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Untermieter außerordentlich und fristlos kündigen

| 30.07.2021 09:14 |
Preis: 100,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


17:55

Schönen guten Tag.

Mein Anliegen dreht sich um die Frage ob ich als Hauptmieter meinem Untermieter wegen Beleidigung und Bedrohung fristlos kündigen kann.
Ich wohne in einer dreier WG, zusammen mit einem weiteren Hauptmieter und besagtem Untermieter. Seit mehreren Monaten hat sich das Verhältnis zu unserem Untermieter immer weiter verschlechtert. Nach einem Streit vor zwei Monaten baten wir den Untermieter aus zu ziehen. Bereits dort hagelte es viele Beleidigungen aber ich habe versucht für Frieden zu sorgen und im Rahmen des versuchten Friedens keine Kündigung geschrieben, da der Untermieter bereit war aus zu ziehen. Jedoch war er immer sehr wage wann dies geschehen würde und um ihm das Ausziehen zu erleichtern versprach ich ihm dass wir wenn es soweit wäre einen Aufhebungsvertrag machen würden, damit er nicht auf Kündigungsfristen achten muss. Dies hat für ein paar Wochen für Frieden gesorgt, leider aber nicht auf dauer.
In letzter Zeit häuften sich die Beleidigungen des Untermieters und auch der zweite Hauptmieter in unserer WG wurde schwer beleidigt.
Gestern wurde es aber doch zu extrem und sehr bedrohend als der Untermieter in mein Zimmer kam und mich mit Bastard, Rassist und der gleichen beschimpfte. Dann schlug er Dinge von meinem Nachttisch, prügelte auf meinen Bettkasten ein und verbog mutwillig meine Türklinke und sagte dazu dass wir ihm trotz den Schäden die volle Kaution auszahlen werden oder wir würden ihn richtig kennen lernen. Dann kam er gefährlich nahe vor mein Gesicht und meinte er würde mich ´´ ficken´´, er sei auf der Straße aufgewachsen und ballte seine erhobene Faust. Dem anderen Hauptmieter gegenüber hat er sich ähnlich verhalten.
Hier wieder zu meiner Frage ob solch ein Verhalten als unzumutbar für uns als Hauptmieter gilt und wir ihm eine fristlose Kündigung aussprechen können oder müssen wir tatsächlich auf Körperliche übergriffe warten?

30.07.2021 | 10:01

Antwort

von


(278)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Nach neuer Rechtsprechung führen körperliche Übergriffe eines Mieters oder auch Mitmieters zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht. In dem Fall, den ich gefunden habe, ging es jedoch um eine tatsächlich durchgeführte Körperverletzungshandlung. In Ihrem Fall kann der Sachverhalt bislang lediglich als Bedrohung gewertet werden.

Es kann gut sein, dass im Falle einer außerordentlichen Kündigung und anschließender Räumungsklage Ihnen das Gericht bereits aufgrund der jetzigen Vorkommnisse Recht gibt.

Allerdings ist eine außerordentliche Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt risikoreich, da Sie den Untermieter offenkundig noch nicht förmlich abgemahnt haben.

Ich rate daher dazu, dem Untermieter eine schriftliche Abmahnung zukommen zu lassen, indem Sie ihn auffordern, Ihnen und anderen Personen aus der Wohngemeinschaft gegenüber keine Bedrohungen etc. mehr auszusprechen und auch keine Gegenstände mehr zu beschädigen.

Sollte es nach dieser Abmahnung zu einem ähnlich gelagerten neuen Vorfall kommen, steht Ihnen das besagte fristlose Kündigungsrecht zu.

Zusammengefasst rate ich also dazu, den Untermieter zunächst förmlich abzumahnen und im Falle einer weiteren Zuwiderhandlung eine Kündigung auszusprechen.

Sollten Sie Hilfe bei den Abfassen des Abmahnungsschriftsatzes benötigen, können Sie sich gerne vertrauensvoll per E-Mail an mich wenden.

Ansonsten wünsche ich Ihnen in dieser Angelegenheit alles Gute und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 30.07.2021 | 10:28

Vielen Dank für die Antwort,

habe ich sie richtig verstanden dass eine Abmahnung zwingend erforderlich ist? Unsere Umstände hier sind etwas extrem und um ehrlich zu sein habe ich Angst um meine Körperlicheunversehrtheit, sollte ich eine Abmahnung aussprechen. Bei einer fristlosen Kündigung könnten der andere Hauptmieter und Ich solange bei Verwandten und Freunden unterkommen bis unsere Wohnung wieder bewohnbar ist. Bei einer Abmahnung gäbe es keine Frist, nach der wir wieder in unserer Wohnung leben könnten.
Gibt es keinen Weg eine solche Abmahnung zu umgehen?
Wir sind beide sehr verzweigelt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.07.2021 | 17:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Rückfrage wie folgt.

Das kann ich natürlich verstehen. Wenn sich die Sache so gefährlich darstellt, können Sie fristlos kündigen. Allerdings müssten Sie, wenn der Untermieter nicht auszieht, Räumungsklage erheben. Wie bereits dargestellt, ist Ihr Risiko, dass das Gericht zu dem Ergebnis kommt, dass die Drohungen möglicherweise doch nicht ausgereicht haben, um fristlos ohne Abmahnung zu kündigen.
Deshalb hatte ich zu der Abmahnung geraten.

Wenn sich die Sache objektiv als so gefährlich darstellt, dass Sie sich nicht mehr in die Wohnung trauen, können Sie fristlos kündigen.

Rufen Sie, wenn es zu einer weiteren Bedrohung kommen sollte, unbedingt die Polizei, damit die Sachen auch aktenkundig werden.

Ich hoffe, Ihre Rückfrage in Ihrem Sinne beantwortet zu haben und wünsche Ihnen weiterhin Alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.08.2021 | 15:07

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