Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltszahlung (wie lange) bei weiteren Schulbesuch

| 27.04.2011 20:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Folgender Sachverhalt :

Der 17jährige Sohn (Jan) versucht derzeit seinen Abschluss auf der Hauptschule (unklar ob Realabschluss oder Haupt, da er die Schule mehrfach gewechselt hat) und will im Sommer auf eine Fachoberschule Wirtschaft (daher wird Real unterstellt), die Geld kostet(privat). Im ersten Jahr sind das ca 75,- EUR im zweiten ca 150,- EUR mit dem Ziel Wirtschaftsabschluss. Er wohnt bei der Mutter. Ich soll die Schule zahlen

Folgende Frage :

1. Kann ich den Betrag anteilig (50%) vom Unterhalt der Mutter abziehen?Oder muss ich es allein zahlen?
2. Bin ich zum Unterhalt an die Mutter weiterhin verpflichtet solange er die Schule besucht - da er nächstes Jahr volljährig ist? Oder bin ich frei?
3. Gilt die Schule als Ausbildung ? Und würde ich nach dem Abschluss von weitere Unterhaltszahlung befreit?
4. Was ist wenn er die Schule abbricht? Wenn er es nicht schafft eine Ausbildung zu beenden?
5. Wie lange muss ich zahlen?
6. Was ist wenn ein weiterer Ausbildungsweg gewählt wird (Studium, Ausbildung)

Die Schule gilt für 2 Jahre. Mir geht es wirklich nur um die allgemeinen Aussagen ohne Berechnung der Beträge etc.

Danke sehr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Bei der Beantwortung Ihrer Fragen unterstelle ich, dass die Schule zur Erlangung eines Ausbildungsabschlusses besucht wird und somit zu einem Beruf qualifiziert.

1. Kann ich den Betrag anteilig (50%) vom Unterhalt der Mutter abziehen? Oder muss ich es allein zahlen?

Grundsätzlich können Sie hier keinen Abzug vornehmen. Allerdings gehen minderjährige Kinder im Rang geschiedenen Ehegatten vor, § 1609 Nr. 1 BGB, wenn mehrere Unterhaltsberechtigte vorhanden sind und Sie nicht imstande wären, allen Unterhalt zu gewähren.

Mit Eintritt der Volljährigkeit Ihres Sohnes werden aber beide Eltern barunterhaltspflichtig, sodass ohnehin eine neue Berechnung vorzunehmen ist. Jeder Elternteil schuldet dann den Unterhalt anteilig nach seinen Einkommensverhältnissen, § 1606 III BGB.

2. Bin ich zum Unterhalt an die Mutter weiterhin verpflichtet solange er die Schule besucht - da er nächstes Jahr volljährig ist? Oder bin ich frei?

Diese Frage lässt sich ohne Kenntnis, aus welchen Gründen die Mutter einen Unterhaltsanspruch hat, nicht beantworten.

3. Gilt die Schule als Ausbildung ? Und würde ich nach dem Abschluss von weitere Unterhaltszahlung befreit?

Ob die Schule als Ausbildung gilt, hängt davon ab, ob sie zu einem Berufsabschluss führt. Wenn dies der Fall ist, wären sie nach dem Schulbesuch grundsätzlich von weiteren Unterhaltszahlungen an den Sohn befreit. Anders kann dies bei 2- oder mehrstufigen Ausbildungen sein. In solchen Fällen ist aber nur dann von einer einheitlichen, von den Eltern zu finanzierenden Berufsausbildung auszugehen, wenn schon bei Beginn der praktischen Ausbildung erkennbar eine Weiterbildung einschließlich des späteren Studiums angestrebt wurde (Urteil des BGH v. 17.05.2006 – XII ZR 54/04).

4. Was ist wenn er die Schule abbricht? Wenn er es nicht schafft eine Ausbildung zu beenden?

Wenn Ihr Sohn die Schule abbricht, wird man ihm eine gewisse Zeit zugestehen müssen, in der er sich nach einer anderen Ausbildung umsehen kann. Für diese Ausbildung wäre dann auch Unterhalt zu bezahlen. Allerdings müsste sich Ihr Sohn nach Abbruch der ersten Ausbildung um eine Zweitausbildung kümmern und dies durch Bewerbungen nachweisen. Geschieht dies nicht, könnten Sie den Unterhalt reduzieren oder ganz einstellen, sobald Ihr Sohn volljährig ist.

5. Wie lange muss ich zahlen?

Grundsätzlich bis zum Ende einer ersten berufsqualifizierenden Ausbildung oder bis zum Ende eines Studiums wenn Ihr Sohn diesen Weg von vornherein so geplant hatte und dies seinen Neigungen entspricht oder das Studium mit der Ausbildung zusammenhängt.

6. Was ist wenn ein weiterer Ausbildungsweg gewählt wird (Studium, Ausbildung)

Siehe Fragen 3 und 5.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

---------------------------------------------------------------------------------------------------
Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Wenn Sie eine weitere Vertretung über die hier erteilte Erstberatung hinaus wünschen, bitte ich Sie, mich zunächst per E-Mail zu kontaktieren.
Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2011 | 22:10

Sehr geehrte Frau Deinzer,

zuerst recht herzlichen Dank! Erlauben Sie mir bitte von der Nachfrage gebrauch zu machen :

Zuerst mit Unterhalt an die Mutter war der Unterhalt für das Kind gemeint(bitte entschuldigen Sie, ich bin davon ausgegangen, dass heutzutage an die Mutter nicht mehrgezahlt wird zumal hier das Kind bereits älter ist) Es gibt natürlich noch weitere Kinder die habe ich aber aussen vor gelassen.

Daher würde mich interessieren - bei der Frage 1 kann ich 35,- EUr (50% des Schulgeldes) im 1 Schuljahr (75 im 2.Schuljahr) vom Unterhalt an die Mutter für den Jungen abziehen?

Muss meine Ex Frau nicht ebenfalls die Hälfte tragen und was ist wenn er 18 wird. Zahle ich es dann den Unterhalt für dieses Kind an den Jungen direkt? Also überweise ich monatl. seinen Anteil (inkl. Schulgeld bzw Abzug)

Anbei ein Auszug was die Schule sagt - gilt das als Ausbildung ? Als Laie erscheint mir das eher nicht.

"Die gemeinnützige Wirtschaftsschule bietet eine Schulform an, die innerhalb eines Schuljahres zur Fachhochschulreife führt

Der Abschluss berechtigt zum Studium an einer beliebigen Fachhochschule"

Für mich stellt sich deswegen die Frage weil ich der Auffassung bin, dass mein Sohn tatsächlich besser dran wäre eine Ausbildung zu absolvieren. In so einem Fall kann man - glaub ich- 72 Eur abziehen.


Die Mutter bietet Wohnung an das gilt ja als Barunterhalt.

Der Hintergrund der Frage : Wenn ein Kind nichts schafft zahle ich ein Leben lang und das kann nicht im Sinne des ERfinders sein. Was wenn der Junge garkeinen Abschluss hat irgendwann muss schluss ein Ab wieviel Jahren ist das so? (25 jahre oder 27???)

Ich bedanke mich bereits an dieser Stelle für die Beantwortung der Nachfrage

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.04.2011 | 08:44

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

In den Unterhaltssätzen der Düsseldorfer Tabelle ist sogenannter Mehr- oder Sonderbedarf nicht enthalten. Kosten für den Besuch einer Schule fallen unter den Mehrbedarf, für den Sie und die Kindesmutter anteilig nach den jeweiligen Einkommensverhältnissen zusätzlich zum Unterhalt aufkommen müssen. Das heißt, die Mutter und Sie müssen den Mehrbedarf gemeinsam tragen. Wenn Sie beide etwa das gleiche Einkommen haben, ist eine hälftige Aufteilung möglich.

Ab Volljährigkeit des Kindes muss der Unterhalt direkt an das Kind bezahlt werden. Natürlich muss das Kind den Unterhalt aber nicht für seine Lebenshaltungskosten ausgeben.

Offenbar führt die Schule nicht zu einem Berufsabschluss, sondern nur zu einem höheren Schulabschluss. Aber auch hier gilt, dass Unterhalt geleistet werden muss, wenn dies die Voraussetzung für eine anschließende Ausbildung oder ein Studium ist.

Sollte Ihr Sohn gar keinen Abschluss schaffen, müssen Sie nicht ein Leben lang zahlen. Mit Eintritt der Volljährigkeit ist Ihr Sohn verpflichtet, sich selbst zu unterhalten. Nur solange er sich in Ausbildung befindet, schulden Sie Unterhalt. Sollte die Ausbildung aber abgebrochen werden und nicht zeitnah eine neue Ausbildung aufgenommen werden, besteht kein Anspruch mehr auf Unterhalt.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 28.04.2011 | 09:02

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 28.04.2011 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69224 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette kompetente Anwältin Rasche Antwort Jederzeit wieder und sehr zu empfehlen. Danke für Ihre Hilfe ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Schnelle Rückmeldungen, ich hoffe, die Hinweise bestätigen sich in der Praxis. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort war prägnant, mit Gesetzestexten bzw. Urteilen unterlegt und sehr verständlich. Uns wurde bei der Entscheidungsfindung über die weitere Vorgehensweise damit sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER