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Unterschlagung

31.03.2006 14:56 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
aus Geldnöten habe ich im Jahr 2001 an die Firma, in der ich beschäftigt bin, Rechnungen über Transportleistungen geschrieben. Die Transporte wurden auch ausgeführt, aber ein Gewerbe hatte ich nicht angemeldet. Die Rechnungen waren in Höhe von 50.000 EUR.

Bei einer internen Revision ist jetzt aufgefallen, daß mit den Rechnungen etwas nicht stimmt. Unterlagen oder Transportbestätigungen habe ich auch nicht mehr.

Was bzw. welche Strafen können da auf mich zu kommen.

31.03.2006 | 16:47

Antwort

von


(157)
Meßberg 1
20095 Hamburg
Tel: 040/4689 76 75
Web: http://www.rechtsanwalt-bartels.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich aufgrund der von Ihnen erteilten Informationen wie folgt beantworte:

Durch das Ausstellen der falschen Rechnungen und der dadurch veranlassten Auszahlunge Ihres Arbeitgebers an Sie, haben Sie sich eines Betruges strafbar gemacht, § 263 StGB: Betrug . Das Gesetz hierfür Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor.

Aufgrund des hohen Schadens Ihres Arbeitgebers von 50.000,00 EUR und der Tatsache, dass Sie als Mitarbeiterin in einem besonderen Vertrauensverhältnis gegenüber dem geschädigten gestanden haben, müssen Sie im Falle einer Verurteilung wahrscheinlich mit einer Freiheitsstrafe von 3 bis 9 Monaten rechnen, die aber sichzerlich zur Bewährung ausgesetzt werden würde, wenn es keine einschlägigen Vorstrafen gibt. Bei der vom Gericht vorzunehmenden Strafzumessung wird es u.a. auch darauf ankommen, ob und in welcher Höhe Sie den Schaden Ihres Arbeitgebers wieder gutmachen werden. Ob diese Möglichkeit besteht kann ich nicht beurteilen, es würde sich aber in jedem Fall positiv auf das Strafmaß auswirken.

Die Einleitung eines Strafverfahrens ist aber nicht zwingend, sondern dies geschieht nur, wenn Ihr Arbeitgeber Strafanzeige erstattet. In vergleichbaren Fällen ist es durch aus üblich, dass der Arbeitgeber auf die Strafanzeige verzichtet, wenn der Arbeitnehmer Schadenwiedergutmachung in angemessenber Höhe leistet.Ich empfehle Ihnen daher dringend entsprechende Verhandlungen mit dem Arbeitgeber aufzunehmen. Hierbei sollten Sie sich durch eine Kollegin oder einen Kollegen vor Ort beraten lassen. Da ich aufgrund Ihrer Schilderungen davon ausgehe, dass die Tat auch bereits entdeckt worden ist und Ihre Täterschaft schnell nachgewiesen werden kann, sollten Sie auch rasch handeln, da ein einmal eingeleitetes Strafverfahren wegen Betruges nicht mehr durch eine "Rücknahme" der Strafanzeige gestoppt werden kann.

Der Umstand, dass Sie kein Gewerbe angemeldet hatten wird sich nicht nachteilig auswirken, da Sie tatsächlich auch nie eine gewerbliche Tätigkeit ausgeübt haben.

Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und verlbeibe

mit freundlichen Grüßen


Stephan Bartels
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Stephan Bartels

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