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Unterhaltszahlung bei Abbruch des Studiums


08.04.2006 22:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Meine Tochter, 24 Jahre alt, der gegenüber ich unterhaltspflichtig bin, hat nach überdurchschnittlich gutem Abitur und nun 5 Semester Psychologie Studiums mit überdurchnschnittlich gutem Vordiplom aus meiner Sicht grundlos das Studium abgebrochen, um eine Lehre als Krankenschwester zu beginnen. Hiefür hätte nach meiner Meinung auch ein Realschulabschluss gereicht. Da ich für das Abitur und das Studium die ganzen Jahre über den Unterhalt gezahlt habe bin ich über diesen Werdegang sehr verärgert. Nun meine Frage: Bin ich weiterhin verpflichtet, Unterhalt für diese Ausbildung zu zahlen, zumal meine Tochter sich offenhält, das Studium "noch irgendwann zu beenden", wo ich nicht so recht dran Glauben mag.

Mit freundlichen Grüssen

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


eine Unterbrechung des Studiums, die - wie hier - nicht nur vorübergehend und ohne Absprache mit den Eltern erfolgt, bedarf eines vernünftigen Grundes, ansonsten kann die Unterhaltsberechtigung durchaus wegfallen.

Der Wechsel der Ausbildung ist dann unbedenklich, wenn er auf sachlichen Gründen beruht und dem Unterhaltsberechtigten auch mit Rücksicht auf die Fähigkeiten und Neigungen des Kindes zumutbar ist (vgl. die Kommentierung in Palandt BGB § 1610 Rn. 22 ff.).

Die Ausbildungszeit darf sich also zum Einen nicht übermäßig verlängern.

Solange Ihre Tochter für eine angemessene Ausbildung einschließlich der Zeit der Lehre als Krankenschwester insgesamt nicht länger benötigt, als für den ursprünglich geplanten Hochschulabschluss, wird sie deshalb den Anspruch also noch nicht verlieren.

Zum Anderen muss die Entscheidung auf sachlichen Gründen beruhen. Dabei ist es aber grundsätzlich Sache Ihrer Tochter, ob Sie hinter ihren rein akademischen Fähigkeiten und Neigungen „zurückbleiben“ will. Als sachlicher Grund kommt z.B. in Betracht, wenn die Aussichten auf einen sicheren Arbeitsplatz mit abgeschlossener Lehre und fachlich damit zusammenhängendem Grundstudium höher sind als mit Volldiplom und ohne praktische Ausbildung.

Einen solchen fachlichen Zusammenhang kann man bei den Berufsbildern der Krankenschwester und der Diplom-Psychiologin durchaus bejahen, weil insofern zumindest eine fachliche Ergänzung, Weiterführung oder Vertiefung berufsspezifischer Anforderungen denkbar ist.

Es spricht also nach Ihren Angaben einiges dafür, dass Sie Ihrer Tochter zunächst weiterhin Unterhalt zu zahlen haben.

Allerdings müssen sich Eltern und Kinder grundsätzlich über den Wechsel der Ausbildung beraten (OLG Frankfurt/M. FamRZ 1984, 193). Kommt keine Einigung zustande, kann auch notfalls das Familiengericht entscheiden.

Nach dem nunmehr geplanten Abschluss der Lehre kann Ihre Tochter Fortbildungsunterhalt zur Beendigung des Studiums nur unter eingeschränkten Voraussetzungen verlangen:

Es muss neben dem fachlichen Zusammenhang zwischen den beiden Ausbildungen auch ein zeitlicher Zusammenhang bestehen, so dass ein zu langer Zeitraum zwischen Lehre und Studium (mindestens aber ca. zwei Jahre) den Unterhaltsanspruch ebenso entfallen lässt wie die Ausübung des erlernten Berufs im Anschluss an die Lehre, obwohl das Studium bereits begonnen (BGH NJW 1989, 2253) oder weitergeführt werden könnte.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Für Rückfragen zum Verständnis stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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