Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltszahlung an Vater, im Fall eines Pflegefalls


| 19.03.2005 18:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen nun zuerst kurz meine Familiensituation schildern, bevor ich meine Frage stelle:
Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 5 Jahre alt war. Das Sorgerecht hat damals meine Mutter erhalten. Mein Vater zahlte bis zu Beginn meiner Ausbildung regelmäßig Unterhalt in Höhe von 300 DM pro Monat, doch als ich meine Ausbildung begonnen habe, stellte er die Zahlungen ein. Mit Hilfe meiner Mutter war es nach zähen Verhandlungen mit ihm allerdings so, dass ich mir von ihm monatlich die 300 DM abholen durfte. Das war allerdings dann auch alles, was ich von meinem Vater hatte. Seine restlichen "Pflichten", die ein Vater normalerweise erfüllt, nahm er nicht wahr. Jegliche Versuche, mit ihm Kontakt aufzunehmen, gingen von meiner Seite aus, er vergaß meine Geburtstage,.....Wenn man es also so sieht, könnte man meinen, ich hätte gar keinen Vater (im Januar habe ich den Kontakt zu ihm dann vollständig abgebrochen!).
Ich muß noch dazusagen, daß mein Vater hoch verschuldet ist und er regelmäßig Besuche vom Gerichtsvollzieher bekommt. Er führt ein kleines Radio-und Fernsehgeschäft, das allerdings nur noch von seiner Mutter finanziert wird.

Nun meine Fragen:
- Wie sieht es aus, falls mein Vater pflegebedürftig werden würde? Kann ich es verhindern, daß ich zur Unterhaltszahlung herangezogen werde? Wenn ja, wie?
- Mein Vater hat mir noch 2 Halbbrüder "beschert". Bei dem einen wurde die Vaterschaft nicht anerkannt, bei dem anderen wurde er als Vater angegeben. Zu beiden hat er allerdings ebenfalls keinen Kontakt mehr und beide sind unehelich geboren. Würden die beiden auch zur Unterhaltszahlung herangezogen werden?

Ich bedanke mich für Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Als Abkömmling Ihres Vaters sind Sie ihm gemäß § 1601 BGB zu Unterhaltszahlungen verpflichtet, wenn er bedürftig ist. Möglicherweise hat Ihr Vater aber seinen Unterhaltsanspruch gegen Sie nach § 1611 Abs. 1 BGB verwirkt, weil er sich einer schweren vorsätzlichen Verfehlung Ihnen gegenüber schuldig gemacht hat. Eine solche Unterhaltsverwirkung wurde beispielsweise angenommen bei einem Vater, der 32 Jahre lang keinerlei Kontakt zu seinem Kind gepflegt hat; er konnte sein Kind nicht auf Zahlung von Elternunterhalt in Anspruch nehmen. Bejaht werden kann die Verwirkung auch bei kürzeren Zeiträumen ohne Kontakt, wenn noch weitere Verfehlungen hinzukommen, z.B. Beleidigungen oder Verletzungen der eigenen Unterhaltspflicht.

Nach Ihrer Schilderung liegt Ihr Fall an der Grenze. Für eine Verwirkung spricht, dass Ihr Vater sich seit der Scheidung von Ihrer Mutter Ihnen gegenüber nicht mehr wie ein Vater verhalten hat. Andererseits hat er seine Unterhaltspflichten Ihnen gegenüber doch wohl immer erfüllt, wenn auch zwischenzeitlich nur zögerlich. Sie sollten einmal überlegen, ob Sie noch weitere Vorwürfe gegen Ihren Vater erheben können, die eine Verwirkung seines Unterhaltsanspruchs definitiver machen könnten. In jedem Fall sollten Sie einem Unterhaltsbegehren Ihres Vaters nicht einfach Folge leisten, sondern die Frage, ob Sie ihm unterhaltspflichtig sind, notfalls gerichtlich klären lassen. Denn, wie gesagt, Sie sind nach Ihrer Schilderung ein "Grenzfall" und haben daher durchaus gute Aussichten darauf, von jeder Unterhaltsverpflichtung gegenüber Ihrem Vater freigesprochen zu werden.

Ihre beiden Halbbrüder sind prinzipiell Ihrem Vater gegenüber als Abkömmlinge ebenfalls unterhaltspflichtig; dass der Vater seine Vaterschaft nicht anerkannt hat, ist hierfür zunächst unerheblich. Allerdings klingt es so, als könnten sich Ihre Halbbrüder ebenfalls auf § 1611 Abs. 1 BGB berufen und Ihrem Vater entgegenhalten, er habe seinen Unterhaltsanspruch verwirkt. In einem Gerichtsverfahren müsste der Richter bei jedem einzelnen von Ihnen prüfen, ob er diesen Einwand gegen den Vater erheben kann.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Dankeschön!:-)Mit dieser Antwort hatte ich nicht gerechnet, und ich bin jetzt um einiges erleichterter. Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER