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Unterschlagung und Urkundenfälschung

| 01.08.2012 08:40 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich hoffe, dass Sie mir meine Frage beantworten können.
Ich bin als Arzthelferin tätig.
Ich habe insgesamt 600 Euro Praxisgebühr unterschlagen im Zeitraum von 9 Monaten!(4. Quartal 2010 bis 2. Quartall 2011) Also ich habe das Geld für mich eingesteckt, weil ich große Schulden hatte und mich geschämt habe mit jemandem zu reden! Es ist niemandem aufgefallen. Zur Vertuschung habe ich noch im Computer Scheine von Patienten im nachhinneingelöscht, bei 30 Patienten.

Ich bin in neurologischer Behandlung seit Ende 2009 und habe vom neurologen 2 Medikamente bekommen. Ich habe mir in der Praxis diese Medikamente selber verordnet. DAs heißt, bei uns in der Praxis sind unabgeschlossen Rezepte mit der Unterschrift der Ärztin drauf. Ich habe mir insgesamt über einen Zeitraum innerhalb von 2 Jahren Medikamente auf Rezept ohne wissens meiner chefin ausgedruckt, also meine neurologische dauermedikation. Ich wollte es ihr nicht sagen, weil ich nicht wollte, dass sie weiß, dass ich neurologische Medikamente nehme. Außerdem wollte sie mich nicht so gerne weglassen von der Arbeit. Der weg zu meiner neurologin ist sehr weit, da bin ich auf die Idee gekommen, mir die Rezepte für mich selber auszudrucken.

Ich habe im Juli jetzt 2012 bei der Polizei ein geständnis abgelegt, weil ich mich für meine Taten schäme. Ich bin gerade dabei, das Geld an die Krankenkassen zurückzuzahlen. Ich habe einen Anwalt für diese zwei Fälle. Es ist laut Polizei Urkundenfälschung und veruntreuende Unterschlagung.

Ich bin von meiner Chefin deswegen gekündigt worden.

Ich bin nicht vorbestraft bisher. Ich werde den Krankenkassen das gesamte Geld zurückzahlen.

Was meinen Sie, wird mich vor Gericht für eine Strafe erwarten?

Ich bedanken mich bereits für die Antwort
MFG
K.F.

01.08.2012 | 10:27

Antwort

von


(1215)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach einer ersten Einschätzung - und nur eine solche ist auf der Grundlage der Sachverhaltsschilderung möglich - werden Sie eine Geldstrafe zu erwarten haben.

Zunächst war es ein guter Schritt, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Hier werden Sie die Unterstützung in rechtlicher Hinsicht erhalten, die Sie im Strafverfahren benötigen.


2.

Für Sie spricht, daß Sie ein Geständnis abgelegt haben und bestrebt sind, den Schaden wieder gut zu machen. Das sind Punkte, die in einem Strafverfahren bei der Strafzumessung positiv gewürdigt werden.

Ferner wird man auch berücksichtigen, daß Sie sich in neurologischer Behandlung befinden und hinsichtlich der Rezepte aus einer gewissen Notlage heraus gehandelt haben.

Zugute ist Ihnen auch zu halten, daß Sie durch den Verlust des Arbeitsplatzes bereits "bestraft" sind.


3.

Unter Berücksichtigung dieser Punkte werden Sie eine moderate Strafe erwarten dürfen. Dabei ist auch noch zu beachten, daß Sie die Geldstrafe in kleinen Raten werden zahlen können. Hier ist man im Allgemeinen bei der Justiz recht großzügig.


4.

Auf einen weiteren Punkt möchte ich noch hinweisen: Die Staatsanwaltschaft kann entscheiden, ob sie Anklage erhebt oder das Strafbefehlsverfahren wählt. Beim Strafbefehlsverfahren bleibt Ihnen die Hauptverhandlung, also der Gerichtstermin, erspart. Der Verteidiger kann, wenn er das für sinnvoll erachtet, anregen, das Strafbefehlsverfahren zu wählen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 01.08.2012 | 11:03

Guten Tag Herr Raab,

ich bedanke mich für Ihre schnelle Antwort, vorallem auch für die Ausführlichkeit. Das ist sehr nett!

Ich hätte noch eine Nachfrage an Sie.

Der Zeitraum in dem ich die Unterschlagung begangen habe, war insgesamt 9 Monate.

Bei den Rezepten waren es insgesamt 30 Rezepte von 2010 bis 2012. Also ich habe die Medikamente ursprünglich 2009 von meiner Neurologin bekommen. Meine Neurologin hat aber ihre Praxis nicht in der Stadt in der ich arbeite. Ich habe es während der Arbeitszeit oft nicht geschafft zu ihr zu fahren und die Rezepte abzuholen. Deswegen habe ich mir die Rezepte in der Praxis, in der ich gearbeitet habe, selber ausgedruckt.

Also ich habe die Medikamente nur für mich verwendet, weil ich sie wirklich brauche und damit keinen Handel betrieben!

Denken Sie, wenn ich vor Gericht das so erkläre, dass der Richter und Staatsanwalt das etwas versteht? Ich weiß natürlich nicht dass es nicht in Ordnung ist, aber ich wollte damit niemandem schaden.

Denken Sie, dass es auch eine Bewährungsstrafe werden könnte oder sogar eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung?

Es wäre nett, wenn Sie mir nochmals zurückschreiben würden.

Ich wollte noch anmerken, dass ich in Nürnberg (Bayern) lebe.

vielen Dank im Vorauss

K.F.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.08.2012 | 11:13

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Daß Sie die Medikamente aus den geschilderten Gründen nur für sich verwendet haben, habe ich aus Ihrer Sachverhaltsschilderung auch so herausgelesen. Deshalb bin ich bei meinen Überlegungen zum Strafmaß auch nicht davon ausgegangen, daß Sie damit gehandelt hätten.

Sowohl Gericht als auch Staatsanwaltschaft werden mit Sicherheit keinerlei Verständnisprobleme haben, wenn Sie den Sachverhalt so schildern, wie Sie ihn hier skizziert haben.


2.

Sie sind nicht vorbestraft. Unter Berücksichtigung der Aspekte, die ich in meiner Antwort dargelegt habe, halte ich eine Haftstrafe, auch wenn sie zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, für höchst unwahrscheinlich.

Bei dem Sachverhalt, wie er sich hier darstellt, dürfen Sie von einer Geldstrafe ausgehen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.08.2012 | 11:28

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