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Unterhaltszahlung für uneheliches Kind


| 22.06.2007 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Guten Tag,

ich habe 1 uneheliches Kind,für das ich z.Zt. auf Grund meines geringen Einkommens (freiberuflich selbst.) €100.- mtl. bezahle.

Das Jugendamt verlangt nun ab dem 01.07.07 eine mtl. Zahlung
von € 288.- , obwohl ich lt. Steuerbescheid nicht in der Lage
dazu sein kann.

Ich habe noch 3 kindergeldberechtigte eheliche Kinder,meine
Ehefrau ist ausschließlich Hausfrau.

Meine Situation ist so,dass ich ein Haus habe,das ver-
mietet ist und in einem anderen Haus lebe.Die Miet-
einnahmen benötige ich,um meine Lebenshaltungkosten zu finanz-
ieren,da ich bei meiner freiberuflichen Tätigkeit seit einigen
Jahren nur Verluste erzielt habe.Lebensversicherungen habe
ich mir deshalb schon vorzeitig auszahlen lassen müssen.

Kann das Jugendamt von mir die Unterhaltszahlung in der genannten Höhe verlangen?Könnte von mir der Verkauf des
vermieteten Hauses verlangt werden,obwohl ich vom Mieter-
trag mit meiner Familie leben muss?

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Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich sind Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern gesteigert unterhaltspflichtig, d.h. sie haben alles zu unternehmen, um den Unterhalt sicher zu stellen. Dazu gehört auch die Verwertung des eigenen Vermögens. Eine Grenze besteht, wenn dadurch der eigene angemessene Unterhalt gefährdet wäre und wenn die Verwertung zu einem wirtschaftlich nicht vertretbaren Nachteil führen würde.

Übertragen auf Ihren Fall bedeutet dies, dass zu prüfen wäre, wie sich Mietertrag und erzielbarer Erlös zueinander verhalten und ob der Verkauf des Hauses wirtschaftlich vertretbar wäre, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Sie von den Mieterträgen leben. Sie können sich gegenüber dem Jugendamt darauf berufen, dass Sie von den Erträgen leben und dass ein Verkauf deshalb nicht verlangt werden kann. Ob dieses Argument aber bei Ihnen schlussendlich durchgreift, kann im Rahmen dieser allgemeinen Online-Erstberatung nicht geklärt werden.

Auch die Frage, ob der Betrag von 288,00 Euro korrekt ist, kann ohne weitere Detailkenntnis nicht geklärt werden.

Es kann auch passieren, dass Sie darauf verwiesen werden, Ihre verlustbringende Tätigkeit zu beenden und eine Arbeitsstelle zu suchen, um den Kindesunterhalt sicher zu stellen.

Angesichts der Bedeutung der Angelegenheit empfehle ich Ihnen dringend, sich in der Unterhaltssache anwaltlich vertreten zu lassen. Gerne bin ich bereit, dies für Sie zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de



Nachfrage vom Fragesteller 22.06.2007 | 16:48

Aufgrund eines Hinweises aus dem Bekanntenkreis der Mutter
des unehelichen Kindes,habe ich Zweifel,ob ich überhaupt
der leibliche Vater bin.

Kann ich auf einen Vaterschaftstest verlangen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.06.2007 | 17:29

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Unterhaltsverpflichtung besteht nur, wenn Sie der Vater sind. Sofern Sie die Vaterschaft bereits anerkannt haben, müssten Sie die Vaterschaft gerichtlich anfechten. Außergerichtlich können Sie den Test derzeit nicht verlangen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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