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Unternehmensberatung - hohe Kosten, Rechnungsstellung in angemessener Frist


14.01.2007 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zeitraum vom 28.01.2005 bis zum 14.04.2005 habe ich Leistungen eines Existenzgründer-Beraters in Anspruch genommen. Die Rechnung hierzu wurde erst am 27.12.2006 ausgestellt.
Ist die Frist noch angemessen und kann ich gegen den Rechnungsbetrag bzw. Teile davon, angehen?
Hierzu folgender Sachverhalt:
Die o.g. Leistungen basierten auf die Beratung und die Erstellung eines Existenzgründerkonzeptes bezügl. meiner (anfänglichen) Selbstständigkeit nach Arbeitslosigkeit.
Da die Beratung anfänglich im Rahmen einer von der AfA (Agentur für Arbeit) angebotenen Weiterbildung verlief, war von entstehenden Kosten keine Rede. Es hieße, die AfA zahle sein Honorar und Leistung. Ein Angebot über die Leistungen, über die Höhe des Honorars und Reisekosten habe ich weder mündlich noch schriftlich bekommen. Der Berater hat mir diverse Formulare für und von der AfA hingelegt, die ich "ganz schnell zu unterschreiben" hätte, was ich leider auch tat. Eine Kopie habe ich nie bekommen.
Wie ich durch die AfA schriftl. erfuhr, wurde der Antrag auf Begleitung einer selbständigen Arbeit am 11.02.2005 gestellt und erst am 11.10.2005 abgegeben. Zusätzlich wurden Fördermittel beantragt, diese Fördermittel habe ich schriftlich bei der AfA a. 29.11.2005 abgewiesen, da eine Selbstständigkeit für mich nicht mehr in frage kam.
Daraufhin bekam ich Anfang Dezember 2005 einen unfreundlichen Anruf des Beraters, ich würde "eine saftige Rechnung" bekommen.
Die Rechnung beträgt rd. 1.643 EUR. Für die Erstellung des Gründerkonzeptes wurden 8 h berechnet, was mir sehr viel erscheint, zumal es sehr fehlerbehaftet war. Die anschließende telefonische Besprechung zwecks Fehlerbehebung kostet mich nochmals 25,00 EUR und eine Korrekturlesung durch seinen Kollegen weitere 25 EUR. (Von einem weiteren Berater war nie die Rede). Der Berater war 2x bei mir vor Ort (Fahrtkosten von 216 EUR (120 km) lt. Rechnung). Zwar wurde in beiden Gesprächen auch von der Selbständigkeit gesprochen, aber hauptsächlich ging es ihm um private Versicherungen, die ich doch abschließen solle. Er ist auch als Versicherungsmakler bei der Deutschen Vermögensberatung tätig. Das Versicherungskonzept hat er mir bei dem 2. Besuch ausgehändigt. Es liegt mir noch vor. Nun werden mir beide Termine mit 450 EUR für 9 h (!) in Rechnung gestellt.

Wie kann ich nun gegen diese Rechnung vorgehen? Muss ich die gesamte Summe zahlen? Welche Möglichkeiten habe ich?

Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich im Voraus!

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen








































































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Sehr geehrter Herr, sehr geehrte Dame,

auf Grundlage der geschilderten Details erlaube ich mir, Ihre Frage wie nachfolgend summarisch zu beantworten. Bitte beachten Sie, dass bedingungsgemäß eine Erstberatung geboten wird, die eine genaue und abschließende weiterführende Beratung nicht ersetzt!

1. Die Frist für die Geltendmachung des Rechnungsbetrages ist durchaus noch angemessen. Die regelmäßige Verjährung (drei Jahre) ist hier ebenso wenig einschlägig.

2. So wie Sie den Sachverhalt darstellen, beruhen die wesentlichen Fakten, die die Rechnung tragen könnten, auf mündlichen Gesprächen sowie auf Stunden Angaben, die der Berater selbst gemacht hat. Darüber hinaus kann ich auch nicht erkennen, aufgrund welcher Abrede sie verpflichtet sein sollen, das betreffende Honorar zu zahlen. Zwar dürfte es schwierig sein, nachzuweisen, dass der Herr geäußert hat, Ihnen nichts in Rechnung stellen zu wollen. Es ist aber nun so, dass der Anspruchsteller durchaus verpflichtet ist, eine vertragliche Vereinbarung zu beweisen. Solange dies nicht gelingt, sehe ich keine Handhabe, wie er von Ihnen das Geld bekommen möchte. Allerdings sage ich dies vorbehaltlich einer exakten Vertragsprüfung, wie dieses Forum nicht ersetzen kann. Offenbar versucht der Herr Versicherungsmakler seine gescheiterten Bemühungen, Ihnen Versicherungen aufzuheben, nun zu vergolden.

Ich kann Ihnen nur dringend anraten, die Rechnung nicht zu bezahlen sowie Rechnung und zugrunde liegenden Vertrag abschließen von einem Kollegen Ihres Vertrauens prüfen zu lassen. Weiterhin kann ich nur anraten, dass sie das Arbeitsamt über die Methoden des Herren informieren. Verständlich können Sie ihn darüber vorher in Kenntnis setzen. Angesichts der Versprechungen, Ihnen nichts in Rechnung zu setzen, sehe ich auch Anhaltspunkte für einen möglichen Betrug, den Sie natürlich zur Anzeige bringen könnten. Dies müssen natürlich Sie abschließend entscheiden.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Für eine weitere Vertretung schreiben Sie mich bitte ausschließlich über die untenstehende email an, ich rufe dann gerne zurück!

Hochachtungsvoll

Rechtsanwalt Hinrichs

rahinrichs@gmx.de

Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2007 | 19:19

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Hinrichs,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Mit dieser Mail möchte ich die Chance nutzen, Ihnen zu diesem Fall eine weitere Frage zu stellen:

Soll ich nun so vorgehen, dass ich zunächst dem Berater schreibe, seine Rechnung nicht zu bezahlen unter Angabe der oben genannten Gründe, oder wie soll ich am besten vorgehen?

Vielen Dank für Ihr weiteres Bemühen!

Ich verbleibe mit hoffnungsvollen und freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2007 | 12:18

Danke für Ihre Nachfrage, die ich hiermit gerne beantworten möchte. Das weitere Vorgehen wird einstweilen davon abhängen, wie genau die vorliegende Rechnung aufgeschlüsselt ist. Soweit dort noch einzelne Positionen zu bemängeln sind beziehungsweise einzelne Positionen nähere Darlegung erfordern, macht es durchaus Sinn, dies außergerichtlich mit dem Berater zu klären.

Soweit allerdings einzelne aufgeschlüsselte Bestandteile dieser Rechnung bestritten werden oder jedenfalls die Bereitschaft fehlt, diese Positionen zu bezahlen, macht es durchaus Sinn, nichts weiter zu veranlassen. Dementsprechend wäre der Berater dann gezwungen, Klage zu erheben beziehungsweise sie ebenfalls den gerichtlich in Anspruch zu nehmen. Wenn er aber klagt, hat er zunächst den vollen Begründungsaufwand für die geltend gemachten Rechnungspositionen. Natürlich steht es ihn ebenso frei, mit dem Berater eine Vereinbarung zu treffen. Allerdings kann ich im Rahmen der knappen Sachverhaltsangaben nicht ermessen, ob dies hier angezeigt wäre. Tendenziell meine ich, dass eine überzogene Rechnung nicht im Rahmen einer Übereinkunft geheilt werden kann. Taktisch sinnvoll wäre meines Erachtens vor allem, dass sie einen Kollegen Ihres Vertrauens vor Ort beauftragen, den Fall außergerichtlich zu vertreten. Ich könnte mir vorstellen, dass ein anwaltliches Schreiben den Gegner durchaus beeindrucken könnte. Natürlich entstehen dadurch weitere Kosten.

Hochachtungsvoll

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