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Unterschiedliche Namen in der Türkei und in Deutschland - Namensänderung möglich?


| 30.12.2010 14:41 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin als Sohn türkischer Eheleute in Deutschland geboren. Mein Vater gab mir einen Vornamen der in der Türkei nicht sehr geläufig ist, welcher beim deutschen Standesamt in die Geburturkunde eingetragen wurde. Da er mich auch im türkischen Generalkonsulat anmelden musste, akzeptierte der zuständige Beamte meinen Vornamen nicht und nötigte meinen Vater, mir noch einen türkischen Vornamen dranzuhängen, dies tat mein Vater auch, vergaß aber, diesen auch beim deutschen Standesamt nachtragen zu lassen. So wurde ich bei den türkischen Behörden unter zwei Vornamen und in Deutschland unter einem Vornamen registriert. Als ich am 20.02.2001 die deutsche Staatsangehörigkeit annahm, ließ ich den türkischen Vornamen, da er bei den deutschen Behörden keine Rolle spielte, einfach weg - ein schwerwiegender Fehler.

Wir sind drei Geschwister und von unseren verstorbenen Eltern haben wir ein Grundstück in der Türkei geerbt. Dieses Jahr fand sich ein Käufer, daraufhin flog ich im November in die Türkei, da ich als Erbberechtigter den Kaufvertrag mitunterzeichnen musste. Als wir auf dem zuständigen Grundstücksamt waren, mussten wir uns alle ausweisen, ich hatte mir zuvor vom türkischen Konsulat eine sogenannte "Blaue Karte" ausstellen lassen, welche bestätigt dass ich mal türkischer Staatsbürger war und mit der ich berechtigt bin Immobiliengeschäfte in der Türkei zu erledigen. Allerdings sind auf dieser auch meine beiden Vornamen eingetragen, während in meinem deutschen Ausweis nur ein Vorname steht. Aufgrund dessen weigerte sich der Beamte mich als Verkaufsberechtigter anzuerkennen. Ich hatte sämtlich Unterlagen von meiner Geburt bis zum Austritt aus der türkischen Staatsangehörigkeit dabei und wollte sie ihm zeigen, doch er sah die Papiere nicht einmal an. Er schrie mich an, ich solle das mit meinen Namen in Ordnung bringen. Ich versuchte dies über einen Anwalt in der Türkei, doch ausser dass ich mittlerweile einen Haufen Geld los bin ist nichts passiert. Namensänderungen in der Türkei seien so gut wie unmöglich hieß es. Ich kann nicht einmal das Erbe ausschlagen da ich mich nicht einwandfrei identifizieren kann.
Also ging ich zum Standesamt in Deutschland und versuchte dort mir meinen zweiten Vornamen in meinen Ausweis eintragen zu lassen, doch die Standesbeamtin sagte, das ginge nicht, weil ich in Deutschland unter diesem Vornamen nie geführt wurde.
Vor kurzem fiel mir ein alter Einkommensteuernachweis (aus der Zeit vor meiner Einbürgerung) vom Finanzamt in die Hände, dort standen bei meiner Anschrift doch tatsächlich beide Vornamen darauf.

Meine Frage ist nun:
Gibt es eine Möglichkeit meinen zweiten Vornamen, der in meinem türkischen Pass stand, in meinen deutschen Ausweis einzutragen. Anhand der Unterlagen kann ich lückenlos aufweisen, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.
30.12.2010 | 16:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Das Hinzufügen eines weiteren Vornamens stellt eine Namensänderung im Sinne des Namensänderungsgesetzes dar.

Die Beamtin auf dem Standesamt hat zunächst richtig reagiert, denn es ist nicht möglich, ohne entsprechenden Antrag und ohne die erforderlichen Nachweise einen weiteren Vornamen in den Ausweis eintragen zu lassen, wenn Sie bis dato unter diesem Vornamen in Deutschland nie geführt worden sind.

Gemäß § 3 Namensänderungsgesetz ist die Änderung eines Namens möglich, wenn ein "wichtiger Grund" im Sinne des Namensänderungsgesetzes die Änderung rechtfertigt. Ein solcher wichtiger Grund ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers so wesentlich ist, dass die Belange der Allgemeinheit, die in der Regel die Beibehaltung des bisherigen Namens fordern, zurücktreten müssen.

Ob bei gewünschten Namensänderungen ein wichtiger Grund im Sinne des Namensänderungsgesetzes vorliegt, ist immer eine Einzelfallentscheidung und im Streitfall Richterentscheidung. Wie ein Richter entscheiden würde, kann natürlich nicht seriös vorausgesagt werden. Meiner Einschätzung nach könnte in Ihrem Falle aber durchaus ein wichtiger Grund im Sinne des Namensänderungsgesetzes vorliegen. Sie als Antragsteller haben ja offenbar nur mit einer Namensänderung die Möglichkeit, in der Türkei Immobiliengeschäfte zu tätigen beziehungsweise Sie können sich ohne die Namensänderung in der Türkei ja nicht einmal zweifelsfrei identifizieren. Auch vor dem Hintergrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung, die die Namensänderung für Sie haben dürfte, denke ich, dass hier eine realistische Chance besteht, dass dem Antrag stattgebeben wird.

Sie müssen also einen Antrag auf Namensänderung stellen. Zuständig ist dafür das Standesamt. Dort dürfte es die entsprechenden Vordrucke für einen Antrag auf öffentlich-rechtliche Namensänderung geben. Einen solchen können Sie beispielsweise hier finden:

http://www.muenchen.de/cms/prod1/mde/_de/rubriken/Rathaus/50_kvr/standesamt/pdf/namensaenderungsantrag.pdf

Die Gebühren für die Namensänderung können von Standeamt zu Standesamt unterschiedlich sein. Genaue Angaben hierzu sind deswegen im Rahmen dieser Plattform nicht möglich, bitte fragen Sie diesbezüglich beim zuständigen Standesamt nach.

Sie müssen den Antrag auf Namensänderung auch schriftlich begründen. Aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung, die dieser Anntrag vermutlich für Sie haben dürfte, rate ich Ihnen, sich mit einem Rechtsanwalt vor Ort in Verbindung zu setzen, damit dieser gemeinsam mit Ihnen die Begründung ausarbeiten und den Antrag ausfüllen kann. In jedem Fall muss deutlich werden, dass hier ein wichtiger Grund im Sinne des Namensänderungsgesetzes vorliegt. Oftmals werden behördliche Anträge aufgrund von formalen Fehlern abgelehnt- die Beauftragung eines Anwalts, der den Antrag vor dem Einreichen beim Standesamt nochmal prüft, sollte dem entgegenwirken.

Sollte das Standesamt den Antrag ablehnen, weil die Behörde keinen wichtigen Grund im Sinne des Namensänderungsgesetztes zu erkennen vermag, hätten Sie noch die Möglichkeit, vor dem Verwaltungsgericht auf Namensänderung zu klagen. Spätestens hier sollten Sie aber unbedingt einen Rechtsanwalt mit der Wahrung Ihrer Interessen beauftragen.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Informationen weggelassen, hinzugefügt oder unklar dargestellt worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Eine ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort, der gemeinsam mit dem Mandanten alle relevanten Informationen erarbeitet, kann und will durch diese Plattform nicht ersetzt werden.

Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 30.12.2010 | 17:21


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