Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.718
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterschlagung- Strafantrag zurückziehen(angst vor Fehlschlag)?-Verfahren?


08.06.2017 18:37 |
Preis: 27,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um den Gang eines Strafverfahrens mit einem/er jugendlichen Zeugen/in und die Schadensliquidation.


Hallo,
Im Dezember 2015 hatte eine gewisse Person mich unterschlagen. Da er bei einer Online-Website was bestellen wollte, hab ich ihm gefragt, ob er für mich auch was bestellen kann. Er mochte meine Skateboard-Rollen, die 40 Euro kosteten, und ich hab ihn angeboten meine Rollen zu fahren bzw. auszuleihen bis er mir das Paket mit neuen Rollen bestellte. Ich hab ihn auch 60 Euro gegeben, um meine Sachen zu bestellen. Er hatte an einem Tag angeblich seinen Geldbeutel mit meinem Geld verloren und ich hab ihn trotzdem aufgefordert mir die Sachen zu bestellen bzw. mich zu entschädigen. Er hatte dann mir ein Bild von einem Warenkorb geschickt(das Bild hab ich leider nicht mehr), um zu beweisen, dass er es bestellt hatte. Es stellte sich heraus, dass er mich betrogen hatte und das Paket nie gegeben hat(er hatte mich mal angelogen und gesagt, das Paket sei in der Schweiz gelandet und er hatte irgendwann mir gestanden, dass er mich angelogen hatte). Nach langem Schweigen hatte ich ihn aufgefordert mir mein Geld und die Rollen zurückzugeben, er hatte es in die Länge gezogen und mich wieder belogen.Er sollte mir Ersatzrollen schicken, die den gleichen Wert betragen wie die Alten. Ich ging dann zur Polizei um ihn wegen Unterschlagung anzuzeigen. Nach der Anzeige vergingen Wochen und er hatte mir Rollen geschickt, die fast abgefahren sind. Er hatte, bevor er die Rollen verschickte(ohne Geld und anonyme Adresse), mich gefragt, ob ich die Anzeige fallen lassen würde, wenn ich meine "Wunschersatzrollen" und mein Geld bekomme. Nun kam heute eine Einladung ins Gerichtshof und ich soll als Zeuge aussagen. Nun zu meiner Frage: Werde ich den Fall verlieren, da er mir irgendwie Ersatz gegeben hatte, die trotzdem dem Wert nicht entsprechen, müsse ich dann die Kosten übernehmen und wie hoch wären die Kosten? Wie läuft der Prozess ab, werde ich eine Rückerstattung bekommen, brauche ich einen Anwalt und müssen meine Eltern ins Gerichtshof erscheinen, da ich erst 16 bin(Minderjährig)? (P.S. Ich hab Chatverläufe, die beweisen, dass er lügt etc.).

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Gerne zu Ihren Fragen:

"Werde ich den Fall verlieren, da er mir irgendwie Ersatz gegeben hatte, die trotzdem dem Wert nicht entsprechen, müsse ich dann die Kosten übernehmen und wie hoch wären die Kosten? Wie läuft der Prozess ab, werde ich eine Rückerstattung bekommen, brauche ich einen Anwalt und müssen meine Eltern ins Gerichtshof erscheinen, da ich erst 16 bin(Minderjährig)?"

Antwort: Sie haben nichts zu befürchten, wenn Sie als Zeuge wahrheitsgemäß aussagen. Sie benötigen keinen Anwalt. Ihre Eltern können Sie - sofern es eine öffentliche Verhandlung (kein Jugendgericht) ist - mitbringen. Ansonsten gilt: zur Belehrung minderjähriger Zeugen (§ 52, 55 StPO):
"Kinder und Jugendliche müssen über ihr Zeugnisverweigerungsrecht und ihr Auskunftsverweigerungsrecht
informiert werden. Die Art und Weise der Belehrung ist ihrem geistigen Entwicklungsstand
anzupassen. Hat der Minderjährige die Belehrung verstanden und in die Vernehmung
eingewilligt, ist hier die Einwilligung/Genehmigung des gesetzlichen Vertreters zur Entscheidung
des Minderjährigen nicht erforderlich".

Wegen der Gerichtskosten müssen Sie sich keine Gedanken machen, denn SIE sind ja nicht angeklagt. Im Gegenteil können Sie ggf. Zeugenentschädigung beantragen, wenn Sie Verdienstausfall oder Reisekosten hatten. Das Formulr erhalten Sie dann direkt vom Protokollführer/in.

Wenn der oder die Angeklagte wegen Unterschlagung oder einer anderen Straftat (Betrug?) verurteilt wird, können Sie zivilrechtlich damit Schadensersatz nach § 823 Absatz 2 BGB in Verbindung mit ebene diesem Strafurteil bekommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.06.2017 | 19:26

Hallo,
danke für Ihre Antwort, nun habe ich noch eine Frage. Handelt es sich laut meiner Geschichte auch um Betrug? Als ich bei der Polizei war hatte ich noch gefragt ob es auch Betrug sei... Daraufhin bekam ich eine sehr trockene Antwort... Wenn ich -angenommen- den Fall gewinne, wie läuft des für den Angeklagten ab, bekomme ich meine Sachen wieder, obwohl er mir was gegeben hatte, das nicht dem Wert entspricht(kann ja die Rollen zurückgeben)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2017 | 20:17

Gerne zu Ihrer Nachfrage:
Die Abgrenzung zwischen Betrug und Unterschlagung hinsichtlich derselben Sache ist nicht immer einfach. Da "die Person" aber Ihr Eigentum nicht zurückgibt UND 60 EUR aufgrund einer Täuschung (Bild von einem Warenkorb) von Ihnen erlangt hat, kann beides in sogenannter Tatmehrheit vorliegen.

Letztlich wird das in der Gerichtsverhandlung zu klären sein.

Danach läuft das zivilrechtlich so ab, dass Sie Ihr Eigentum nach § 985 BGB zurück bekommen im Gegenzug, dass Sie die minderwertigen Rollen zurückgeben. Und natürlich auch Ihr Geld.

Oder aber Schadensersatz, sofern Ihre Rollen nicht mehr vorhanden sind.

Möglich wäre auch, Ihre zivilrechtlichen Ansprüche mit einem sog. Adhäsionsantrag direkt im Strafverfahren zu verfolgen.

Merken Sie sich diesen Fachbegriff und fragen Sie den/die Richter/in danach!

Denn das ganze ist - ohne Anwalt - etwas kompliziert: Im Jugendstrafrecht findet nämlich das Adhäsionsverfahren wegen § 81 JGG keine Anwendung, soweit das Verfahren gegen einen Jugendlichen läuft. Bei Heranwachsenden (18 - inkl. 20 Jahre), die noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, kann es nach § 109 JGG angewandt werden.

Alles Gute wünscht,
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59764 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
3,2/5,0
Hilfreiche Antwort, die etwas ausführlicher hätte sein können. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
klar und schnell - jederzeit wieder!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde sehr verständlich zu 100% beantwortet. Dankeschön! ...
FRAGESTELLER