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Unterschlagung von Führerschein

08.01.2008 20:14 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,
Habe folgendes Problem:

Ende letzten jahres lernte ich Fr. S. kennen;
Am di. den 13.11.07 nahm sie ihre kleine tochter (14monate) mit und diese sollte sich dann selbst beschäftigen;
Blind vor "liebe" bemerkten wir nicht wie sie mit dem Geldbeutel von Frau S. spielte bzw. ausräumte.
Beim ausräumen landete der Führerschein der frau in eine kleine ritze im bett;
als wir dann zufällig sahen, mit was die Kleine spielte sammelten wir alles wieder ein; bis auf den Führerschein; der nicht auffindbar war.

Am übernächsten Wochenende fand ich den FS und teilte es ihr per email mit. Am darauf folgenen Montag erfuhr ich dass sie mich nicht nur mit jemand anders betrogen hatte sondern auch in jeglicher hinsicht belogen; Total aufgebracht; wollte ich mich (dummerweise) bei ihr "rächen" und sagte; dass ich den FS gar nicht gefunden hab; dies teilte ich ihr per sms und e-mail mit.(26.11)

im laufe der woche rief sie mich dann an und sagte dass sie eine anzeige wegen unterschlagung gegen mich erstattet hätte; sie würde diese aber zurücknehmen; wenn ich den FS bei der Polizei noch diese Woche abgebe

Als ich dann vernünftig drüber nachdachte und um jeglichem stress aus dem weg zu gehn; beschloss ich am nächsten tag zur polizei zu gehen und den FS abzugeben.

Heute (08.jan.08) bekam ich post von der Polizeidienststelle; inder ich mich äußern soll, weil mir vorgeworfen würd, folgende straftat begangen zu haben:
Unterschlagung des Füherscheins von Frau S.

Diese wollte sich in einem anschließenden telefonat nicht dazu äußern und legte auf.

Wie soll ich mich nun verhalten?
soll ich mich äußern und so schildern wie es war?
Sollte ich die unterschlagung zugeben; da sie ja beweise (sms; e-mail) hat und ich eigtl. gar nix in der hand.
Ich habe zwar den FS, bei der polizei abgeben (und auch bestätigung dafür bekommen) aber die tage davor; war es meinermeinung wohl ein versuch der unterschlagung und dieser ist ja auch als straftat anzusehen?!
Was könnte mich denn nun erwarten? (geldstrafe, wenn ja wie hoch ca.?)

Vielen Dank;
mfg malgrat-2007

08.01.2008 | 21:02

Antwort

von


(344)
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: http://www.rechthilfreich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt und diese eine umfassende Begutachtung auf keinen Fall ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Frage(n) wie folgt:

( 1 ) Wie soll ich mich nun verhalten ?

Im Idealfall beauftragen Sie zunächst einen Strafverteidiger mit der Akteneinsicht nach § 147 StPO .

( 2 ) Soll ich mich äußern und so schildern wie es war ?

Sie sollten ohne Strafverteidiger keine Angaben zur Sache machen.

Erst nach erfolgter Akteneinsicht kann seriös beurteilt werden, was genau Ihnen vorgeworfen wird bzw. kann.

Sollte ich die Unterschlagung zugeben ?

Ein Geständnis könnte sich zwar im Rahmen des im folgenden nachlesbaren § 46 StGB bei der Strafzumessung strafmildernd auswirken.

Dennoch sollten Sie aus genannten Gründen auf keinen Fall voreiligen Angaben zur Sache machen.

( 3 ) Was könnte mich denn nun erwarten ?

Eine Strafbarkeit wegen „Mißbrauch von Ausweispapieren“ nach § 281 StGB sollte außer Betracht bleiben, da Sie die Papiere kaum zur Täuschung im Rechtsverkehr behalten haben.

Unterschlagung kommt jedoch schon näher in Betracht.

Diese wird gemäß § 246 StGB immerhin mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet:

§ 246 StGB

Unterschlagung

(1) „Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar.“

Sollten Sie nicht einschlägig „vorgestraft“ sein, so käme im Falle der Verurteilung eine Geldstrafe im unteren Tagessatzbereich in Betracht.

Fraglich ist jedoch, ob Sie überhaupt einer Unterschlagung versucht haben.

Dies könnte allenfalls der Fall sein, wenn Sie sich den Ausweis „ZUEIGNEN“ wollten.

Zueignung ist gegeben, wenn sich der Täter die Sache oder den in ihr verkörperten Sachwert mit Ausschlusswirkung gegenüber dem Eigentümer seinem EIGENEN (BGH 1, 264; 4, 236; 5, 205; 16, 192) oder dem Vermögen eines Dritten in der Weise zuführt, dass er selbst oder der Dritte zum Scheineigentümer wird.

Nach ständiger Rechtsprechung müsste hierfür der Zueignungswille durch eine nach außen erkennbare Handlung betätigt werden (Manifestationstheorie).

Ob alleine der Inhalt der SMS und eMail hierfür ausreichend wäre, bezweifle ich stark, wenn man zu bedenken gibt, dass NIEMAND, insbesondere auch nicht die Freundin, wissen konnte, zu welchem Zeitpunkt Sie die Papiere wieder gefunden haben.

Ich hoffe, Ihnen zunächst eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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Austraße 9 ½
89407 Dillingen a.d.Donau

Tel./ Fax: 09071 – 2658

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Homepage: www.anwaltkohberger.de
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Rechtsanwalt Michael Kohberger

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