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Unterhaltszahlungen bei Scheidung

17.10.2011 18:00 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Folgende Situation :
Verheirated seit 20 jahren, keine Kinder. Beide 60 Jahre. Ehemann Jahreseinkommen 100.000,
Ehefrau Jahreseinkommen 20.000 (arbeitet nur halbtags). Es gibt eine gemeinsame Eigentumswohnung, Wert ca 200.000. Ehefrau hat einen Liebhaber, Ehemann erfährt dies und will die Scheidung.
a) Besteht Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ehemann, und wie hoch ist dieser bei diesem Zahlenbeispiel ?
b) Wie lange ist der Unterhalt zu zahlen ?
c) Welche Möglichkeiten gibt es diesen zu umgehen ?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

a) Besteht Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ehemann, und wie hoch ist dieser bei diesem Zahlenbeispiel?

Die Frau kann für die Zeit der Trennung, also bis zur Scheidung, Trennungsunterhalt verlangen und danach ggf. nachehelichen Unterhalt. Greifen würde hier insbesondere das Problem der ehebedingten Nachteile, wenn die Frau ihre eigene Karriere dafür zurückgestellt hat, Hausfrau und Mutter zu sein.

Vom Einkommen des Mannes ist das monatliche Netto heranzuziehen und zu bereinigen. Es sind also bestimmte Verbindlichkeiten und z.B. Ausgaben für Altersvorsorge abzuziehen.

Dazu kommen berufsbedingte Aufwendungen, die er mit 5 % pauschal oder einem nachweisbaren Mehrbedarf abrechnen kann.

Wenn noch Kredite und Ausgaben für Altersvorsorge etc. bestehen, sind auch diese abzuziehen.

Da diese Faktoren unbekannt sind, kann leider keine konkrete Berechnung erfolgen.

Man stellt am Ende die bereinigten Nettoeinkommen gegenüber und nimmt grob 3/7 der Differenz als Unterhaltsbetrag.

Gern können wir im Rahmen einer weitergehenden Beauftragung auch Unterlagen sichten und den Anspruch genau ausrechnen.

b) Wie lange ist der Unterhalt zu zahlen?

Der Trennungsunterhalt ist bis zur Rechtskraft der Scheidung zu zahlen und der nacheheliche Unterhalt kann und sollte zeitlich befristet und der Höhe nach begrenzt werden.

c) Welche Möglichkeiten gibt es diesen zu umgehen?

Den Trennungsunterhalt kann man nicht umgehen.

Sofern Ihre Frau diesen aber nicht geltend macht, müssen Sie auch nicht zahlen.

Den nachehelichen Unterhalt kann man befristen und begrenzen und auch ausschließen – wenn die Frau mitspielt.

Allerdings kann der Unterhaltsanspruch betreffs den Liebhaber der Frau auch von Ihnen zurückgewiesen werden.

„Hat die Ehefrau während der Ehe eine Affäre, kann das bei einer späteren Trennung den Unterhaltsanspruch gefährden.

Die Richter entschieden, dass es widersprüchlich sei, wenn die Ehefrau das eheliche Zusammengehörigkeitsgefühl verletze und gleichzeitig Unterhalt aufgrund der Ehe verlange. In einem Fall hatte das Amtsgericht Neustadt/Weinstraße der Frau Recht gegeben. Das Oberlandesgericht entschied anders.

Die Frau hatte während der Ehe eine intime Affäre mit einem anderen Mann, wollte aber von ihrem Ehemann Unterhalt aufgrund der Ehe einklagen. Die Ehe sei vorher intakt gewesen. Die Frau sei Schuld am Scheitern und habe deshalb keinen Anspruch (OLG Zweibrücken, Az. 2 UF 102/08.)."


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Sie können sich gern im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir in Verbindung setzen.

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2011 | 21:37

Mich interessiert vor allem der nacheheliche Unterhalt. Die Ehefrau hat 3 Monate vor der Heirat ihren bis dahin seit 10 Jahren besetzten Arbeitsplatz von Vollzeit auf Halbtags geändert, welcher nun seit weiteren 20 Jahren unverändert blieb. Grund war einzig daß das Gehalt vom Ehemann hoch genug war.D.h. die Ehefrau hatte über all die Jahre ein sehr komfortables Leben.
Es kann weiter davon ausgegangen werden, daß die Ehefrau ihre Ansprüche (soweit zugestanden) voll ausschöpfen wird, es ist nicht mit Entgegenkommen zu rechnen. Was wäre also im Schlimmsten und im Besten Fall zu erwarten ?

Hier nomals die Fragen :
1) Angenommen die oben genannten Beträge (100.000/20.000) wären die Nettobeträge nach allen möglichen Abzügen. Wie hoch wäre der zu zahlende nacheheliche Unterhalt, im Schlimmsten und im Besten Fall ?
2) Wie lange wäre dieser zu zahlen (bis zur Rente or bis zum Lebensende ?)
3) Wie kann man die nachehelichen Unterhaltszahlungen umgehen (z.B. komplette Überlassung der Wohnung ?)

Wie auch immer nehme ich an daß der Ehemann einen SEHR GUTEN Anwalt breucht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.10.2011 | 09:02

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt:

1) Angenommen die oben genannten Beträge (100.000/20.000) wären die Nettobeträge nach allen möglichen Abzügen. Wie hoch wäre der zu zahlende nacheheliche Unterhalt, im Schlimmsten und im Besten Fall ?

Man käme dann auf rudne 2500 Euro Unterhalt im Monat.

2) Wie lange wäre dieser zu zahlen (bis zur Rente or bis zum Lebensende ?)

Der Trennungsunterhalt ist bis zur Scheidung zu zahlen. Der nacheheliche Unterhalt sollte dann verhandelt werden. Hier spielt ein Rolle, dass die Frau ihre Tätigkeit verändert hat. Aich das Fremdgehen bleibt nicht unberührt. Daher kann man zumindest den nachehelichen Unterhalt auf kurze Dauer befristen.

3) Wie kann man die nachehelichen Unterhaltszahlungen umgehen (z.B. komplette Überlassung der Wohnung ?)

Den Trennungsunterhalt kann man nicht umgehen, es sei denn, die Frau verzichtet freiwillig darauf. Den nachehelichen Unterhalt kann man auch in einer Scheidungsfolgenvereinbarung ausschließen, wenn die Frau "mitspielt."

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

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