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Unterschlagung Jugendstrafrecht

11.10.2018 04:54 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrter Anwalt,

mein Sohn arbeitete an einer Tankstelle und hat sich im Rahmen der Tätigkeit Waren und Zigaretten angeeignet ohne diese zu bezahlen. Lt. Aussage meines Sohnes geht es um einen Warenwert in Höhe von 50 bis 80 Euro. Daraufhin wurde im gekündigt und er erhielt eine Anzeige, in der er beschuldigt wurde Waren in einem Wert von 230 Euro unterschlagen zu haben. Dieser Beitrag wurde wurde ihm vom Gehalt auch abgezogen. Er machte eine Aussage bei der Polizei, wo er zugab, dass er Waren im Wert von 50 bis 80 Euro unterschlagen hatte aber nicht in der Höhe, welche ihm zur Last gelegt wird.
Gestern erhielten wir die Anklageschrift in der ein Betrag von 300 Euro stand. Mein Sohn war zum TatZeitpunkt 20 Jahre alt und hatte leider bereits ein Verfahren wegen Unterschlagung eines Fahrrads und ein Verfahren wegen BTMG, wofür er einen Arrest bzw. eine Geldstrafe bekam.
Welche Strafe ist zu erwarten und wie sollte die Prozessstrategie aussehen. Wir können uns leider keinen Anwalt leisten. Mein Sohn hat im September nochmal eine Ausbildung angefangen.
Vielen Dank
11.10.2018 | 07:02

Antwort

von


(1928)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihr Sohn sollte doch die Beauftragung eines Anwalts in Betracht ziehen; zumindest für eine Akteneinsicht und einer Beprechung über das Vorgehen.

Hinsichtlich der Taten ist Ihr Sohn offenbar schon geständig gewesen; unklar ist aber offenbar die Schadenshöhe. Diese müsste vom früheren Arbeitgeber dargelegt werden; allein die Angabe 230,00 €; bzw. 300,00 € sind für sich nicht aussagekräftig, zumal Ihr Sohn nur von einem Wert von bis 80,00 € ausgeht. Bereits deswegen sollte auf jeden Fall eine Akteneinsicht erfolgen.

Weiterhin muss die Anklageschrift bekannt sein.

Da Ihr Sohn Heranwachsender ist, er hat der 18. Lebensjahr vollendet, hängt die Anwendung des Jugendstrafrechts von seiner " sittlichen und geistigen" Reife ab. Es kann auch das Erwachsenenstrafrecht Anwendung finden, wenn das Gericht zu der Auffassung gelangt, dass Ihr Sohn nicht mehr einem Jugendlichen gleichzustellen ist , § 105 JGG.

Das sind bereits Vorfragen, die auch für ein zu erwartendes Strafmaß wichtig sind.

Grundsätzlich dürfte eine Freiheitsstrafe oder eine Jugendstrafe ohnehin nicht in Betracht kommen. Trotz der Vorbelastungen wird Ihr Sohn nicht ins Gefängnis müssen.

Wenn Jugendstrafrecht anzuwenden ist, kann aber noch letztmalig ein Arrest in Betracht kommen. Findes Erwachsenenstrafrecht Anwendung könnte im günstigen Fall noch einmal ein Geldstrafe in Betracht kommen oder eine Freiheitsstrafe, die dann allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden müsste, zumal Ihr Sohn nun eine Ausbildung begonnen hat.

Letztendlich wird es auch darauf ankommen, aus welchem Grund Ihr Sohn die Taten begangen hat. Stehen diese im Zusammenhang mit der Beschaffung von BTM und hat Ihr Sohn dazu Angaben gemacht, wird auch dieses noch zu berücksichtigen sein.

Sie können erkennen, dass für eine bessere Einschätzung der Akteninhalt bekannt sein muss. Es sollte daher zumindest die Akteneinsicht durch einen Anwalt erfolgen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Nachfrage vom Fragesteller 11.10.2018 | 07:23

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin True-Bohle,

Vielen Dank für die Information.
Wir gehen davon aus, dass mein Sohn nach Jugendstrafrecht verhandelt wird, da auch die JGH eingebunden wurde. Die JGH dürfte vermutlich die Akte auch vorliegen haben. Die Lebensmittel hat mein Sohn genommen weil er Hunger und keine Zigaretten und kein Geld dabei hatte. Das hat er auch bei der Polizei ausgesagt. Der Nachweis der Schadenshöhe muss folglich von der Arbeitgeberin erbracht werden. Eine Einstellung aufgrund Geringfügigkeit besteht nicht. Sehe ich das so richtig?
Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.10.2018 | 07:42

Sehr geehrte Ratsuchende,


danke für Ihre weiteren Informationen.

Es wird dann voraussichtlich von der Anwendung des Jugendstrafrechts ausgegangen werden.

Die Akteneinsicht sollte gerade dazu beitragen auch die Schadenshöhe zu klären. Ungeachtet dessen dürfte vermutlich wegen der Vortaten eine Einstellung nicht mehr in Betracht kommen; zumal Ihr Sohn den Schaden auch bis 80,00 € abgegeben hat.

Verstehen Sie mich richtig; man sollte die Einstellung nicht unversucht lassen. Es wird aber tatsächlich darauf ankommen, wie sich die Schadenshöhe klären lässt. Bereits aus diesem Grund sollte Ihr Sohn nochmals darüber nachdenken, zumindest einen Anwalt mit der Akteneinsicht zu beauftragen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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