, Sie aus der Not falsch handelten und es niemals wieder vorkommen wird.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen
Boris Nolting

-Rechtsanwalt / Hamburg-


Rechtsanwalt Boris H. Nolting

Rückfrage vom Fragesteller 10.01.2013 | 13:23

Danke für ihre schnelle Antwort.

Also es ist wirklich so, dass ich keinerlei Geldzahlungen erhalten habe. Ich habe auf dem Kreditantrag und somit nicht auf dem Vertrag die Unterschrift gefälscht.

Das Kreditinstitut hat mich heute angerufen und darauf hin habe ich den Fall zugegeben. Desweiteren habe ich eine Email geschrieben, dass ich alle meine Aufträge annullieren. Es ist somit noch kein Schaden entstanden.

Der Bearbeiter am Telefon war sehr forsch zu mir. Ich habe mich meiner Meinung nach sehr reumütig gezeigt und mich dafür entschuldigt. Er meinte aber es würde keine andere Möglichkeit geben und er gibt es der nächsten Abteilung und dann wird sich die Kripo bei mir melden.

Mit den Tagessätzen ist es schwierig weil ich Bafög empfange und nur geringfügig auf 400€ basis dazuverdiene.

Wir wahrscheinlich ist es denn das so ein Fall eingestellt wird. Ich bin bis jetzt nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Ich habe gelesen, dass so ein Fall fast nie fallen gelassen wird, da die Justiz bei Urkundenfälschung nicht zimperlich ist.

Mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.01.2013 | 13:41

Genaueres kann Ihnen nur der ermittelnde Staatsanwalt sagen, falls es einen geben wird. Ich habe Ihnen bereits meine Meinung dazu geäußert.
Jedenfalls muss ein Staatsanwalt von Amts wegen ermitteln, sobald er Anlass dazu erhält und über diesen Anlass kann allein die Kreditfirma geben.
Folgen Sie meinem obigen Rat und versuchen es nochmal.

Sollten Sie Näheres erfahren, können Sie mich gerne kontaktieren.

Alles Gute und viel Erfolg.

Bewertung des Fragestellers 10.01.2013 | 13:29

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