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Unternehmen setzt Ausbildungskosten des GF zu Privatpiloten als Betriebsausgabe


23.11.2016 09:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Ein Geschäftsführer eines Unternehmens macht Ausbildung zum Privatpiloten (PPLA).un möchte diese Kosten von seinem Unternehmen bezahlt bekommen.
Die Lizenz verfällt nach zwei Jahren wenn der Pilot nicht eine bestimmte Anzahl von Stunden innerhalb dieser zwei Jahre fliegt.
Das Unternehmen kauft ein Kleinflugzeug welches wie ein Fahrzeug im Unternehmen behandelt wird.
Der Geschäftsführer führt, wie das gesetz es erfordert, ein sogenanntes "persönliches Flugbuch" welches mit einem Fahrtenbuch vergleichbar ist. In diesem Flugbuch sind nur die Flüge des Geschäftsführers enthalten, keiner anderen Person. In diesem Flugbuch sind folgende Informationen enthalten; laufende Nummer dfes Fluges, Datum, Flugzeug Art und seine Kennung, der Name des verantwortlichen Piloten als auch der Begleiter, Flugbeginn, Flugende, Anzahl der Landungen, nach welchem Flugregeln geflogen worden ist, der Zweck des Fluges und zum Schluss in Bemerkungen könnte man noch einige weitere Informationen eintragen.


Wenn nun aus dem Flugbuch eindeutig zu entnehmen ist dass der Geschäftsführer nur für das Unternehmen fliegt und keine Privatflüge macht dann stellt sich die Frage:

Kann das Unternehmen die Ausbildungskosten des Geschäftsführers zum Privatpiloten als Geschäftsausgabe geltend machen?


mit freundlichem Gruß
Fragestellender
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden. Es wird am Ende darauf ankommen, ob die Kosten des Flugzeuges vom Finanzamt als angemessen betrachtet werden. Hierzu zitiere ich die Hinweise aus den Richtlinien zur Einkommensteuer:

"Angemessenheit.
Bei der Prüfung der Angemessenheit von Aufwendungen nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG ist darauf abzustellen, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen hätte. Neben der Größe des Unternehmens, der Höhe des längerfristigen Umsatzes und des Gewinns sind vor allem die Bedeutung des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg und seine Üblichkeit in vergleichbaren Betrieben als Beurteilungskriterien heranzuziehen (→ BFH vom 20. 8. 1986 – BStBl. II S. 904, vom 26. 1. 1988 – BStBl. II S. 629 und vom 14. 4. 1988 – BStBl. II S. 771).

Hubschrauber. Bei der Angemessenheitsprüfung ist darauf abzustellen, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer einen Hubschrauber angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten ebenfalls als Transportmittel eingesetzt hätte. Dies ist von Fall zu Fall neu zu entscheiden. Sollte sich dabei ergeben, dass die Kosten des Hubschraubers dessen Nutzen deutlich übersteigen, ist ein Teil der Hubschrauberkosten nicht als Betriebsausgaben abziehbar (→ BFH vom 27. 2. 1985 – BStBl. II S. 458)"

Nur dann, wenn später die Angemessenheit des Abzugs der Flugzeugkosten erfolgt, ist es überhaupt denkbar, dass auch die Ausbildungskosten für den Geschäftsführer als Betriebsausgabe in Betracht kommen.
Da hier aber immer auch die Möglichkeit der privaten Nutzung besteht und eine eindeutige Zuordnung zum geschäftlichen Betrieb ausscheidet, solange Sie nicht absolut zwingend begründen können, warum das Unternehmen unbedingt ein Flugzeug benötigt, halte ich einen Betriebsausgabenabzug für die Pilotenausbildung selber für ausgeschlossen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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