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Unterjährige Entsendung - Steuerlast in Deutschland verringert

| 27.04.2012 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde durch meine Firma in ein "Nullsteuerland" ohne DBA entsendet. Ich habe während der Entsendung ein vereinbartes Nettogehalt bekommen, Sozialabgaben wurden von mir getragen und von meinem Nettogehalt abgeführt. Meinen Wohnsitz habe ich in Deutschland bereits 2009 aufgegeben. Die Steuerexperten meiner Firma haben entschieden, dass ich weiterhin unbeschränkt Steuerpflichtig in Deutschland bin, weil ich im Entsendungsland keinen offiziellen Wohnsitz hatte. Somit wurde mein Bruttogehalt von der Firma so aufgestockt, dass Netto die vereinbarte Vergütung rauskam. Meine Lohnsteuer in D wurde durch die Aufstockung also komplett von der Firma getragen. Die Entsendung endete im Jahre 2010 unterjährig (JAN - einschließlich APR). Allerdings habe ich mich anschließend übergangslos für zwei weitere Monate im Entsendungsland aufgehalten und war für die Firma im Rahmen einer Abordnung/Dienstreise tätig. Während dieser Zeit habe ich meine normale Bruttovergütung erhalten und Steuern abgeführt. Anschließend an die zwei Monate habe ich mich privat im Ausland zwecks Urlaub aufgehalten.

Ein paar Daten:
Datum der Arbeitsaufnahme im Gastland: Feb. 2009!
Abreisedatum im Gastland: 30 Jun 2010
Aufnahme des gewöhnlichen Wohnsitzes in Deutschland:01.09.2010

Folgend eine Zusammenfassung meiner Aufenthaltsorte 2010:
Ausland: 214 Tage (davon 34 Tage EU)
Deutschland: 151 Tage

Ergebnis der Einkommensteuererklärung 2010 war eine erhebliche Freistellung von der Steuerlast in Deutschland. Meine Firma fordert jetzt die gesamte Steuererstattung aus der Freistellung abzüglich Erstattung aus der Berechnung des Progressionsvorbehalts von mir zurück.

Summe der Lohnsteuerzahlung JAN-APR an das Finanzamt entspricht ca. 1/3 der Steuererstattung 2010 durch das Finanzamt.

Kann die Firma Anspruch auf den gesamten Steuervorteil aus der Freistellung mir gegenüber geltend machen oder steht Ihr nur die tatsächlich gezahlten Lohnsteuer für die Monate der Entsendung (JAN - April) zu?

Kann ich die Summe der gezahlten Lohnsteuer für die Monate JAN bis April als maximum für die Summe der Rückerstattungsforderung heranziehen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!




Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Die folgenden steuerrechtlichen und arbeitsrechtlichen Hinweise können mangels Kenntnis der Vereinbarung, der Einkommensteuererklärung mit allen Unterlagen und des Einkommensteuerbesch nur eine erste Orientierung bieten. Eine persönliche Beratung unter Vorlage der Unterlagen ist hier zu empfehlen.

Die Vereinbarung über eine Nettolohnzahlung ist zunächst als arbeitsrechtliche Ergänzung zum Anstellungsvertrag zusehen.

Unter einer Nettolohnvereinbarung ist eine Abrede zwischen den Parteien eines Dienstverhältnisses des Inhalts zu verstehen, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer dadurch zusätzlichen Lohn zuwendet, dass er auch die im Lohnsteuerabzugsverfahren nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte zu erhebende Lohnsteuer trägt.

Sie sollen also netto den vereinbarten Betrag erhalten, der Arbeitgeber stockt um die hochgerechnete Lohnsteuer auf und führt diese Lohnsteuer ab. Sie waren somit im Zeitpunkt der Steuerberechnung und Lohnsteuerzahlung wirtschaflich nicht belastet.

Erfolgt dann die Einkommensteuerveranlagung und wird Steuer erstattet, kann es sich in Ihrem Fall nur um die vom Arbeitgeber ermittelte und gezahlte Lohnsteuer handeln.

Wegen der Vereinbarung, dass Ihnen das bestimmte Nettogehalt zusteht, müssen Sie die Einkommensteuererstattung an den Arbeitgeber zurückzahlen. Sie müssten allerdings prüfen lassen, ob es sich bei dem gesamten Betrag um die Lohnsteuer aus der Nettolohnvereinbarung handelt. Sie geben an, dass Sie zwei Monate nach Wohnsitznahme in Deutschland für eine Dienstreise dort waren.

Nach den hier angegebenen Daten kann ich dies nicht erkennen. Für eine verbindliche Antwort ist die Berechnung notwendig.

Auf jeden Fall kann der Arbeitgeber nicht mehr von Ihnen verlangen, als er für Sie in den Monaten Januar bis April 2010 an Lohnsteuer an das FA gezahlt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin


Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2012 | 16:29

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich war von Jan - Jun '10 ununterbrochen im Gastland für meine Firma tätig.
Von Jan - Apr hatte ich eine Nettolohnvereinbarung.
Von Mai - Dez hatte ich eine Bruttolohnvereinbarung.

Meinen gewöhnlichen Wohnsitz in Deutschland habe ich erst im September aufgenommen, vorher hatte ich keinen Zugang zu einer Wohnung.

Heisst das also, dass die Rückerstattung der Lohnsteuer ab Mai zu meinen Gunsten zu betrachten ist? Kann man das einzeln ausweisen oder verschmiert sich das über das Jahr?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2012 | 17:15

Sehr geehrter Fragesteller,

hier kann man durchaus eine Aufteilung der Steuererstattung vornehmen. Dabei würde ich das Bruttoeinkommen bis April und das von Mai bis Dezember ins Verhältnis setzen. Da Sie aber auch Progressionseinkünfte angeben, kann ich hier wirklich ohne die Kenntnis der Zahlen keine verbindliche Regelung vorschlagen.

Als letzter Hinweis:

Der Betrag, den Sie an den Arbeitgeber letztendlich zurück zahlen müssen, ist im Jahr der Zahlung (gehen wir davon aus, dass das im Jahr 2012 erfolgt), "negatives Einkommen". Wenn Sie die Steuererklärung 2012 erstellen, ziehen Sie diesen Betrag vom Bruttogehalt ab und tragen nur den verminderten Betrag in die Anlage N ein. Dadurch erhalten Sie dann wieder eine Erstattung, die dann allerdings bei Ihnen verbleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 28.04.2012 | 07:29

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