Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltszahlung Minderjährige


| 08.10.2007 12:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo,
ich habe eine 16-jährige Tochter, die nicht mehr zur Schule gehen möchte. Sie ist in der 11. Klasse auf dem Gymnasium. Manchmal hat sie eben solche Spinnereien im Kopf. Aber ich lege niemandem Steine in den Weg. Sie soll ihren Weg gehen.
Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch für dieses Jahr und wünsche ihr viel Glück dabei, wobei ich sie natürlich unterstützen werde.
Meine Frage: Wie wird hier der Unterhalt vom Unterhaltspflichtigen berechnet, da sie noch minderjährig ist? Wie wird hier mit dem Kindergeld umgegangen? Manchmal liest man, dass das Kindergeld bei Minderjährigen dem zusteht, wo das Kind lebt und wird nicht zur Unterhaltsberechnung hinzugezogen.
Vater: 1750 Euro netto, Tochter (?) 350 Euro netto, 16 Jahre alt.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Bei einem minderjährigen Kind ist das staatliche Kindergeld auf seinen Barunterhalt hälftig anzurechnen, wenn der betreuende Elternteil das Kindergeld erhält (§ 1612b I BGB). Das Kindergeld mindert den Unterhaltsanspruch des Kindes nur dann in voller Höhe, ist also auf den Bedarf in vollem Umfang anzurechnen, wenn das Kind volljährig ist. Weiterhin sind die Eigeneinkünfte des minderjährigen Kindes je zur Hälfte mit dem Bar- und dem Naturalunterhalt zu verrechnet (BGH, FamRZ 1988, 159). Die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnt, ist vor ihrer Anrechnung in der Regel um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf von monatlich EUR 90,- zu kürzen. Bei einem Nettoeinkommen des Kindesvaters von EUR 1.750,- , ergibt somit sich folgende Unterhaltsberechnung:

Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle, Einkommensgruppe 4, Altersstufe 3: EUR 349,-

Anrechnung Kindergeld gem. § 1612 b Abs. 5 BGB: EUR 349,00 – EUR 37,00 = EUR 312,00

Anrechnungshöhe der Ausbildungsvergütung: EUR 350,- - EUR 90,- = 260,- geteilt durch 2 = EUR 130,00

Unterhaltshöhe: EUR 312,- abzüglich EUR 130,- = EUR 182,-

Der Kindesvater wird somit in Höhe von mtl. EUR 182,- unterhaltspflichtig sein.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2007 | 12:00

Sie berechnen oben den hälftigen Kindergeldanteil auf den Barunterhaltszahler mit nur 37 Euro an, warum? Kindergeld für ein Kind gibt es in Höhe von 154 Euro, demnach müssten es doch 77 Euro sein oder sehe ich das falsch? Könnten Sie mir diese Berechnung dann noch mal machen mit netto 480 Euro Azubi-Gehalt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2007 | 00:07

Sehr geehrte Fragestellerin,

das Kindergeld ist nach § 1612 b BGB unter den Eltern bei der Bemessung des Kindesunterhalts grundsätzlich in Höhe der Hälfte auszugleichen, § 1612 b Abs. 1 BGB. Nach Absatz 5 dieser Vorschrift unterbleibt jedoch eine Anrechnung des Kindergeldes, soweit der Pflichtige außerstande ist, Unterhalt in Höhe von 135 % des Regelbetrags zu leisten. Daher wird erst ab der Einkommensgruppe 6 (EUR 2.100,- – EUR 2.300,-) das Kindergeld in Höhe von EUR 77,- angerechnet. In der Einkommensgruppe 4, in die der Kindesvater bei einem Nettoeinkommen in Höhe von EUR 1.750,- einzuordnen ist, kann demgegenüber von dem Tabellenunterhalt nur der Betrag von EUR 37,- abgezogen werden.

Beträgt die Ausbildungsvergütung des minderjährigen Kindes EUR 480,-, so beziffert sich der Unterhaltsanspruch unter Berücksichtigung des ausbildungsbedingten Mehrbedarfs (EUR 90,- ) mit EUR 117,-. Dieser Betrag errechnet sich auch dann, wenn von dem Einkommen des Kindesvaters 5 % für berufsbedingte Aufwendungen abgezogen werden und er dann in die 3. Einkommensgruppe einzuordnen ist, weil das Kindergeld auf den Tabellenunterhalt von EUR 329,- hier in Höhe von nur EUR 17,- anzurechnen ist.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für Ihre präzise Antwort. Hat mir sehr geholfen. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER