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Unterschlagung gestehen?

| 31.03.2011 12:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


15:49
Guten Tag,

Folgendes Problem:
Eine Person 29, nicht vorbestraft, arbeitet seit fast 11 Jahren für ein kleines Gewerbe an der Kasse als 400€ Nebenjob. Dort gehen außer Bargeld auch Gutscheine über die Ladentheke. 
Durch einen Zufall entdeckte die Person, dass eine Doppelbuchung dieser Gutscheine möglich ist und dies ein positives Ergebnis in der Kasse bringt. 

Nun ist diese Person häufiger knapp bei Kasse, da sie zu Anfangs nur diesen Nebenjob hatte, später eine Ausbildung anfing und nach der Ausbildung immernoch recht wenig verdient und nutzt diese Mechanik um anfangs größere Beträge (ca. 150-200 €), später seltener und kleinere Beträge (ca. 50-100€) zu unterschlagen. Bisher ist es niemandem aufgefallen, nur jetzt steht eine Betriebsprüfung für die Jahre 2008 bis heute an und die Person hat die Befürchtung, dass jetzt alles ans Tageslicht kommt. 
Nach kurzem Durchrechnen kommt es allein in diesen Jahren auf einen unterschlagenen Betrag von ca. 5.500 €. 

Nun die Frage: soll die Person schon jetzt auf den Arbeitgeber zugehen und vorab versuchen die Sache ohne Anzeige zu klären?
Wenn die Person das nicht tut, wie könnte es dann schlimmstenfalls laufen? Außerdem wären die Verjährungsfristen noch interessant, ob die Person ebenfalls die Jahre vor 2008 erwähnen sollte. 

Vielen Dank im Voraus für eine schnelle Bearbeitung. 
31.03.2011 | 13:20

Antwort

von


(194)
Unnaer Str. 3
58636 Iserlohn
Tel: 02371/13000
Tel: 0172/5256958
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Wenn tatsächlich eine Entdeckung zu besorgen ist, sollte durchaus an die Flucht nach vorne, also die Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber gedacht werden. Zwar kann auch in diesem Fall eine Strafanzeige nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Gleichwohl zeigt die Erfahrung, dass von Seiten des Arbeitgebers eher fiskalische Interessen, also die Schadenswiedergutmachung, denn eine strafrechtliche Ahndung im Vordergrund steht. Die Chancen auf eine "leide" Einigung schwinden natürlich, wenn erst durch Dritte die Tat aufgedeckt wird.

Insoweit ist es durchaus anzuraten, sich mit dem Arbeitgeber zu einigen. Hier sollte jedoch gleichzeitig ein (einzuhaltendes) Angebot für eine Wiedergutmachung unterbreitet werden.

Schlimmstenfalls, also im Falle des Entdecktwerdens im Rahmen der Betriebsprüfung, dürfte die Entlassung und eine Strafanzeige mit nachfolgendem Ermittlungsverfahren sein. Hier lässt sich zwar ein konkretes Strafmaß nicht seriös vorhersagen. Wenn die Person jedoch nicht vorbelastet ist, dürfte eine erhebliche Geldstrafe im Raum stehen. Auch eine kurze Freiheitsstrafe wäre möglich, wenn auch eher unwahrscheinlich.

Die strafrechtliche Verjährungsfrist beträgt gem. § 78 Abs. 3 Ziffer 4 StGB 5 Jahre. Insoweit wären auch Fälle vor 2008, namentlich bis ins Jahr 2006 zurück, verfolgbar.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne für Ergänzungen zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen



Marc N. Wandt

Rechtsanwalt



Kuhstraße 4
58239 Schwerte
Tel.: 02304/20060
Fax: 02304/200629

Mail: ra.wandt@strafzettel.de
Web: www.strafzettel.de
www.kanzlei-gms.de


Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2011 | 14:49

Vielen Dank schon einmal für die ausführliche Antwort.

Denken Sie, es wäre in Ordnung, wenn man dem AG zunächst einen Brief mit dem Geständnis, dass diese Tat begangen wurde und dem (auf jeden Fall ernst gemeinten) Angebot zur Schadenswiedergutmachung und die Bitte, dafür von einer Anzeige abzusehen per Post zustellt? Oder wäre das nachteilig, sollte es doch zur Strafanzeige und/oder Ermittlungsverfahren kommen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2011 | 15:49

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt.

Aus Beweisgründen ist es unerheblich, ob Sie persönlich vorsprechen oder die Angelegenheit im Rahmen eines Briefes erläutern. Während Sie im Falle eines Briefes eine Urkunde als Beweismittel produzieren, hätte man im Fall des Gesprächs den Gesprächspartner als Zeugen. Insoweit gibt es aus prozesstaktischer Sicht keinen Unterschied.

Aus psychologischer Sicht halte ich es gleichwohl für besser, persönlich das Gespräch zu suchen. Hierdurch drückt man aus, dass man sich persönlich der Verantwortung stellen will und hat nicht einen unpersönlichen Brief zwischengeschaltet. Des Weiteren kann in einem Gespräch unmittelbar auf Vorhaltungen eingegangen werden. Insoweit dürfte, soweit die Betriebsorganisation das zulässt, der persönliche Weg der bessere sein, auch wenn dies nachvollziehbarer Weise der unangenehmere ist.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.04.2011 | 13:11

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