Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.923
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterschlagung ?

| 14.11.2013 16:43 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rößler


Im Oktober 2010 wurde ein Einfamilienhaus nach einer Zwangsversteigerung geräumt. Die neuen Besitzer behielten einen Teil des Inventars zurück.
Die ehemalige Eigentümerin war schwer krank und hatte weder Kraft noch Geld, sich dagegen zu wehren. Nun ist sie durch Zufall auf den Tatbestand der Unterschlagung gestoßen.
Deshalb jetzt folgende Fragen
1. Könnte diese Verhalten als Unterschlagung bezeichnet werden?
2. Wann ist es verjährt?
3. Es gibt Quittungen und Fotos, die die Dinge bezeichnen, die zurückgehalten wurden, genügt das als Eigentumsnachweis?
4.Wie kann man verhindern, dass die Dinge jetzt noch entfernt werden,( deshalb wurde nie die Herausgabe gefordert). So wie die neuen Eigentümer sich verhalten, wäre damit zu rechnen , dass alles weggeschafft und bestritten wird.
5. Falls eine Anzeige sinnvoll erscheint, können Sie einen Anwalt empfehlen oder hätten Sie selbst Interesse an der Vertretung?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Eine Unterschlagung gemäß § 246 StGB kommt in Betracht, die Angaben in der Fragestellung sind allerdings für eine zuverlässige Aussage einer Strafbarkeit zu vage. Unterstellt, dass mit Inventar bewegliche Gegenstände gemeint sind, können diese auch unterschlagen werden (durch rechtswidrige Aneignung); sollte das Inventar Bestandteil des Hauses sein, könnte das Eigentum kraft Gesetzes übergegangen sein. Ferner ist fraglich, in wie fern Tatvorsatz vorliegen könnte. Sollte den neuen Eigentümern die Eigentumslage an den Gegenständen zur Kenntnis gelangt sein und die Herausgabe trotzdem abgelehnt werden, könnte zwar ein entsprechender Tatvorsatz in Betracht kommen; offenbar scheint die Herausgabe aber noch nie verlangt worden zu sein(?).
2.
Die Verjährung richtet sich nach § 78 StGB; gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit Beendigung der Tat und wäre hier daher noch nicht verjährt.
3.
Ob im Ergebnis der Eigentumsnachweis hierdurch gelingen kann, hängt von weiteren Umständen ab. Grundsätzlich ist die Vorlage von Rechnungen und Quittungen ein recht gutes Mittel, Eigentum an Gegenstände nachzuweisen. Für den jetzigen Besitzer könnte allerdings die Eigentums-vermutung des § 1006 BGB streiten.
4.
Grundsätzlich ist von einem eigenmächtigen Handeln abzuraten. Ein einfaches "Wiederholen" der Gegenstände dürfte ausscheiden, wenn diese sich im fremden Haus befinden. Zielführend ist vorliegend sicherlich auf dem Zivilrechtsweg die Herausgabe des Eigentums zu verlangen. Wie die Besitzer hierauf reagieren, kann nicht beurteilt werden; ein Wegschaffen der Gegenstände dürften aber Schadensersatzansprüche auslösen und könnte ebenfalls strafbar sein.
5.
Im Fall des Interesses an einer Vertretung stehe ich gern zur Verfügung. In diesem Fall könnten auch weitere Details erörtert werden, was angesichts der bisherige Schilderung des Falles dringend angezeigt wäre.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
LL.M. (WirtschaftsstrafR) Tobias Rößler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2013 | 18:47

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Wenn ich Sie richtig verstanden habe,muss zuerst zivilrechtlich die Herausgabe verlangt werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2013 | 19:02

Kein Problem!
Nein, eine Strafbarkeit nach § 246 StGB setzt nicht ein (erfolgloses) zivilrechtliches Herausgabeverlangen voraus; es wird sich allerdings rein praktisch bei Erstattung einer Strafanzeige die Frage stellen, ob sich der Eigentümer überhaupt jemals um Herausgabe bemüht hat. Der "Verfolgungswille" der Behörden dürfte hiervon nicht ganz unerheblich abhängig sein - allerdings neben anderen Faktoren im Zusammenhang mit der "Inbesitznahme" der Gegenstände.


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 05.12.2013 | 22:14

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine präzise und hilfreiche Antwort trotz meines geringen Gebotes, dafür danke."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.12.2013 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hervorragende sehr hilfreiche Antwort! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wunderbar, prompte Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre ausgesprochen kompetente und umfassende Bewertung des Sachverhalts. Sie haben mir für mein weiteres Vorgehen in der unerfreulichen Angelegenheit sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER