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Unterschied beschränkte und erweiterte beschränkte Steuerpflicht

| 15.01.2011 16:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Worin unterscheiden sich hinsichtlich der Steuerlast und Besteuerungsumfang die "normale" beschränkte Steuerpflicht nach § 49 EStG zu der erweiterten beschränkten Steuerpflicht nach § 2 AStG? Ich bin Deutscher mit Wohnsitz in Frankreich, selbstständig mit Unternehmensbeteiligungen in Deutschland. Mir genügen die groben Unterschiede, kurzgefaßt.


Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung und den Vorgaben dieser Plattform.

Der Besteuerungsumfang nach § 2 AStG ist bei Vorliegen der Voraussetzungen (Umzug in ein Niedrigsteuerland und wesentliche inländische wirtschaftliche Interessen) weiter und geht über die in § 49 EStG genannten Einkünfte hinaus, es werden alle anderen Einkünfte erfasst, die nicht im Katalog der ausländischen Einkünfte nach § 34d EStG genannt sind (sog. erweiterte Inlandseinkünfte). Dies sind, soweit nicht bereits im Rahmen des § 49 Abs. 1 EStG erfasst, z.B. Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die weder einer inländischen noch ausländischen Betriebsstätte zuzurechnen sind.
Um die Anwendung des § 2 AStG zu erfüllen, müssen im Jahr des Wohnsitzwechsels und während der folgenden zehn Jahre folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
1. in einem ausländischen Gebiet ansässig und dort nicht oder nur niedrig besteuert oder in keinem Gebiet ansässig und
2. wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland beibehalten.
Wenn in diesem Zeitraum diese beide Voraussetzungen zusammen nicht gegeben sind, verbleibt es bei der beschränkten Steuerpflicht nach § 1 Abs.4 in Verbindung mit § 49 EStG.
Der Hauptunterschied ist gewiss die Frage des Umzugs in ein Niedrigssteuerland.
Die beschränkte und erweiterte beschränkte Steuerpflicht können auch wechseln, z.B. wenn man seinen Wohnsitz zunächst in ein nicht niedrig besteuerndes Gebiet und später von dort aus in ein niedrig besteuerndes Gebiet verlegt. § 2 AStG ist so formuliert, dass „während" zehn Jahren dieser Status zu prüfen ist. Nach der Systematik der sogenannten „Abschnittsbesteuerung" wird dann jedes Jahr von neuem geprüft, welche Situation in den persönlichen Verhältnissen vorliegt.
Der Steuersatz, bzw. die Berechnung der Steuer nach dem EStG ist für beide Situationen gleich, es gibt keine Sonderberechnung für Einkünfte nach dem AStG.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und stehe für eine Nachfrage gerne zur Verfügung. Sollten Sie insbesondere eine Frage zum Umfang der „wesentlichen wirtschaftlichen Interessen im Inland" haben, präzisieren Sie dies bitte. Es kam in Ihrer Frage nicht deutlich zum Ausdruck, welcher Aspekt Sie hier besonders interessiert.

Mit freundlichen Grüßen


Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 15.01.2011 | 18:39

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