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Unterlassung mit Todesfolge im Pflegeheim

| 07.09.2020 09:51 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vorgeschichte:

meine Mutter war in den vergangenen zwei Jahren im Pflegeheim und ist vorige Woche nach einem Sturz im Krankenhaus verstorben, ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu haben. Laut Ärzte war nicht die Kopfverletzung/Platzwunde die Todesursache - das Schädel-CT sei in Ordnung gewesen. Statt dessen wurde in einer Not-Op wenige Stunden nach Einlieferung der Mastdarm entfernt. Laut operierenden Arzt war dieser vollständig nekrotisiert und "bereits pechschwarz".

Sie mußte trotz erfolgreicher OP an die Dialyse angeschlossen werden, vermutlich durch die toxischen Ausschwemmungen. Ob die anderen akuten Symptome ebenfalls durch die Nekrose verursacht wurden, kann ich als Laie nicht beurteilen (Vorhofflimmern, Bewußtlosigkeit, Nieren- und Leberinsuffizienz).

Nun existiert von der Unfallnacht eine Sprachaufnahme meiner Mutter. Sie hatte laut Anrufliste versucht, mich telefonisch um 3:37 Uhr morgens zu erreichen. Ebenso hatte sie versucht, ihre ehrenamtliche Besucherin zu erreichen. Diese hat eine Anrufbeantworterfunktion, ich aber nicht. In der - dramatischen und für uns beide extrem belastenden - Sprachaufnahme hört man meine Mutter, wie sie weint, vor Schmerzen schreit und um Hilfe fleht. Sie habe furchtbarste, unerträgliche Krämpfe, sie glaube zu sterben. Die Nachtschwester nähme sie nicht ernst und habe Hilfe verweigert und die Tür zugeknallt. Sie bekäme weder Schmerzmittel noch würde ein Arzt gerufen, sie solle Ruhe geben und schlafen.

Meine Mutter wurde um 6:15 Uhr durch einen befreundeten Mitbewohner auf dem Boden in Blut liegend aufgefunden. Ihr Rollstuhl sei am anderen Ende des Zimmers gewesen. Dieser steht normalerweise direkt vor ihrem Bett, da meine Mutter zwar nicht mehr gehen konnte, aber noch alleine zwischen Bett und Rollstuhl wechselte. Die Sanitäter wurden gerufen und meine Mutter ins Krankenhaus gebracht, wo sie das Bewußtsein nicht mehr erreichte und drei Tage später verstarb. Die Beisetzung ist für kommenden Mittwoch angesetzt.


Laut Aussagen des Pflegeheims lautet der Bericht der diensthabenden Aufsicht: "keinerlei Auffälligkeiten". Er habe meine Mutter um 6 Uhr morgens noch gesehen, wie sie zum rauchen auf den Balkon gegangen ist.

Laut Aussagen zweier Pflegeheimbewohner (mit denen meine Mutter befreundet war, einer davon war derjenige, der sie fand) war meine Mutter an diesem Morgen um 6 Uhr NICHT beim Rauchen, obwohl sie es sonst üblicherweise ist. Sie hat außerdem starke Arthritis an beiden Händen und kann kein Feuerzeug selbständig betätigen.

Sowohl die Bandaufzeichnung als auch die Aussagen der beiden Pflegeheimbewohner stehen in starkem Kontrast zur Aussage des Pflegers bzw. der Wohngruppenleiterin.

Zudem macht ein Darm, der nekrotisiert, im Vorfeld massive Symptome über einen längeren Zeitraum, nicht nur Schmerzen, sondern auch Teerstuhl bzw. Blutauflagen. Zumindest über Koliken hatte meine Mutter massiv geklagt, in den vergangenen drei Monaten. Ich weiß auch, dass ein Arzt eingeschaltet wurde - zumindest, nachdem ich das telefonisch angefragt hatte. Ich hatte in dem Zusammenhang eine (unserer vielen) Diskussionen darüber, wie schwierig es für das Personal ist zu entscheiden, wann man einen Arzt rufen muss, weil alte Leute im Pflegeheim naturgemäß recht häufig über Schmerzen klagten. Vor allem meine Mutter.

Bei allem Verständnis für die schwierigen Situation für die Pfleger und bei aller Dankbarkeit für die vielen Mitarbeiter, die stets engagiert und bemüht waren - ich glaube:

1. dass ein Darm nicht über Monate hinweg absterben darf, ohne dass das ein Arzt davon Notiz nimmt oder zumindest der Darm gespiegelt bzw. die Exkremente labormedizinisch untersucht wird.

2. dass der diensthabende Nachtpfleger nicht die Meldung über die Vorgänge dieser Nacht vertuschen darf. Es ist schwer vorstellbar, das dieser nicht mitbekommen haben will, dass meine Mutter glaubte, "sterben zu müssen". Dass zudem der Rollstuhl nicht am Bett stand und der Pfleger aussagte, er habe meine Mutter noch um 6 Uhr morgens gesehen - und beides durch Zeugen bestritten wird, lässt für mich zuviel Interpretationsspielraum für schrecklichste Vorstellungen.

Ich weiß nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Soll ich zur Polizei gehen, einen Anwalt einschalten oder kümmert sich ein Staatsanwalt um so etwas? Wie formuliere ich meinen Vorwurf/Vermutung "juristisch korrekt"?

Liegt Ihrer Meinung nach tatsächlich ein bzw. eine "Straftat" vor bzw. ein Sachverhalt, dem man nachgehen muss - oder reagiere ich womöglich zu empfindlich?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen




07.09.2020 | 11:32

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst spreche ich Ihnen mein Beileid aus.

In einer solchen Situation wird man zuvorderst durch Emotionen bestimmt und geleitet.

Ob tatsächlich strafbares Verhalten vorliegt, kann ich mit Bestimmtheit nicht mitteilen. Es liegen aber zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, die strafrechtliche Ermittlungen rechtfertigen.

Die Darstellung des Sachverhalts weist eklatante Widersprüche und Zweifel auf.

Die Sprachaufnahme Ihrer Mutter um 3.37 Uhr zeigt dies im Besonderen.
Die Aufnahme stellt ein Beweismittel dar, woraus sich ergibt, dass Ihre Mutter ihre Schmerzen gegenüber der Nachtschwester kommuniziert und um Hilfe gebeten hat, wobei die Nachtschwester die Tür zugeknallt haben soll.

Dies wäre ein ungeheuerlicher Vorgang, der nach meiner Auffassung die Erstattung einer Strafanzeige gegen die diensthabende Nachtschwester nach sich ziehen sollte, weil Ihre Mutter kurze Zeit später in einem furchtbaren Zustand aufgefunden wurde.

Die weiteren Ermittlungen würden dann durch die Strafverfolgungsbehörden (hier insbesondere der Polizei) erfolgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Einer positiven Bewertung sehe ich entgehen.

Gerne höre ich von Ihnen.


Mit freundlichen Grüßen
Karlheinz Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -


Rechtsanwalt Karlheinz Roth

Bewertung des Fragestellers 07.09.2020 | 13:34

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