Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
482.008
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterschrift gefälscht im Bausparvertrag


25.02.2012 09:45 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias F. Schell



ein freund arbeitet als HGB 84 für eine Finanzberatung. aufgrund des zahlendrucks hat er für seine nichte einen bausparvertrag abgeschlossen. die unterschrift hat er einfach selbst darunter gesetzt und einen lastschrifteinzug von seinem konto von euro 10,00 eigerichtet. die personalausweisnummer war erfunden. er hat am gleichen tag versucht und danach fortlaufend seine nichte über die begangene dummheiot zu informieren. dies ist ihm nicht gelungen. die nichte persönlich aufzusuchen hat er nicht versucht. Angst,druck, kopf in den sand stecken. die nichte hat ihn jetzt bei der polizei wegen urkundenfälschung angezeigt. am dienstag ist der termin. die nichte hat sich von der bausparkasse den originalantrag kopieren lassen und diesen bei der anzeige vorgelegt. seine frage ist nun: was für folgen kommen im schlimmsten fall auf ihn zu,und ist es klug bei der polizei alles zuzugeben und auf den beistand eines anwalts zu verzichten.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragesteller/Ratssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes als ERST-Beratung gerne wie folgt beantworte:

1. was für folgen kommen im schlimmsten fall auf ihn zu?

§ 267 Strafgesetzbuch lautet:

"§ 267 Urkundenfälschung

(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder Urkundenfälschung verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet oder
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

(4)Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht."

Eine abschließende Einschätzung der zu erwartenden Strafe kann ohne Kenntnis der Ermittlungsakte nicht abgegeben werden. Denn hierbei spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle.

Sollte es sich bei dem Freund um einen Erstttäter handeln, ist davon auszugehen, dass er mit einer Geldstrafe zu rechnen hat.

2. und ist es klug bei der polizei alles zuzugeben und auf den beistand eines anwalts zu verzichten?

Ich empfehle zunächst gegenüber den Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) vom Schweigerecht Gebrauch zu machen. Der Freund muss nicht zur Polizei gehen! Auf eine Vorladung durch die Polizei muss man nicht erscheinen. Es ist das Recht der Freundes, zu schweigen. Hiervon sollte er Gebrauch machen. Aus Höflichkeit sollte er den Termin bei der Polizei absagen, sich aber nicht in ein Gespräch verwickeln lassen. Hierbei kann er mitteilen, dass er einen Anwalt mit seiner Vertretung beauftragt, der sich für ihn zu den Akten meldet.

Worum es geht, was gegen ihn vorliegt und was die Polizei bereits konkret weiß und was nicht, kann ihr Freund zuverlässig nur aus den Akten erfahren. Das Recht, die Ermittlungsakten einzusehen, ist gesetzlich für den Verteidiger des Beschuldigten vorgesehen. Er benötigt daher einen Rechtsanwalt, um sich über den Stand der Ermittlungen zu informieren und auf dieser Grundlage die Strategie für seine Verteidigung zu entwickeln.

Je früher der Verteidiger eingeschaltet wird, umso eher und wirkungsvoller kann er die für Sie entscheidenden Weichen für die bestmögliche Verfahrensbeendigung stellen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen als rechtliche Orientierung im Rahmen der Erstberatung weitergeholfen.

Natürlich können Sie mich in dieser weitergehenden Angelegenheit auch beauftragen. Ich bin gerne bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten, wobei die hier gezahlte Gebühr angerechnet werden würde. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar. Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können. Der Umfang meiner Beratung ist dabei durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt. Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt am Main
Mathias F. Schell
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.02.2012 | 11:56

vielen dank für die schnelle antwort.
letztlich heisst das -auf jeden Fall- einen anwalt einschalten. die bewertung des falles durch die ermittlungsbehörden wird davon in keiner weise beeinflusst. mein laien gefühl sagt mir hingehen und alles zugeben.oder ist das zu naiv gedacht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.02.2012 | 14:10

Das Aussageverweigerungsrecht ist eines der wichtigsten Rechte, die ein Beschuldigter hat und ihr Freund sollte es nutzen. Das Schweigen führt auch nicht dazu, dass sich die Situation verschlechtert. Es wirkt sich nicht zum Nachteil aus, wenn ihr Freund von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Anhand der Aktenlage sollte entschieden werden, ob es klüger ist, auszusagen oder weiterhin die Aussage zu verweigern.

Natürlich kann ihr Freund auch gleich alles zugeben. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass ihm Angaben zur Sache ohne Aktenkenntnis schaden.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60519 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
3,6/5,0
Ich bezweifle die Richtigkeit resp. Vollständigkeit der Antwort. Konkrete Verweise auf Steuergesetze fehlen. Damit werde ich kaum weiter kommen beim Finanzamt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt konnte deutlich mehr Klarheit in einen rechtlich fuer mich schwer einzuschaetzenden Sachverhalt bringen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Obwohl das Ergebnis für den Betroffenen(den ich berate) niederschmetternd ist, hat mich der Anwalt schnell und gut beraten. MFG ...
FRAGESTELLER