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Unterschlagung von Firmendaten


| 22.10.2007 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren,

ein mittlerweile ehemaliger freier Mitarbeiter meiner Firma, hat in einem Zeitraum von einem Monat, Bestandskunden und neue Kunden über seine neue Ltd. abgerechnet.
Den Kunden hat er erzählt, wir hätten diesen Geschäftszweig aus Sicherheitsgründen ausgelagert. Dieses hat er uns gestanden, sollte aber schwierig zu beweisen sein.
Daraufhin hat es einen Streit gegeben, in Folge dessen er über Nacht in unser Büro kam und seine persönlichen Dinge (Rechner mit Firmendaten), persönliche Unterlagen sowie einen sehr wichtigen Firmenordner mitnahm. 2 Tage nachdem ich Ihn auf den Ordner ansprach, hat er diesen wieder rausgegeben. Ich habe Ihn im gleichen Zuge aufgefordert, sämtliche Firmendaten auf seinem Rechner heraus zugeben. Ich bekam allerdings nur völlig unwichtige Daten, derer er mir dann auch versicherte diese nicht mehr zu benutzen. Die wirklich wertvollen Daten, sind nicht dabei.
Daraufhin verschickte er Mails mit folgendem Inhalt an alle Geschäftspartner:
zukünftig beachten Sie bitte unsere neue E-Mail Adressen. Wir haben das operative Geschäft aus der Firma XY ausgegliedert. Selbstverständlich werden alle Vorgänge weiter bearbeitet und auch für künftige Anfragen stehen wir Ihnen unter den unten angegebenen Rufnummern wie gewohnt zur Seite.

Des Weiteren hat er unbefugter Weise Verträge auf meinen Firmennamen geschlossen. ( Einzelunternehmen)

Mittlerweile habe ich erfahren, das er bereits wegen Betruges vorbestraft ist.

Welche Möglichkeiten habe ich?
Ich möchte kein zivilrechtliches Verfahren anstreben, da finanziell nichts zu holen ist.

Vielen Dank!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Sofern sie auf zivilrechtlichem Wege keine Ansprüche geltend machen wollen, bleibt Ihnen die Möglichkeit, gegen die betreffende Person Strafanzeige zu stellen. In Betracht kommen hier insbesondere die Verwirklichung der Straftatbestände der Unterschlagung sowie des Betruges. Die Strafanzeige können Sie mündlich zur Niederschrift oder schriftlich bei der Polizei oder bei einer Staatsanwaltschaft erstatten.
Die Strafverfolgungsbehörden werden sodann die Ermittlungen aufnehmen. Sofern es zu einer Verurteilung kommt, steht angesichts der Vorstrafe Ihres ehemaligen Mitarbeiters u.U. sogar die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe (auf Bewährung) im Raum.

Des weiteren sollten sie die Verträge, die Ihr ehemaliger Mitarbeiter auf Ihren Namen abgeschlossen hat, unverzüglich unter Hinweis darauf, dass diese von einem Nicht-Bevollmächtigten abgeschlossen worden sind, anfechten, damit Ihnen hieraus keine Nachteile entstehen.

Da der Schaden, der Ihnen aus dem Verhalten Ihres Mitarbeiters noch erwachsen kann, jetzt vermutlich noch gar nicht absehbar ist, bleibt Ihnen in zivilrechtlicher Hinsicht jdf. die Möglichkeit, eine Klage auf Feststellung zu erheben, dass Ihnen Ihr Mitarbeiter zum Ersatz allen Schadens verpflichtet ist, der Ihnen aus der unbefugten Verwertung der Firmendaten künftig noch entstehen wird. Da sich die Einkommenverhältnisse Ihres Mitarbeiters in den kommenden Jahren ggf. ändern, könnten Sie diesen dann mit dem erstrittenen Urteil auch nachträglich noch in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick geben. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2007 | 18:58

Vielen Dank schon einmal für die erste Antwort!
Welches Verhalten kann ich denn genau als was anzeigen?
Und als welchen Straftatbestand?
Die Email an die Geschäftspartner? Diese sind natürlich extrem geschäftsschädigend, da er damit besagt, dass laufende Anfragen an uns, von Ihm bearbeitet werden.
Die fehlenden Kundendaten?
Die vorübergehende Entwendung der Aktenordner aus dem Büro, oder ist der Fall mit der Herausgabe der Akten erledigt?
Vermutlich sind Kopien hiervon gemacht worden.
Reicht es aus, sollten bei einer Hausdurchsuchung Firmenunterlagen gefunden werden?
Die anderen Falschaussagen werden schwer zu beweisen sein, obwohl er dieses 2 Personen gegenüber zugegeben hat.

Könnte es bei zwei laufenden Bewährungen eher zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung kommen? (immer Betrug)

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2007 | 13:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

es ist nicht nötig, die möglicherweise verwirklichten Straftatbestände namentlich zu benennen. Es genügt, wenn Sie Strafanzeige "wegen aller in Betracht kommenden Delikte" stellen. Die Strafverfolgungsbehörden werden dann von Amts wegen ermitteln und entscheiden, welche Straftatbestände vorliegen. Sie sollten alle von Ihnen erwähnten Verhaltensweisen Ihres ehemaligen Mitarbeiters so darstellen, wie Sie dies auch hier getan haben. Im Einzelfall ist auch denkbar, dass ein (versuchter) Betrug zu Lasten Ihrer Geschäftspartner vorliegt, dieser würde aber genauso verfolgt werden.
Sofern bei einer Hausdurchsuchung Firmenunterlagen gefunden würden, zu deren Besitz Ihr ehemaliger Mitarbeiter nicht berechtigt ist, wäre dies vermutlich ausreichend, um eine Unterschlagung zu beweisen.
Bei bereits zwei zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafen ist es in der Tat durchaus denkbar, dass es nunmehr zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung kommt, umso mehr, als dass es sich immer um Betrug gehandelt hat, der Täter sich also durch die bereits erfolgten Verurteilungen nicht hat beeindrucken lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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